Japankrise beeinträchtigt hiesige Lieferungen nur minimal

Die Erdbebenkatastrophe mit anschließendem Tsunami in Japan und die Meldungen über das havarierte Atomkraftwerk Fukushima haben Japan in eine Krise gestürzt. Befürchtet wurden zahlreiche Lieferengpässe für Unternehmen rund um den Globus. Dies nahm das Münchner Institut ifo zum Anlass, im Rahmen seiner monatlichen Unternehmensbefragungen zur Konjunktur einen Zusatztest zu initiieren. Befragt wurden 1.600 Betriebe in Deutschland nach den Auswirkungen der japanischen Krise auf ihre Belieferung.

Bild: hempelfrankfurt / pixabay.com

Umfrageergebnisse sind weniger schlimm als erwartet

Eigentlich rechnete man bei ifo mit dem Schlimmsten und befürchtete zahlreiche Rückmeldungen über Schwierigkeiten in der Belieferung. Allerdings war dies nicht der Fall.

Lediglich 18 Prozent der befragten Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie gaben an, dass sie tatsächlich mit Lieferschwierigkeiten im Zuge der Japankrise zu kämpfen haben. Allerdings war es den meisten Betrieben möglich, auf Ersatzlieferanten zurück zu greifen, so dass die negativen Auswirkungen sich in Grenzen hielten. Von Produktionsausfällen wurde nur selten berichtet.

Auch die allgemeinen Zukunftsaussichten werden als positiv eingeschätzt. Die meisten der befragten Unternehmer gehen davon aus, dass auch in der nächsten Zeit nicht mit einer Verschlimmerung der Lieferproblematik zu rechnen ist.

Manche Sparten sind besonders betroffen

Auch wenn die Ergebnisse der Zusatzumfrage von ifo grundsätzlich zum Aufatmen veranlassen, so darf dies dennoch nicht darüber hinweg täuschen, dass dieses Ergebnis einen Durchschnittswert aller befragten Unternehmen definiert. Diese sind zwar im Resultat weit weniger von Lieferengpässen geplagt als vermutet, dennoch gibt es zwei Industriesparten, die diesbezüglich hart am Limit kämpfen.

So gaben 42 Prozent der befragten Unternehmen der Automobilindustrie an, dass sie die Auswirkungen der japanischen Katastrophe mehr als deutlich an ausbleibenden Lieferungen spüren. Die Herstellungsindustrie für Elektronik und Optik wird sogar noch stärker tangiert. 44 Prozent beklagen Lieferengpässe.

Glücklicherweise konnten auch hier Ersatzlieferanten aufgetrieben werden. Produktionsausfälle mussten nämlich nur sieben Prozent der Elektronik- und Optikbranche, sowie 13 Prozent der Automobilproduktion hinnehmen.

Generell ist man in diesen Sektoren für die Zukunft verhalten positiv gestimmt. Die befragten Unternehmen rechnen in der Gesamtheit zu zehn bis zwölf Prozent mit Produktionsausfällen im nächsten Quartal.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!