In die Selbständigkeit mit einer Tanzschule tanzen

Es gibt wohl nichts Schöneres, als die Möglichkeit, sein Hobby zu seinem Beruf zu machen. Wenn man sein Geld mit den Dingen verdienen kann, die am meisten Spaß machen und Freiheiten schaffen, ist man dann ganz besonders erfolgreich. Das Tanzen ist gerade ein solches Hobby, das zum Beruf werden kann. Damit kann man auch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, indem man sich als Tanzlehrer selbstständig macht und eine eigene Tanzschule eröffnet.

Bild: Robert Kneschke / fotolia.com

Die Selbstständigkeit als Tanzlehrer hält Körper und Geist fit, denn der Tanzlehrer nicht nur ein guter Tänzer, sondern auch Pädagoge, Organisationstalent und Manager sein muss. Er soll sich kontinuierlich weiterentwickeln, denn in kaum einer Branche gibt es so viele alte und neue Trends wie in der Tanz-Branche, da jede gesellschaftliche Veränderung oftmals auch neue Tanzstile mit sich bringt.

Was sollte man alles beachten, wenn man eine eigene Tanzschule gründen möchte und wie geht man am besten dabei vor? Wir verraten es Ihnen.

Tanzschule im Nebengewerbe betreiben

Eine eigene Tanzschule nebenberuflich zu betreiben wäre eine gute Möglichkeit, mit minimalem Risiko zu prüfen, ob genügend Kunden vorhanden sind und ob sich das Geschäftsmodell Tanzschule rentiert. So kann man weiter hauptberuflich tätig sein und kein finanzielles Risiko tragen, falls das Nebengewerbe sich nicht wie erwartet entwickelt. Nebenberufliche Tätigkeit ist oftmals das ideale Sprungbrett, um später den Schritt in eine hauptberufliche Selbstständigkeit zu wagen.

Bei der nebenberuflichen Selbständigkeit müssen unbedingt bestimmte Kriterien eingehalten werden. Darunter werden vor allem die Arbeitszeit und das erzielte Einkommen gemeint. Ein Nebengewerbe darf maximal 18 Stunden pro Woche betrieben werden. Das Einkommen aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit darf nicht das Arbeitseinkommen übertreffen, sonst ist man nicht mehr nebenberuflich selbstständig. (Mehr Informationen zum Thema „Nebengewerbe“).

Dabei sollte man auch mit den Arbeitszeiten außerhalb der Normalarbeitszeit rechnen und sich gut überlegen, ob man neben seiner Vollzeitstelle noch ausreichend Potential für die Tanzschule nebenberuflich hat. Tanzunterricht bis in den späten Abend und am Wochenende kann zum Regelfall werden. Es bedeutet eine Doppelbelastung und weniger Zeit für die Familie, den Freundenkreis und das Privatleben. Für den aber, wer Freude am Tanzen hat und Tanzlehrer als einen absoluten Traumberuf findet, sollten eigentlich die bisweilen ungünstigen Arbeitszeiten kein Hindernis sein.

Was braucht man zur Eröffnung einer Tanzschule?

Um eine Tanzschule zu eröffnen, benötigt man vor allem einen geeigneten Übungsraum bzw. einen Tanzsaal mit einem speziellen gelenkschonenden Linoleum- oder Parkett-Schwingboden, guter Beleuchtung, einer Spiegelwand und Umkleideräumen mit Toiletten und Duschen, sowie Audioausstattung bzw. eine Musikanlage: einen CD Player mit oder ohne Pitch (mit dem pitchbaren CD Player kann man Geschwindigkeit regulieren, was viele Tanzlehrer für eine tolle Option halten), Boxen (Lautsprecher) und CDs. Es wäre besser, wenn der CD-Player noch dazu MP3 abspielen und mit USB-, SD-Karten funktionieren kann. Wenn man sich anfangs all dieses Equipment nicht leisten kann, besteht natürlich die Möglichkeit, einen Tanzsaal mit notwendiger Ausstattung zu mieten, auch stundenweise.

Mit welchem Stundensatz kann man rechnen?

Auf der Webseite der Tanzschule des Deutschen Theaters in München spricht man vom Stundensatz eines Tanzlehrers in Höhe von 20 Euro aufwärts - www.tanzausbildung.de/haufige-antworten. Auch andere Tanzschulen bieten private Tanzkurse zu einem Stundensatz von 20 Euro an. Diesen Betrag kann man für einen Ausgangspunkt nehmen und dann genau kalkulieren, wie viele Schüler man benötigt und wie viele abrechenbare Stunden man pro Monat erbringen sollte, um betriebswirtschaftlich sinnvoll über die Runden zu kommen.

Welche Voraussetzungen muss Betreiber einer Tanzschule erfüllen?

Der Beruf des Tanzlehrers gehört in Deutschland zu den freien Berufen (§ 18 Abs.1 EStG),  ist nicht geschützt und nicht als offizielle Berufsausbildung anerkannt. Das heißt, jeder darf sich ohne Ausbildung Tanzlehrer nennen. Auch eine Tanzschule darf ohne offizielle Berufsausbildung eröffnet werden.  Jedoch für viele Kunden ist der Nachweis einer erfolgreich abgeschlossenen Tanzlehrerausbildung entscheidend. Bei der Auswahl bevorzugen sie einen ausgebildeten Tanzlehrer. Denn es genügt nicht, ein guter Tänzer zu sein, um sich als Tanzlehrer selbstständig zu machen und eine eigene Tanzschule zu gründen. Ein Tanzlehrer benötigt zum einen pädagogische Erfahrung, zum anderen muss er natürlich gut tanzen, verschiedene Tanzstile, Schritte und Techniken beherrschen. Das kann man nur während der Berufsausbildung lernen.

In Deutschland gibt es drei Berufsorganisationen der Tanzlehrer, die eine Ausbildung zum Tanzlehrer für Gesellschaftstanz bzw. HipHop anbieten:

  • der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband (ADTV) - www.adtv.de
  • der Berufsverband Deutscher Tanzlehrer (BDT) - www.bdt-ev.de
  • der Deutsche Tanzlehrer & HipHop Organisation (DTHO) - www.dtho.de

Die Ausbildung zum Tanzlehrer erstreckt sich über drei volle Jahre und unterliegt den Grundlagen des Berufsbildungsgesetzes, das heißt, es ist ein Ausbildungsberuf mit Lehrvertrag, Berichtsheft, Zwischen- und Abschlussprüfungen.  Als Voraussetzung für eine Tanzlehrerausbildung bei einem der Verbände ist eine abgeschlossene Schulausbildung. Ebenso muss man das 18. Lebensjahr vollendet haben. Jedoch zur Bewerbung auf die Ausbildung zum Tanzlehrer in der DTHO reicht die Vollendung des 16. Lebensjahres (HipHop-Tanzlehrer) bzw. 17. Lebensjahres (Gesellschaftstanz- und andere Fachlehrer) aus – bei Minderjährigen mit Einverständniserklärung der Eltern. Man muss auch ein polizeiliches Führungszeugnis (lässt sich schnell beim Amt der Stadt, in der man wohnhaft gemeldet ist, schnell beantragen) und ein ärztliches Gesundheitszertifikat vorlegen.

Allerdings unterscheidet sich eine solche Ausbildung bei den drei Verbänden in wesentlichen Details. Daher gibt es einige Anerkennungsschwierigkeiten: der ADTV erkennt eine Tanzlehrerausbildung, die beim BDT und DTHO absolviert wurde, nicht an, wobei der BDT die Ausbildung und Qualifikation des ADTV anerkennt, sowie die DTHO offen für Absolventen des ADTV und BDT ist.

Außerdem gibt es eine solche Berufsausbildung an der Tanzschule des Deutschen Theaters in München - www.tanzausbildung.de. Diese Tanzschule ist eine vom ADTV anerkannte Ausbildungsschule.

Ausbildung kostenlos

Die Tanzlehrerausbildung ist grundsätzlich kostenlos. Man ist bei der jeweiligen Tanzschule als Auszubildende/r angestellt.  Es können jedoch teilweise Kosten anfallen, zum Beispiel als Prüfungsgebühren. Die reguläre 3-jährige Tanzlehrerausbildung umfasst den theoretischen Bereich in einer Privatschule und den praktischen Bereich in einer Tanzschule. Nach Abschluss einer solcher Ausbildung bekommt der Teilnehmer ein Zertifikat, welches davon zeugt, dass man seinen Beruf mit Erfolg gelernt hat, die offizielle Berufsbezeichnung tragen darf und die weltweit gültigen Tanz-Standards weitergeben kann. So ein Nachweis ist das zentrale Qualitätsmerkmal, das entscheidend zur Kundengewinnung und Kundenbindung ist.



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