Handelsvertreter - erfolgreiche Existenzgründung oder Klinkenputzer?

Der Beruf des Handelsvertreters gilt gemeinhin nach wie vor als der Beruf eines Klinkenputzers. Typische Beispiele hierfür sind die Drückerkolonnen, die Zeitschriftenabos oder ähnliches verkaufen wollten. Doch ist diese Ansicht heute noch genauso gültig? Der Handelsvertreter als solcher ist heute kaum noch ein Klinkenputzer, sondern kann viele Vorteile in seinem Beruf vereinen.

Bild: Siegfried Fries / pixelio.de

So arbeitet der Handelsvertreter heute meist auf selbstständiger Basis. Dabei benötigt er jedoch kein so ausgefeiltes Geschäftsvorhaben, wie es bei vielen anderen Existenzgründungen der Fall ist. Da der Handelsvertreter die Produkte und Dienstleistungen eines dritten Unternehmens verkaufen soll, kann er sich auf dessen Qualitätsmerkmale und ähnliches beziehen. Doch die fehlende Geschäftsidee im eigentlichen Sinne lässt viele den Handelsvertreter schnell belächeln.

Der Handelsvertreter-Beruf bringt viele Vorteile

Als Handelsvertreter können Männer und Frauen gleichermaßen tätig werden, Frauen werden oft sogar aufgrund der sozialen Kompetenzen bevorzugt. Sie werden meist für die besseren Verkäufer gehalten. In vielen großen Unternehmen wird dem Handelsvertreter ein Fixum gezahlt, zu dem noch Provisionen hinzukommen. Dies ist durchaus als Vorteil anzusehen, ergibt sich aus dem Fixum eine gewisse finanzielle Grundlage, die gerade Gründer nicht unterschätzen sollten.

Zudem kann sich der Handelsvertreter, wie jeder andere Selbstständige, seine Zeit frei einteilen und selbst entscheiden, mit wem er arbeiten möchte und mit wem nicht. Oft genug genießt er auch einen Bestandsschutz oder Gebietsschutz, so dass keine anderen Vertreter desselben Unternehmens in dem zugewiesenen Gebiet tätig werden dürfen, was einen gewissen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Anforderungen an den Handelsvertreter 

Der Handelsvertreter kann also von einigen finanziellen Sicherheitsaspekten profitieren, die den Schritt in die Selbstständigkeit etwas einfacher erscheinen lassen. Dennoch sollte sich jeder angehende Handelsvertreter möglichst frühzeitig Gedanken darüber machen, ob er die Anforderungen an diesen Beruf mit bringt.

Ein gewisses Verkaufstalent, Selbstorganisation und Zeitmanagement sind wichtige Grundlagen, die man mitbringen muss. Des Weiteren sollte schnell ein guter Kontakt zu den Kunden aufgebaut werden können. Zwischenmenschliche Beziehungen und soziale Kompetenzen sind also wichtig für den Handelsvertreter. Kennt er sich dann noch in der Branche aus und entscheidet sich für ein Unternehmen, hinter dessen Produkten er wirklich stehen kann, kann die Existenzgründung als Handelsvertreter durchaus sinnvoll sein. Denn in diesem Fall wird der Verkauf einfacher vonstatten gehen, als bei Produkten, von denen der Gründer nicht überzeugt ist.



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