Gutes Wetter, schlechtes Wetter: Hohe Fehlerquote bei iPhone Wetterapps

Haben Sie sich auch schon einmal darüber geärgert, wenn der Wetterbericht wieder einmal so gar nicht mit der Realität übereinstimmen wollte? Uns ging es in letzter Zeit des Öfteren so, doch noch mehr: Wir haben festgestellt, dass die Wettervorhersagen in letzter Zeit immer ungenauer werden.

Bild: DariuszSankowski / pixabay.com

Tatsächlich ändern sich teilweise innerhalb weniger Stunden die Prognosen für den nächsten Tag und verkehren sich komplett ins Gegenteil. Wir haben uns gefragt, wie es sein kann, dass insbesondere iPhone Wetter-Apps so oft extrem falsch liegen und wie diese falschen Prognosen entstehen. Schließlich nutzt eine Wettervorhersage herzlich wenig, wenn sie dann innerhalb kürzester Zeit revidiert wird. Daher sind wir der Sache etwas genauer auf den Grund gegangen.

Kontakt zu den Anbietern von Wetterapps

Zu diesem Zweck haben wir sechs Anbieter von Wetterapps kontaktiert:

  1. wetter.de
  2. wetter.com
  3. de.wetter.yahoo.com
  4. wetter.info
  5. apalon.com/weather_live.html
  6. meinestadt.de (allesklar.com)
  7. wetter24.de

Wir wollten von ihnen wissen, woher sie ihre Wetterdaten beziehen und wie so extreme Schwankungen und Ungenauigkeiten in der Wetterprognose auftreten können. Ebenfalls haben wir die Anbieter dazu befragt, warum diese in letzter Zeit gehäuft auftreten.

Ausreden, Ausreden, Ausreden…

Die Antworten auf unsere Befragung waren alles andere als zufriedenstellend. Die Dienste wetter.de, wetter.info und de.wetter.yahoo.com haben sich gar nicht erst gemeldet oder die Antwort abgelehnt. Sehen wir uns die Antworten genauer an, die wir erhalten haben:

Apalon / World Weather Online

Von Apalon erhielten wir folgende Antwort:

„Die Wettervorhersage rund um den Globus wird viermal am Tag aktualisiert. Die Wettervorhersage für den gleichen Ort kann sich auf konstanter Basis und innerhalb von 3 Stunden von sonnig zu regnerisch ändern.“

Interessant, das hatten wir ja auch schon bemerkt. Eine Antwort auf unsere Frage, wodurch diese starken Schwankungen zustande kommen, ist das allerdings nicht.

Wetter.com

Wetter.com greift auf die Wetterdaten der wetter.com AG zurück. Im Wesentlichen erklärte der Dienst die Ungenauigkeiten mit der aktuell vorherrschenden hohen Gewitterneigung. Gewitter bilden sich über ganzen Regionen. Wo sich diese jedoch tatsächlich entladen, kann niemand mit Sicherheit vorhersagen. Da die Apps immer auf bestimmte Orte zugreifen und nicht auf eine Region, kann es sein, dass solche Ungenauigkeiten entstehen.

meinestadt.de / wetter24.de / MeteoGroup Deutschland

Die MeteoGroup beliefert gleich mehrere Wetterdienste mit Daten. Der Dienst greift auf verschiedenste Datenquellen zurück, insbesondere auf Beobachtungsdaten von nationalen Wetterdiensten, die ihre Informationen von Wetterstationen und Flughäfen bekommen. Auch die MeteoGroup zieht sich auf die Erklärung zurück, dass Gewitter zu unberechenbar wären, um für einzelne Orte genaue Vorhersagen zu treffen. Der Dienst gibt an, die Wetterdaten stets im Nachhinein zu verifizieren, um die Trefferquote zu verbessern und verweist auf ein Testurteil der Zeitschrift Chip, die Wetterapps getestet und WeatherPro, die App der MeteoGroup, als Testsieger ausgezeichnet hatte.

Keine wirklichen Antworten

Interessant ist, dass mehrere befragte Dienste denselben Vergleich verwendet haben, um die Erklärung zu veranschaulichen, nämlich einen kochenden Wassertopf, bei dem man nie vorhersagen könnte, wann und wo die nächste Blase auftritt, sondern nur dass sie auftritt.

Nun, wir verstehen ja, dass es sich nicht vermeiden lässt, dass die Prognosen bisweilen danebenliegen. Leider konnte uns keiner der Dienste eine vernünftige Erklärung dafür liefern, warum diese Fehler in letzter Zeit gehäuft auftreten. Auf das Fernsehwetter ist übrigens auch nicht mehr Verlass ARD, ZDF und RTL greifen wie viele Apps auf die Daten der MeteoGroup oder von Meteomedia zurück. Der Unterschied ist hier allerdings, dass man hier nur größere Regionen betrachtet und keine Einzelorte. Dadurch erhöht sich die Trefferquote, aber nur weil die Daten bereits per se ungenauer gefasst werden.

Allerdings sind wir mehr als enttäuscht. Kann es denn sein, dass Unternehmen ihr Geld damit verdienen können, vielleicht richtig zu liegen? Millionen Menschen nutzen täglich Wetterdienste und werden somit immer wieder aufs Neue enttäuscht. So oft daneben zu liegen könnte sich kaum ein anderes Dienstleistungsunternehmen leisten. Das halten wir schon fast für bedenklich.

Wetterprognose selbst machen?

Mit Bauernregeln haben Sie die Chance, sich Ihre Wetterprognose selbst zu machen, indem Sie auf verschiedene Anzeichen achten, z. B.

  • Wolkenstand
  • Verhalten bestimmter Tiere (z. B.Fische, Schwalben)
  • Morgen-/Abendröte
  • Temperaturen
  • Regenmenge 

Bei den Bauernregeln, die das Wetter des nächsten Tages betreffen, sind die Trefferquoten erstaunlich hoch. Bei den längerfristigen Prognosen muss allerdings der Fairness halber gesagt werden, dass sie nur allzu oft daneben liegen. Zuverlässiger als die Wetterdienste sind Bauernregeln sicherlich auch nicht. Wenn Sie sich dennoch einmal darüber informieren möchten: Bei BWL24.net finden Sie eine praktische Übersicht der Bauernregeln.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!