Gründungszuschuss 2012 - das müssen Gründer wissen

Am 28.12.2011 ist das Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt in Kraft getreten. Die in diesem Gesetz enthaltenen Kürzungen zum Gründungszuschuss gelten demzufolge für alle Gründungen ab diesem Tag. Was sich für die Gründer in 2012 ändern, wollen wir im folgenden Artikel näher beleuchten.

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Gründungszuschuss wird zur Kann-Leistung

Bisher hatten Gründer einen Rechtsanspruch auf den Gründungszuschuss. Mit dem neuen Gesetz wurde dieser Rechtsanspruch ab dem Jahr 2012 abgeschafft. Der Gründungszuschuss kann nun nur noch dem jungen Unternehmer von seinem Berater der Bundesagentur für Arbeit gewährt werden. Damit degradierte die Bundesregierung der Gründungszuschuss zu einer reinen Ermessensleistung, mit einem großen Spielraum für die Sachbearbeiter der Arbeitsagentur.

Höhe und Dauer der Förderung

Der Gründungszuschuss unterteilt sich in zwei Phasen. Die erste Phase der Förderung umfasst sechs Monate. In diesem Zeitraum erhält der Gründer Gründungszuschuss in Höhe seines Arbeitslosengeldanspruches zuzüglich der Sozialpauschale von 300 Euro. Die zweite Phase erstreckt sich über weitere neun Monate, in denen der Gründer lediglich noch die Sozialpauschale von 300 Euro bekommt. Insgesamt kann die Förderdauer 15 Monate betragen. Beide Phasen müssen separat vom Gründer bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. 

Anspruchsvoraussetzungen

Der Jungunternehmer muss mindestens einen Tag arbeitslos sein, um Gründungszuschuss beantragen zu können. Existenzgründer die schon eine gewisse Zeit arbeitslos waren, bevor sie in die Selbständigkeit starten, müssen folgendes beachten. Der Restanspruch auf Arbeitslosengeld muss mindestens 150 Tage betragen. Ist der Restanspruch geringer, besteht auch bei besten Aussichten auf geschäftlichen Erfolg keine Chance mehr, den Gründungszuschuss beantragen.

Tragfähigkeitsbescheinigung

Die Tragfähigkeitsbescheinigung ist ein wichtiger Teil des Antrags auf Gründungszuschuss. Eine fachkundige Stelle bescheinigt dem Gründer die Tragfähigkeit seines Gründungsvorhabens. Zu den fachkundigen Stellen zählen bspw. die IHK, die HWK, ein Unternehmensberater, ein Steuerberater aber auch Fachverbände oder Kreditinstitute. Die Auswahl der fachkundigen Stelle liegt einzig und allein in den Händen des Gründers, auch wenn manche Sachbearbeiter des Arbeitsamtes anderslautende Bestimmungen durchsetzen wollen.

Nachweis der Kenntnisse und Fähigkeiten

Existenzgründer müssen mit dem Antrag auf den Gründungszuschuss darlegen, dass sie über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit verfügen. Gelingt dem Gründer dieser Nachweis nicht, können von der Arbeitsagentur Maßnahmen zur Eignungsfeststellung verlangt werden. Ebenso kann von der Arbeitsagentur Unterstützung bei der Vorbereitung der Existenzgründung angeboten werden.

Konsequenz aus dem Nachweis

Hier liegt der erste große Stolperstein für den jungen Unternehmer. Der Gesamtetat für die Gründungsförderung wurde derart zusammengestrichen, dass die Mitarbeiter der Arbeitsagentur Anträge auf Gründungszuschuss ablehnen müssen, um den Plan zu bleiben. Zeigt ein Gründer Unsicherheiten beim Nachweis der Kenntnisse und Fähigkeiten, serviert er dem Sachbearbeiter den Ablehnungsgrund auf dem Silbertablett.

Welche Fragen können auf den Gründer zukommen?

Beliebte Fragen sind bspw.:

  1. „Wissen Sie, wie eine ordnungsgemäße Rechnung geschrieben werden muss?",
  2. "Wie finanzieren Sie Ihren Lebensunterhalt, wenn die prognostizierten Gewinne nicht erwirtschaftet werden?"
  3. „Wie umfangreich sind ihrer kaufmännischen Kenntnisse?"
  4. "Können Sie mit diesen Kenntnissen ihre Produkte oder Dienstleistungen kalkulieren?"

Hier hilft dem Existenzgründer nur eine Topvorbereitung auf das erste Gespräch mit seinem Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit. Da der Gründer die Fallstricke nicht kennen kann, lautet unsere Empfehlung: greifen Sie auf die Unterstützung eines Experten zurück. Suchen Sie sich einen Berater, der etwas von seinem Fach versteht. Viele Fragen können so bereits im Vorfeld abgeklärt werden.

Welcher Berater kann Sie bei der Gründung unterstützen? Das erfahren Sie im Fachbeitrag:

Diese Berater helfen bei der Existenzgründung.

Fazit

Durch die Etatkürzungen müssen die Sachbearbeiter der Bundesagentur für Arbeit Anträge auf Gründungszuschuss ablehnen. Nur mit einer guten Vorbereitung kann der Existenzgründer einer Ablehnung entgegenwirken. Dazu zählt insbesondere ein ausführlicher Businessplan - hier finden Gründer ein ausführliches Muster und Vorlagen zum Businessplan. Hat sich der Gründer bei der Erstellung seines Businessplans mit allen Aspekten der Gründung beschäftigt, kann er bereits einen Großteil der Fragen der Arbeitsagentur beantworten.

 

Die Zeiten von kopierten Businessplänen sind damit endgültig vorbei. Gründer, die sich einen fertigen Businessplan aus dem Netz laden und dann nur leicht an die eigene Situation anpassen, werden scheitern.



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