Gründungsgeschehen unter der Lupe: KfW-Gründungsmonitor 2011

Die KfW-Bankengruppe setzt sich jedes Jahr mit dem Gründungsgeschehen auseinander. In diesem Zusammenhang wichtige Fragen, die für die statistische Auswertung der KfW eine Rolle spielen, und deren Antworten finden im alljährlichen Gründungsmonitor ihre Veröffentlichung.

So auch in diesem Jahr. Der KfW-Gründungsmonitor 2011 und seine Ergebnisse stehen seit kurzem zur Einsicht bereit.

Bild: SplitShire / pixabay.com

Insgesamt verbessertes Gründungsverhalten

Die positive Nachricht zuerst: Im Jahr 2010 haben 66.000 Personen mehr als 2009 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und so die Zahl der Existenzgründungen auf 936.000 ansteigen lassen. Dann jedoch die schlechte Neuigkeit: 540.000 dieser Neugründungen werden im Nebenerwerb ausgeübt, was ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Die Vollerwerbsselbständigkeit blieb im Jahresvergleich etwa konstant.

Dennoch darf dies kein echter Wermutstropfen sein. Denn grundsätzlich muss von einem Anstieg bei den Neugründungen gesprochen werden. Insgesamt erlebte die Wirtschaft im Jahr 2010 einen Aufschwung, der die Chancen der jungen Unternehmen steigen ließ und sich positiv auf die Bereitschaft zur Existenzgründung auswirkte. Die Verteilung auf Voll- und Nebenerwerb ergibt sich daraus, dass mit dieser wirtschaftlichen Verbesserung auch vermehrt sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mit einer ansehnlichen Arbeitplatzsicherheit einher gingen.

Auch der Einfluss der Gründungszahlen auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze kann sich sehen lassen. Denn immerhin wurden dabei 582.000 Vollzeitstellen geschaffen, was etwa 66.000 Jobs mehr sind als im Jahr 2009. Dabei stellten 2010 weniger Neugründer überhaupt Mitarbeiter ein. Die jungen Unternehmen, die sich dafür entschlossen haben, entschieden sich aber gleich für mehrere neu geschaffene Arbeitsplätze.

Finanzierung und Entwicklung

Nur die wenigsten Existenzgründungen bedienen sich bei der Finanzierung externer Mittel. Der KfW-Gründungsmonitor 2011 brachte für das Jahr 2010 zutage, dass nur ein Fünftel aller Neugründungen mit einem externen Kredit starten. Davon bleiben 80 Prozent unterhalb 25.000 Euro. Dieser Personenkreis ist allerdings zu 31 Prozent der Auffassung, dass die Finanzierung ihrer Existenzgründung mit Schwierigkeiten behaftet ist.

Bei den Zukunftsaussichten gibt sich der KfW-Gründungsmonitor 2011 leicht pessimistisch. Denn obwohl die Aussicht auf eine Verbesserung am Arbeitsmarkt hinsichtlich der sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit positiv ist, wird sich dies in Zusammenhang mit einer schwächeren Konjunktur nachteilig auf das Gründungsverhalten auswirken.

Die ersten drei Gründungsjahre sind am schwersten

Zur Überprüfung stand beim KfW-Gründungsmonitor 2011 ebenfalls, wie sich die Jungunternehmen in den ersten Jahren entwickeln. Und hier ist gerade in den ersten drei Jahren die Sterblichkeitsrate hoch. Tatsächlich 31 Prozent aller Unternehmen gehen in den ersten drei Jahren bereits wieder vom Markt. Schuld daran sind in erster Linie Liquidationsprobleme.



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