Gründen für Schüler: Sind Sie schon soweit?

Ein Unternehmen zu leiten, bedarf einer gewissen Reife und Erfahrung. Wer zu naiv und ohne gesunden Menschenverstand an eine solche Aufgabe herangeht, wird höchstwahrscheinlich mit seinem Geschäft baden gehen. Dies gilt für jugendliche Gründer ebenso wie für Erwachsene.

Bild: jarmoluk / pixabay.com

Jugendliche haben jedoch noch ein weiteres Problem: Ihnen fehlt im Regelfall die Lebenserfahrung, die sie dazu befähigt, drohende Probleme zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Deshalb stellt sich die Frage, wann ein Jugendlicher tatsächlich soweit ist, sein eigenes Unternehmen zu leiten.

Wann ist ein Schüler „soweit“?

Man kann nicht sagen, dass man volljährig sein sollte, denn das Alter ist sicherlich kein Indiz für unternehmerisches Denken. Vielmehr ist die geistige Reife entscheidend und diese lässt sich durchaus an einigen Eckdaten festmachen. Beantworten Sie einmal in Ruhe die folgenden Fragen für sich:

  • Sind Sie von Ihrer Geschäftsidee zu 100 Prozent überzeugt und identifizieren Sie sich selbst mit der Dienstleistung bzw. dem Produkt?
  • Haben Sie ein realistisches Bild von den möglichen Schattenseiten Ihrer Geschäftsidee?
  • Können Sie sich vorstellen, wie das Leben eines Selbstständigen aussieht (z. B. viel Arbeit, Zeitmangel)?
  • Können Sie die Kosten einschätzen, die Ihre Gründung möglicherweise mitbringt?
  • Sind Sie sich dessen bewusst, welche Behördengänge und Formalitäten Sie im Rahmen der Gründung zu erledigen haben?
  • Haben Sie sich schon eingehend mit dem Risiko Ihrer Unternehmung beschäftigt und können Sie es realistisch einschätzen?
  • Haben Sie sich mit Ihrer Zielgruppe beschäftigt und überprüft, ob Ihre geplante Dienstleistung oder Ihr Produkt tatsächlich gebraucht wird?

Unerfahrene Jugendliche, die besser erst einmal ihre Schule beenden und es dann vielleicht nach einigen Jahren Berufserfahrung mit der Selbstständigkeit versuchen sollten, erkennt man oft an der „rosaroten Brille“. Sie haben eine Idee, die ihnen ganz toll vorkommt und übersehen dabei, wie aufwändig und kompliziert eine Existenzgründung sein kann.

Wie groß darf das Risiko sein?

Gerade bei Minderjährigen stellt sich die Frage, wie groß das Risiko sein sollte, das sie eingehen können. Grundsätzlich gibt es hier natürlich keine Beschränkungen. Die Praxis zeigt allerdings, dass kapitalintensive Geschäftsideen von Jugendlichen nur schwer umzusetzen sind, da sie von keiner Bank einen Kredit bekommen werden. Das Risiko ist bei kapitalintensiven Geschäftsideen natürlich wesentlich größer als wenn man sich beispielsweise als Freiberufler selbstständig macht und kaum Ausgaben hat. Es lohnt sich daher, in diesem Fall mit einem erwachsenen Partner zusammenzuarbeiten, der zum einen über die erforderliche Erfahrung verfügt, aber zum anderen auch leichter an externes Kapital gelangen kann.

Die Höhe des einzugehenden Risikos hängt immer auch ein bisschen davon ab, wie bereit ein Schüler für die Selbstständigkeit ist. Je geringer das finanzielle Risiko, desto einfacher werden sich die Eltern und auch das Vormundschaftsgericht damit anfreunden können, die Selbstständigkeit zu erlauben.



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