Griechenland-Krise und die Folgen für das deutsche Unternehmertum

Griechenland, der hochverschuldeter Euro-Staat, wird immer mehr zur Belastung für deutsche Unternehmen. Nicht genug damit, dass Griechenland immer wieder finanzielle Unterstützung inMilliardenhöhe von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, darunter auch Deutschland, fordert. Aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise bahnt sich auch für immer mehr deutsche Firmen ein finanzielles Fiasko an. Dadurch, dass Griechenland seine Schulden nicht mehr bezahlen kann, geraten auch deutsche Unternehmen immer mehr in Bedrängnis. Obwohl die griechische Wirtschaft sehr klein ist, hätte eine Pleite auf die deutsche Wirtschaft mehr oder minder große oder kleine Auswirkungen.

Bild: hslergr1 / pixabay.com

Die Pharmaindustrie

Besonders die deutsche Pharmaindustrie ist von der Griechenland-Krise deutlich betroffen. Abgesehen davon, dass gerade dieser Industriebereich enorme Gewinnmargen erwirtschaftet hat, werden die deutschen Arzneimittelkonzerne von den auf weit über eine Milliarde Euro angewachsenen Verbindlichkeiten, die Griechenland ihnen für gelieferte Medikamente schuldet, wohl einen ganz erheblichen Teil abschreiben müssen. Das diese Ausfallrisiken dann in die Preiskalkulationen der Pharmakonzerne einfließen werden, ist nur logisch und hat weitreichende Konsequenzen zur Folge. Weil die Pharmakonzerne durch erhebliche Abschreibungen neue Preise kalkulieren müssen, verteuern sich damit logischerweise die Kosten für Arzneimittel. Erhöhten Kosten zwingen wiederum die Krankenkassen zu mehrAusgaben. Diese werden dann durch Beitragsanpassungen an die Versicherten weitergegeben. Die griechische Regierung hat für den Staatshaushalt 2011 Einsparungen in Höhe von 14 Milliarden Euro in allen Bereichen vorgesehen. Hiervon ist natürlich auch das Gesundeitswesen betroffen.

Die Banken

Auch die deutschen Banken sind von der Wirtschaftskrise Griechenlands in nicht unerheblichem Ausmaß aufgrund von Forderungen gegenüber der griechischen Wirtschaft, dem griechischen Staat, den griechischer Unternehmen, sowie den griechischen Banken betroffen. Vor allen Dingen Privatbanken stehen im Focus, da diese stärker am Staatsfinanzierungsbereich beteiligt sind. Großbanken sind hingegen von der Staatskrise weniger betroffen, da sie schon frühzeitig die Möglichkeit genutzt haben, zum Beispiel griechische Staatsanleihen an die Europäische Zentralbank abzugeben. Bezugnehmend auf des gesamte Bankensystem, sind jedoch alle deutschen Banken wegen möglicher Vermögensausfällen staatlicher Gläubiger beunruhigt. Andererseits haben sich die Banken mitlerweile an diesen Zustand gewöhnt. Auch Spanien, Portugal Italien und Irland befinden sich in einer ähnliche Situation, wie Griechenland. Auch diese Länder fordern immer wieder Staatshilfen der Europäische Union ein.

Der kleine Handwerker und andere Unternehmer

Deutschland braucht dringend mehr Geld, um die imensen Forderungen von  Griechenland, Spanien, Italien etc. zur Staatsrettung erfüllen zu können. In Deutschland werden bislang Handwerkerleistungen vom Staat gefördert. Der sogenannte Handwerkerbonus, eine Steuervergünstigung, steht nun wieder auf dem Prüfstand. Auch Privatpersonen, die Handwerker legal beschäftigen und dafür eine Rechnung erhalten, sollen benachteiligt werden. Somit haben auch die kleinen Handwerker oder die mittelständischen Unternehmer unter den horenden Zahlungen der Bundesregierung an Griechenland zu leiden. Diese Unsummen werden vomdeutschen Steuerzahler finanziert. Nur reichen mitlerweile die Steuereinnahmen nicht mehr aus, um die Krise in Griechenland mit immer mehr Geldmitteleln zu finanzieren. So werden andere Mittel und Wege gesucht, um an Geld zu kommen. Hier bittet es sich zum Beispiel an, die haushaltsnahen Dienstleistungen zu kappen. Bisher kann von jeder Handwerkerrechnung beispielsweise für die Sanierung der Wohnung oder für Gartenarbeiten des Gärtners zwanzig Prozent der Lohnkosten bis zu einer bestimmten Höchstgrenze als sogenannte haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuerschuld abgezogen werden. Diese Förderung in jetziger Höhe, wird es wahrscheinlichab Ende 2011 nicht mehr geben. Sie wird deutlich reduziert. Somit besteht die Gefahr, dass Privatpersonen, die gerade wegen der steuerlichen Förderung, auf die Beschäftigung legaler Handwerker bedacht waren, wieder vermehrt auf Schwarzarbeit zurückgreifen werden. Ferner verbleibt bei jeder Rechnung ein noch nicht genau festgelegter Selbstbehalt. Auch der Handwerkerbonus steht beim Bundesrechungshof unter Beobachtung. Hieran wird aber von der Bundesregierung noch festgehalten.

Fazit

Abschließend lässt sich feststellen, dass die Griechenland-Krise auch in Deutschland weitreichende Folgen für das deutsche Unternehmertum ausgelöst hat und auch weiterhin auslösen wird. Ein Ende der finanziellen Unterstützung Griechenlands ist nämlich noch lange nicht in Sicht.

Im GründerlexikonTV

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