Fehlende Urheberrechtsbezeichnung ist Abmahnungsgrund

Ein Urteil des Landgerichts Köln hat die Betreiber von Webseiten auf den Plan gerufen. Das Urteil besagt, dass bei fehlenden oder nicht ausreichend gekennzeichneten Urheberrechten der Fotographen eine Abmahnung erfolgen kann.

Fatale Folgen für Webseitenbetreiber

In dem Rechtsstreit ging es um die Verwendung eines sogenannten Stockfotos, das auf der Webseite von pixelio.de kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Der Fotograph hatte geklagt, da das Bild beim Öffnen in einem separaten Fenster keine Urheberrechtskennzeichnung aufwies.

Nach Ansicht des Gerichts lag deshalb ein Urheberrechtsverstoß vor, obwohl das Bild rechtmäßig erworben wurde. Es fehlte jedoch die Kennzeichnung oder Bildunterschrift mit dem Namen des Fotographen, wenn das Bild durch einen Rechtsklick mit "Datei anzeigen" geöffnet wurde. Die automatisch zugeordnete Bild-URL wird bei dieser Vorgehensweise nicht angezeigt.

Dies trifft jedoch auf die meisten Bilder, die im Netz verwendet werden, zu. Das Urteil in diesem Verfahren um eine einstweilige Verfügung könnte eine Abmahnungswelle ungeahnten Ausmaßes lostreten.

Was ist zu tun?

Auch wenn man das betreffende Bild in einem Bildbearbeitungsprogramm öffnet und mit einer Kennzeichnung versieht, muss man aufpassen, dass nicht der nächste Rechtsverstoß vorliegt. Denn viele Fotographen erlauben keine Bildbearbeitung. Wird also die Kennzeichnung in das Bild eingefügt, liegt möglicherweise eine weitere Urheberrechtsverletzung vor.

Die einzige Möglichkeit, rechtlich korrekt zu handeln ist, das Bild in einem Bildbearbeitungsprogramm zu öffnen, einen Rahmen darum bauen und in diesen Rahmen die Urheberrechtskennzeichnung einzufügen. Viel Arbeit! Zudem widerspricht es der Barrierefreiheit nach der die Urheberrechtskennzeichnung als Text verfügbar sein muss und nicht als Bild.

Dass es sich bei der fehlenden Kennzeichnung um eine Standardeinstellung von Internetbrowsern handelt, schien den Richtern des LG Köln nicht bekannt zu sein.

Für Stockfoto-Anbieter geschäftsschädigend

Die Anbieter von kostenlosen Bildern im Netz werden alles daran setzen, dieses Urteil durch eine höhere Instanz wie ein Oberlandesgericht aus der Welt zu räumen. Denn es ist mehr als geschäftsschädigend, wenn die Webseitenbetreiber und Fotonutzer nicht mehr auf die Bilder der Anbieter zurück greifen.

Was ist zu tun? Am besten selber Fotos machen. Dann ist man vor Abmahnungen sicher!



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