Facebook als Kündigungsgrund – Aufpassen, was man postet

Laut Statistik von Bitkom nutzen rund 66 Prozent der Internetuser mindestens ein soziales Netzwerk. Postings, Kommentarte und ein Klick auf den „Gefällt-mir-Button“ gehen leicht von der Hand, können jedoch schwerwiegende Folgen für das Berufsleben haben. Facebook und Co. war schon öfter ein Grund für eine Kündigung.

Ein „Like“ kann dem Chef sauer aufstoßen

Wie schnell hat man einen Kommentar geliked und somit anderen Usern mitgeteilt, dass man derselben Ansicht ist, wie der Verfasser des Kommentars. Der „Gefällt-mir-Button“ sollte in manchen Fällen nicht leichtfertig angeklickt werden. Einer Mitarbeiterin der Sparkasse wurde dies zum Verhängnis und sie verlor ihre Arbeitsstelle. Ihr Mann hatte ein Bild gepostet, auf dem ein Fisch zu sehen war, dessen Kopf ein abgeändertes Logo der Sparkasse darstellte. Er kommentierte dieses Bild mit „Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken“. Seine Ehefrau und Sparkassenangestellte gefiel dieser Post und klickte „Like it“ an. Daraufhin erhielt sie die fristlose Kündigung. Nach einem Vergleich vor dem LAG (Landesarbeitsgericht) und einer Entschuldigung verlor sie zwar dennoch ihren Job, aber sie bekam immerhin noch ein gutes Zeugnis und Trennungsgeld.

Meinungsfreiheit und Beleidungen – Wohlüberlegt Ansichten öffentlich vertreten

In Deutschland darf zwar jeder Bürger seine Meinung frei vertreten und äußern, doch mit Beleidungen sollte man sich besonders in den sozialen Netzwerken zurückhalten. Eine Beleidung kann in Deutschland als Straftat gelten (§185 Strafgesetzbuch) und auch mit  Verleumdung (§187 Strafgesetzbuch)  und übler Nachrede(§186 StGB) kann man sich strafbar machen. Nun denkt so mancher Facebooknutzer, er könne den beleidigenden Kommentar nur einer bestimmten Gruppe von Mitgliedern aus der Kontaktliste zugänglich machen und somit sei er vor Anzeigen und Kündigung gefeit. Dem ist aber nicht so, wenn der Kommentar geteilt wird, denn dadurch können nicht nur die ausgewählten Nutzer den Post lesen, kommentieren und weiterverteilen.

Lästereien über Kollegen 

Das Arbeitsgericht Duisburg fällte im September 2012 ein Urteil, mit dem ein Arbeitnehmer noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen war (Az.: 5 Ca 949/12). Der Arbeitnehmer hatte sich bei Facebook beleidigend über Kollegen und Arbeitgeber geäußert. Laut ArbG greift eine solche Äußerung „nachhaltig in die Rechte der Betroffenen ein, da der Eintrag, solange er nicht gelöscht wird, immer wieder nachgelesen werden kann“. In diesem Fall hatten nicht nur die Kollegen die Beschimpfungen wie „Klugscheißer“ und „Speckrollen“ gelesen, sondern auch deren Freunde aus der Kontaktliste.

Das Arbeitsgericht entschied dennoch, dass die Kündigung unwirksam ist, da der Arbeitnehmer im Affekt gehandelt hat. Bevor er den Kommentar in Facebook schrieb, hatte er erfahren, dass er von Kollegen beim Arbeitgeber denunziert wurde. Zudem konnte niemand die beleidigten Personen identifizieren, da keiner namentlich genannt wurde.

Auch Fotos sollten wohlüberlegt gepostet werden

Nicht nur Beleidigungen in den sozialen Netzwerken können zur Kündigung führen, sondern ebenso Fotos. Dies geschah einem Lageristen, der aufgrund eines Bandscheibenvorfalls krankgeschrieben war. Während seiner Krankenzeit veröffentlichte er Fotos seiner Hochzeit in Facebook. Trotz Bandscheibenvorfall konnte er – wie auf den Bildern zu sehen war – seine schwangere Frau hochheben. Später wurde seine fristlose Kündigung zwar in einen Aufhebungsvertrag umgeändert, doch seinen Arbeitsplatz verlor er trotzdem.



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