Existenzgründung in Kambodscha - nur mit kambodschanischen Partner möglich

Kambodscha ist sicher ein Land mit einer wechselvollen Geschichte. Noch in den 1950er Jahren des reichste Land Südostasiens, steht es heute, nach langen Zeiten des Krieges und der Herrschaft der Roten Khmer fast an letzter Stelle in der Region. Dennoch erholt sich Kambodscha langsam und präsentiert sich als stolze und selbstbewusste Nation.

Bild: M. Helmich / pixelio.de

Kambodscha ist ein unterentwickeltes Land, auch wenn die Nachbarländer Vietnam und Thailand sehr viel investieren. Die Einnahmen des Königreichs Kambodscha erzielen sich vor allem aus dem Tourismus, der die einzige Einnahmequelle des kleinen Staates ist. Dies wird auch in Zukunft so bleiben. Kambodscha ist wirtschaftlich gesehen ein sehr schwieriges Land und auch eine Existenzgründung für Deutsche im Ausland ist nicht unproblematisch und sollte sehr bedacht sein.

Kambodscha – ein Land mit zwei Gesichtern

Kambodscha gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Neben einer kaum ausgebauten Infrastruktur – es gibt z. B. keine Eisenbahn – ist auch die rechtliche Situation in diesem Land mehr als willkürlich. Der kambodschanische Arbeitsmarkt ist sehr abgeschottet. Westliche Spezialisten erhalten zwar eine Aufenthaltsgenehmigung, aber für einzelne Besucher aus dem Ausland ist die Situation sehr schwierig. Ein langwieriger Prozess bei den entsprechenden Behörden wartet auf jeden Investoren aus dem Ausland.

Eine Firmengründung ohne kambodschanische Beteiligung ist derzeit jedoch unmöglich. Wer sich also selbständig machen möchte, benötigt einen kambodschanischen Partner, der die Mehrheit an der Firma besitzt! Kambodschanisch ist Amtssprache, alle Papiere und Dokumente sind hierin vorzulegen. Bei Behördengängen muss entsprechend ein Dolmetscher mitgenommen werden. Das Lohnniveau in Kambodscha ist sehr niedrig, die Kapitaleinlage richtet sich nach dem zu gründenden Unternehmen. Rücklagen sollten nicht nur in Kambodscha, sondern auch in Deutschland vorhanden sein.

Das Konsumklima in Kambodscha ist zwar am Erstarken, doch außerhalb der großen Städte Phnom Penh, Siem Reap oder Sihanoukville kaum spürbar. Luxusprodukte und Dienstleistungen lassen sich besonders in Phnom Penh verkaufen, während überall Gastronomie und Tourismus gefragt sind. In der Zukunft werden sicher auch Wirtschafts- und Rechtsberatung, Industrie und Maschinenbau sowie Zukunftstechnologien eine Rolle spielen. Besonders Dienstleistungen, die bislang kaum in Kambodscha gefragt sind, werden zunehmen wie Gärtner, Bäcker, Metzger und Reinigung.

Kambodscha – ein Land muss sich erst finden

Dennoch birgt eine Existenzgründung in Kambodscha für Deutsche im Ausland ein großes Risiko. Die Tatsache, dass sie nicht rechtlich abgesichert sind und eine hohe Korruption lassen viele Ideen sehr schnell scheitern – meist sogar schon beim Antrag. Die große Gefahr lauert jedoch im kambodschanischen Partner. Dieser ist Mehrheitsbesitzer und hat dementsprechend Zugriff auf Kapital und Firmeneigentum. Im schlimmsten Fall kann dieser Partner den Beteiligten aus dem Ausland ausbooten. Rechtlicher Schutz ist in diesem Fall nicht vorhanden; weder Polizei noch Justiz helfen hier.  Geringe Gewinne, ein niedriger Lebensstandard und hohe bürokratische Kosten machen zudem das Leben in diesem Land nicht sehr attraktiv. Kambodscha ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Erde mit den entsprechenden sozialen und wirtschaftlichen Problemen.  Dies macht ein Auswandern kaum attraktiv. Allerdings besitzt Kambodscha einiges Potenzial zum wirtschaftlichen Aufschwung. Dies wird jedoch noch mindestens ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen.

Fazit

Kambodscha ist derzeit kein sehr attraktives Land für Selbständige. Mit Ausnahme des Tourismus gibt es kaum nennenswerte Investitionsmöglichkeiten. Die Gewinnspanne ist gering. Eine Hohe Bürokratie und Korruption wirft Hindernisse auf. Eine Existenzgründung in diesem Land lohnt sich derzeit nicht. In einigen Jahren könnte sich dies jedoch ändern. 



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