Existenzgründung in Japan - mit exotischen Neuheiten erfolgreich werden

Japan hat sich seit den 1960er Jahren in der Zeit der Hochwachstumsphase zu einer der Stützen unserer globalisierten Wirtschaftswelt entwickelt. Japan ist nicht nur eine interessante und facettenreiche Gesellschaft, sondern gehört zu den drei wirtschaftlich stärksten Nationen der Erde mit einer disziplinierten Arbeitswelt und einem hohen Lohn- und Lebensniveau. Gerade dies macht das Land der Aufgehenden Sonne für Ausländer besonders attraktiv. Eine Existenzgründung in Japan ist jedoch, trotz der wirtschaftlichen Prosperität, nicht einfach. Selbständigkeit hat in Japan einen vollkommen anderen Stellenwert als in den westlichen Industrienationen. Doch dies kann durchaus positiv gesehen werden und eine Chance für im Ausland lebende Deutsche darstellen.

Bild: LittleMouse / pixabay.com

Selbständigkeit in Japan

Selbständigkeit hat im Land der Aufgehenden Sonne niemals denselben Status wie in Deutschland. Traditionell sind Verbindungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wichtiger, so dass sich das Unternehmertun zur starken Stütze der japanischen Wirtschaft entwickelt hat. In Japan ist tatsächlich die Zahl der Existenzgründungen stark rückläufig. Auch heute bevorzugen Japaner eine Anstellung in einem großen Unternehmen. Dies ist jedoch auf die schwieriger werdende wirtschaftliche Situation Japans zurückzuführen.

Die japanische Wirtschaft erholt sich von den letzten Wirtschaftskrisen nur mäßig. Es wird zwar nach Dienstleistungen und Produkten gefragt, aber der Konsum ist wegen der strenger werdenden Sparmaßnahmen des japanischen Staates nicht mehr in der Lage, die angegriffene japanische Wirtschaft zu stützen. Ist es für Japaner schon schwierig, sich selbständig zu machen, gilt dies für Deutsche im Ausland umso mehr. Denn Japan ist kein klassisches Einwanderungsland. Deutsche haben es sehr schwer, wenn sie länger bleiben wollen.

Unbeschränkte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis

Die japanischen Behörden stellen in der Regel erst nach fünf Jahren eine „permanent residence“  (unbeschränkte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis) aus. Japan besitzt darüber hinaus genügend qualifizierte Arbeiter, die den heimischem Markt beherrschen. Selbständigkeit ist nun in Japan etwas Seltenes und Außergewöhnliches. Dies kann jedoch ein Vorteil für einen Ausländer in Japan sein, denn gefragt sind durchaus exotische Dienstleistungen und Produkte.

Eine originelle Idee kann in Japan durchaus zum Erfolg führen: Ein Brezelbäcker in der richtigen Straße von Tokyo kann hier zum Millionär werden. Wichtiger als ein Businessplan ist demnach die Idee, die man hat. Existenzgründungen sind besonders erfolgreich in den Bereichen Internationale Kontakte, Jura und Journalismus. Produkte, vor allem exotische Lebensmittel und Speisen, stehen hoch im Kurs: Bäcker, Metzger und Köche können es weit bringen. Technische Berufe dagegen sind weniger gefragt, denn Japan besitzt selber hochqualifizierte Fachkräfte. Eine Existenzgründung im Bereich Gastronomie hat in Japan sicher den besten Erfolg, wenn man nur eine zündende Idee hat. Japaner sind verrückt nach dem Außergewöhnlichem und immer auf der Suche nach dem Neuen und Exotischen.

Japans Markt ist gesättigt

 Japans Wirtschaftswelt hat aber auch viele Nachteile. Der erste und gravierendste ist das hohe Lohn- und Preisniveau. Die utopischen Preise, wie sie noch um 1990 kolportiert wurden, gehören zwar ins Reich der Fantasie, aber dennoch ist Japan sehr teuer. Und damit natürlich auch die Existenzgründung. Für sein Projekt muss man in Japan schon mehrere Hunderdtausend Euro oder mehr als Kapitalgrundlage anlegen. Mieten sind sehr teuer, vor allem in den zentralen Lagen der Innenstädte. Bei der hohen Investition ist es aber schon fraglich, ob sich die Gründung überhaupt rentiert. Der zweite Grund ist der gesättigte Markt in Japan. Produkte und Dienstleistungen aus allen Branchen werden bereits hinreichend angeboten. Die Konkurrenz ist groß, vor allem da es sich meist um große Unternehmen handelt, mit denen man konkurrieren wird. Auch wenn Selbständige nur einen kleinen Anteil an der japanischen Wirtschaft ausmachen, ist dieser Sektor doch sehr ausgereizt.

Fazit

 Japan ist eine wirtschaftlich sehr stabile Nation, die aber für Wirtschaftskrisen sehr anfällig ist. Das japanische Wirtschaftswachstum hat sich in den letzten Jahren sehr abgeflacht. Theoretisch steht einer Existenzgründung in Japan nichts im Wege, wenn man Japanisch spricht, eine gute Idee hat und sich erfolgreich bei den japanischen Behörden um eine Lizenz bemüht. Aber die hohe Abhängigkeit vom Konsumklima, die geringen Gewinne, die man erzielen wird und die erschreckend hohen Ausgaben machen jede Existenzgründung in diesem Land zu einem gefährlichen Unternehmen. Wirklich überleben wird ein Selbständiger in diesem Land nur, wenn er die entsprechende Nische findet – in diesem Fall ist dieInvestition durchaus lohnenswert.

 

 



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