Erfolgreich mit Corporate Citizenship

Unternehmen können nur dauerhaft gesellschaftliche Verantwortung beweisen, wenn sie selber auch davon profitieren. Erfolgreiche mittelständische Unternehmen zeigen, wie sich Corporate Citizenship bezahlt macht.

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Weißbierbrauerei G. Schneider & Sohn GmbH

Der 44-jährige Georg Schneider ist diplomierter Braumeister und in sechster Generation Inhaber der Weißbierbrauerei G. Schneider & Sohn GmbH. Georg Schneider fühlt sich als Unternehmer seiner Heimat Kelheim, der Familientradition sowie den christlichen Grundwerten verbunden.

Schneider setzt sich in der Region sehr für das Wohl der Mitmenschen ein. So unterstützt er den örtlichen Sportverein mit Spenden und betreut ein Obdachlosen-Zeitungsprojekt. Auch seine Mitarbeiter finden bei Schneider Unterstützung. Benötigt ein Mitarbeiter für eine Weiterbildung oder für den Hausbau finanzielle Mittel, gewährt Schneider günstige Kredite. Geführt wird die rund 100-köpfige Belegschaft nach den modernen Regeln des Personalmanagements: mittels Zielvereinbarungen, Anforderungsprofilen und individuellen Entwicklungsmöglichkeiten. Für die Herstellung des Bieres bezieht der Braumeister rund 70 Prozent der Gersten aus der Region. Auch die Heizung wurde kürzlich von Öl auf Holzschnitzel umgestellt. Für das soziale und ökologisch ausgerichtete Wirtschaften hat Schneider bereits zahlreiche Auszeichnungen bekommen, unter anderem den von der Dekra verliehenen Ethik-Award.

Moderne Begriffe wie „Corporate Citizenship" oder Corporate Social Responsibility, die das unternehmerische Handeln von Schneider beschreiben, verwendet er allerdings nicht. Er ist davon überzeugt, dass sich unternehmerische Verantwortung wirtschaftlich auszahlt. Dies belegt auch der Jahresumsatz von 27 Millionen Euro im Jahre 2008 der siebtgrößten Weißbierbrauerei Deutschlands.

Ausrichtung auf die Zukunft

Gesellschaftliches Engagement hat Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert sorgten Unternehmer wie Werner von Siemens oder Robert Bosch mit freiwilligen Sozialleistungen für das Wohl der Mitarbeiter. Insbesondere Mittelständer engagieren sich seit Jahren für das Wohl ihrer Mitarbeiter. Der Nutzen, welcher daraus für das Unternehmen entsteht, wird allerdings nur selten erhoben. Hier setzt Corporate Citizenship ein. Das amerikanische Konzept verbindet intuitives unternehmerisches Engagement mit dem strategischen Fokus. Entstanden ist es aus dem Verhältnis zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, welches sich im Umbruch befindet. Wer sich heute als Unternehmen noch behaupten will, der muss die Geschäftsprozesse auf ökologische und soziale Auswirkungen prüfen und sich aktiv für das Gemeinwesen einsetzen. Somit führt Corporate Citizenship zu einer Investition in die eigene Wettbewerbsfähigkeit.

  • Corporate Citizenship (CC): Das bürgerschaftliche Engagement beschreibt die Bündelung aller Aktivitäten eines Unternehmens im Gemeinwesen und die dazugehörende strategische Ausrichtung auf übergeordnete Unternehmensziele.
  • Corporate Social Responsibility (CSR): Sie umfasst die soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen in allen Bereichen der Unternehmenstätigkeit. Corporate Citizenship ist ein Bestandteil von CSR.
  • Corporate Volunteering (CV): Hier spricht man von „Förderung des Mitarbeiterengagements". CV ist ein wichtiger Bestandteil von Corporate Citizenship und umfasst den Einsatz der Mitarbeiter in gemeinnützigen Projekten.

Wie Corporate Citizenship abläuft

Unternehmen sind natürlich keine Wohlfahrtseinrichtungen. Doch wer Corporate Citizenship richtig einsetzt, profitiert auch davon. Das zeigt der Augsburger Generika- Hersteller Betapharm: Das Unternehmen gründete eine Kooperation mit dem Bunten Kreis e.V., einer Nachsorgeeinrichtung für schwerkranke Kinder. Der Gewinn für das Unternehmen ist ein hohes Ansehen bei Ärzten und in der Öffentlichkeit, das zu einem klaren Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen führte. Damit aber Corporate Citizenship im Unternehmen erfolgreich ist, braucht es fünf Schritte, die eingehalten werden müssen.

1.    Grundsatzentscheidung für strategisches Corporate Citizenship

  • Kommunikation der Entscheidung über strategische Neuausrichtung
  • Berufung eines Projektteams für die Neuausrichtung

2.    Ist-Aufnahme

  • Infos zusammenstellen über das bisherige Engagement

3.    Konzeption, Zielsetzung und Rahmenbedingungen

  • Ausarbeiten eines Gesamtkonzepts
  • Organisationsstruktur festlegen
  • Budget festlegen

4.    Konzeption, strategischer CC-Projektmix

  • vorhandene Aktivitäten modifizieren
  • neue Projekte entwickeln
  • Projektziele definieren

5.    Durchführung, Steuerung, Controlling, Anpassung des Projekts

  • bei Nichterreichung der Zielsetzungen nach den Ursachen suchen
  • Anpassen des Projektmixes oder der Gesamtstrategie


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