Entgeltumwandlung: Was der Arbeitgeber darf und muss – und was nicht

Der Anspruch auf Entgeltumwandlung der Arbeitnehmer ist inzwischen zehn Jahre alt – zum 1.1.2012 wurde er eingeführt. Die Entgeltumwandlung bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit, einen Teil ihres Arbeitslohns steuerbegünstigt und frei von Sozialversicherungsbeiträgen in eine Altersvorsorge einzubezahlen. Wir klären die wichtigsten Fragen rund um die Entgeltumwandlung.

Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Wer hat einen Anspruch auf Entgeltumwandlung?

Einen Anspruch auf Entgeltumwandlung hat jeder Arbeitnehmer, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist. Dazu gehören nicht nur Vollzeitbeschäftigte, sondern auch Teilzeitmitarbeiter und sogar geringfügig Beschäftigte, soweit sie die Beiträge zur Rentenversicherung entrichten.

Was muss der Arbeitgeber anbieten?

Der Arbeitgeber ist grundsätzlich verpflichtet, eine Entgeltumwandlung anzubieten. Welche Durchführungsart er verwendet oder für welchen Anbieter er sich entscheidet, bleibt letzten Endes ihm selbst überlassen. Er kann aber jederzeit auch verschiedene Anbieter zulassen, beispielsweise wenn ein Arbeitnehmer einen bestehenden Vertrag von einem anderen Unternehmen mitbringt. Der Arbeitnehmer kann darauf bestehen, dass die angebotene Lösung die Voraussetzungen für die Riester-Förderung erfüllt.

Welche Form der Entgeltumwandlung wird regelmäßig eingesetzt?

Eine beliebte Durchführungsart ist die Direktversicherung. Sie bringt einen nur geringen Verwaltungsaufwand mit sich und eignet sich daher auch problemlos für kleinere Betriebe. Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber eine Renten- oder Lebensversicherung für den Arbeitnehmer ab. Letzterer ist die versicherte Person und erwirbt somit den Anspruch auf die Leistung der Versicherung, der Arbeitgeber ist der Versicherungsnehmer.

Kann man eine betriebliche Altersvorsorge bei einem Arbeitgeberwechsel „mitnehmen“?

Je nachdem, wie der Vertrag ausgestaltet ist, ist es im Prinzip möglich, einen bestehenden Vertrag zu einem anderen Arbeitgeber mitzunehmen. Allerdings muss der neue Arbeitgeber diesen nur übernehmen, wenn er selbst noch keine Lösung der Entgeltumwandlung anbietet. Sobald er ein Angebot bereitstellt, müssen bestehende Verträge nicht mehr übernommen werden. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer noch die Möglichkeit, den Vertrag selbst weiter zu bedienen.

Wie hoch sind die Beiträge bei der Entgeltumwandlung?

Die Beiträge müssen mindestens 1/160 der monatlichen Bezugsgröße betragen. Im Jahr 2012 entspricht dies einer Höhe von 196,87 Euro. Der Arbeitgeber kann wechselnde Entgeltumwandlungsbeträge akzeptieren, ist dazu aber nicht verpflichtet. Pro Jahr können höchstens 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherungsteuer- und sozialversicherungsfrei angelegt werden (= 2.688 Euro in 2012).

Welche Vorteile hat der Arbeitgeber von der Entgeltumwandlung?

Der Arbeitgeber profitiert wie auch der Arbeitnehmer von der Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge und spart somit Personalkosten. Zusätzlich macht er sich selbst als Arbeitgeber attraktiver, wenn er eine solche Lösung anbietet.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!