Einordnung des Amazon Marketplace Geschäftsmodells

Für die Leser des Gründerlexikons veröffentlicht der Autor, Markus Fost Auszüge aus seinem Buch „E-Commerce Existenzgründung mittels Amazon“ und geht hierbei insbesondere auf die Chancen & Risiken ein, die der Marktplatz potentiellen Existenzgründern bietet.

Bild: Markus Fost

Teil 3: Einordnung des Amazon Marketplace Geschäftsmodells

Amazon wurde lange Zeit mit dem traditionellen Modell eines Online-Händlers verbunden. In den vergangenen Jahren hat sich Amazon jedoch als eines der bemerkenswertesten Unternehmen herauskristallisiert, welches äußerst vielschichtig ist und neben zahlreichen E-Commerce Tochterunternehmen, wie Zappos, Javari.de BuyVIP, etc. inzwischen mit dem Kindle E-Book Reader und Amazon Basics auch eigene Produkte bis hin zu Services im Bereich des Cloud Computings anbietet. Damit stellt das Unternehmen Speicher- und Rechenkapazitäten zur Verfügung, ein Leistungsangebot, welches zunächst niemand mit einem Online-Händler verbindet.

Somit ist es Amazon gelungen, die Wertschöpfungskette mittels Infrastrukturdienste wie Web-Services (AWS) und EC2 zu erweitern. Darüber hinaus werden sowohl dem Kunden, als auch den Anbietern Services auf allen Dimensionen angeboten, wie die vorherige Abbildung zeigt.

So steht die Nutzung des Amazon Marketplace sowohl dem Gewerbetreibenden, als auch dem Privatkunden offen.

Ein Privatkunde kann bekanntlich als Käufer auftreten. Hierbei erhält dieser als Kunde persönliche Kaufempfehlungen bzw. Cross-Selling Empfehlungen, die er sich mittels Amazon Prime bereits am nächsten Tag liefern lassen kann. Zudem hat ein Amazon®-Käufer auch die Möglichkeit eine eigene Wunschliste anzulegen oder Rezensionen über die Erfahrung mit einem gekauften Produkt zu verfassen.

Darüber hinaus kann ein Privatkunde jedoch auch als Anbieter auftreten und beispielsweise über den Amazon Marketplace neue oder gebrauchte Gegenstände verkaufen. Wichtig ist lediglich, dass der zu verkaufende Artikel bereits bei Amazon gelistet ist, da Privatkunden, entgegen von Gewerbekunden, keine individuellen Artikel in den Amazon Katalog listen können. Neben dem Marketplace bietet Amazon mit seinem Advantage Programm auch die Möglichkeit, eigene Titel in Form von Büchern, Hörbüchern, Musik-CDs, Video-DVDs, etc. durch einen Selbstverlag zu vertreiben.

Auf der Ebene der gewerblichen Kunden können diese sowohl als Käufer agieren und den Amazon Prime Service für deren Firmenkunden-Konto nutzen, um so die Transaktionskosten der Beschaffung zu senken.

Auf der Anbieterseite stehen den gewerblichen Kunden das gesamte Spektrum der Amazon Services vom Marketplace über die Fulfillment und E-Payment Services bis hin zu den vorgenannten Amazon Web Services sowie der Elastic-Compute-Cloud, auch Amazon EC2[1] genannt, zur Verfügung.

In der nächsten Woche wird
Teil 4: "Erfolgsfaktoren bei einer E-Commerce Existenzgründung mittels Amazon Marketplace” im Gründerlexikon veröffentlicht.


[1] Der Web-Service Amazon® Elastic Compute Cloud (Amazon® EC2) ermöglicht die Anpassung der Rechenkapazität in der Cloud. Es ist darauf ausgelegt, Entwicklern die Webskalierung der Rechenleistung zu erleichtern. Mit der einfachen Web-Service-Oberfläche von Amazon® EC2 können Sie mühelos Kapazität erhalten und konfigurieren. Sie ermöglicht Ihnen die vollständige Kontrolle über Ihre Rechenressourcen sowie die Ausführung auf der bewährten Rechenumgebung von Amazon®. Amazon® EC2 verringert die zum Erwerben und Booten neuer Server-Instanzen benötigte Zeit auf wenige Minuten. So können Sie die Kapazität entsprechend den Änderungen Ihrer Rechenanforderungen schnell in beide Richtungen skalieren. Indem Sie nur für die Kapazität zahlen, die Sie auch tatsächlich nutzen, verändert Amazon® EC2 die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Rechenoperationen. Amazon® EC2 bietet Entwicklern die Tools, um ausfallsichere Anwendungen zu erstellen und diese von üblichen Fehlerszenarien zu isolieren. 
(Quelle: aws.Amazon®.com/de/ec2/)

Auszug aus dem Buch "E-Commerce Existenzgründung mittels Amazon" von Markus Fost.

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