DIHK gegen geplante Mindestlohnregelung für Praktikanten

Der Vorschlag, auch Praktika mit einem Mindeslohn zu honorieren, stößt nicht überall auf breite Begeisterung. Die DIHK hat sich zum Beispiel deutlich dagegen ausgesprochen.

Bild: bbroianigo / pixelio.de

Bestimmte Praktika müssen von Zahlung ausgenommen werden

"Ist Inhalt eines Praktikums nicht die Erbringung einer Arbeitsleistung gegen Entgelt, sondern steht die Aneignung von Kenntnissen und Fähigkeiten durch den Praktikanten im Vordergrund, dann ist die Verpflichtung der Zahlung eines Mindestlohnes verfehlt", heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des DIHK gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Neben den verpflichtenden Praktika müssten zumindest alle freiwilligen Praktika, die im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums absolviert werden, vom Mindestlohn ausgenommen werden, so der DIHK. Praktika in Unternehmen dienten generell der Ausbildung und seien grundsätzlich als Lernangebote zu betrachten.

Angedacht ist, dass Praktikanten, die länger als sechs Wochen in einem Betrieb arbeiten, ein praktikum absolvieren, einen Stundenlohn von 8,50 Euro bekommen.

Zahl der Praktikumsstellen könnte sinken

Die geplante Regelung könnte nach Einschätzung des DIHK dazu führen, dass Unternehmen deutlich weniger freiwillige Praktika anbieten würden als bislang.

Das träfe insbesondere Studierende, da sich deren Chancen verringerten, frühzeitig praktische Erfahrungen zu sammeln. "Der Übergang vom Studium in die Praxis wird auf diese Weise erschwert. Schlechtere Einkommens- und Beschäftigungschancen für junge Akademiker – gerade aus weniger praxisnahen Studiengängen – wären am Ende die Folge."

Sie finden die "Stellungnahme zum Referentenentwurf der Bundesregierung eines Gesetzes zur Stärkung der Tarifautonomie", in der auch andere Aspekte der geplanten Mindestlohnregelung behandelt werden, rechts oben zum Download.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!