Die strengsten Finanzämter Deutschlands

Bereits im ersten Teil dieser Serie berichteten wir Ihnen über die Eckdaten einer Studie des Managermagazins Impulse, das einen umfangreichen Test über die Strenge der deutschen Finanzämter durchgeführt hat. Im nächsten Schritt möchten wir näher beleuchten, wie die Beurteilung überhaupt von statten ging.

Bild: moerschy / pixabay.com

Durchführung der Studie

Die Studie basiert auf einem einfachen Prinzip. Zu jedem Finanzamt wurden jeweils mindestens fünf örtliche Steuerberater befragt. Das hört sich zwar eigentlich nicht viel an – doch handelt es sich dabei insgesamt um weit über 2.000 Steuerberater. Diese vertreten in ihrer Gesamtheit etwa 400.000 deutsche Unternehmen.

Die Punktevergabe erfolgte nach folgendem Schema: Jeder Steuerberater erhielt 20 Aussagen zu ihrem Finanzamt. Sie hatten darüber zu entscheiden, ob sie auf ihr Finanzamt überhaupt nicht, mehr oder weniger oder absolut zutrafen. Jede Aussage war dabei bis zu 100 Punkte wert – je nach Einschätzung des jeweiligen Steuerberaters. Insgesamt konnte jede Behörde bis zu 10.000 Strenge-Punkte kassieren (100 Punkte pro Aussage = 2.000 Punkte x 5 befragte Steuerberater). Entsprechend dieser Strenge-Punkte wurde ein Ranking erstellt.

Die Ergebnisse

Dieses differenzierte Bewertungsschema hat dafür gesorgt, dass auch sehr eindeutige und aussagekräftige Ergebnisse erzielt werden konnten. So wird das Ranking der strengsten Finanzämter Deutschlands von der Finanzbehörde in Annaberg (Sachsen) angeführt – es hatte stolze 7.507 Strenge-Punkte erhalten. Auf dem zweiten und dritten Platz liegen die Finanzämter Schwerin und Mühlhausen in Thüringen.

Überraschend sind diese Ergebnisse eigentlich nur dann, wenn man sich die letzten Ränge ansieht. Auf dem drittletzten Platz liegt Backnang und auf dem vorletzten Rang logiert Hamburg. Das Schlusslicht bildet das Finanzamt Stuttgart III. Es hat gerade einmal 2.199 Strenge-Punkte kassiert und ist somit das nachgiebigste Finanzamt.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Finanzämter der neuen Bundesländer scheinbar wesentlich strenger beurteilen als die der alten Länder. In den Top 15 des Rankings befinden sich zehn ostdeutsche Behörden. Dies liegt vor allem daran, dass dort die Spielräume, die die Steuergesetze den Finanzbeamten lassen, nur selten zugunsten der Steuerpflichtigen ausgenutzt werden. Woran diese Häufung in den ostdeutschen Ländern liegt, ist unklar.

Das Ranking der Bundesländer

Aus den einzelnen Tests der 575 lokalen Finanzbehörden lässt sich auch ein Ranking der strengsten Bundesländer herausfiltern. Hier kommt die Auflistung (von streng nach nachgiebig):

  1. Mecklenburg-Vorpommern
  2. Sachsen
  3. Thüringen
  4. Hessen
  5. Sachsen-Anhalt
  6. Brandenburg
  7. Schleswig-Holstein
  8. Nordrhein-Westfalen
  9. Berlin
  10. Rheinland-Pfalz
  11. Saarland
  12. Niedersachsen
  13. Bremen
  14. Hamburg
  15. Bayern
  16. Baden-Württemberg

Erfahren Sie im nächsten Artikel dieser Serie, wie die Finanzämter auf diese Ergebnisse reagiert haben und was das alles für Sie bedeutet.

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