Die Deutsche Post AG kämpft mit erhöhtem Paketaufkommen

Erhöhtes Paketaufkommen – Dieses Phänomen ist den Paketdienstleistern schon aus dem jährlich wiederkehrenden Weihnachtsverkehr bekannt. Auch die Deutsche Post AG wird sich zusätzlich an ein erhöhtes Sendungsmengenaufkommen aufgrund deszunehmenden Internethandels gewöhnen müssen. Steigende Paketzahlen sind auch dringend erforderlich. Aufgrund des sinkenden Umsatzes im Brief-Bereich ist ein steigender Umsatz im Paket-Bereich nur wünschenswert.

Bild: Bubi / pixelio.de

Generelle Gründe für zunehmende Sendungsmengen

Das deutsche Kunden gerne online kaufen, ist bekannt. Dieses Kaufverhalten bringt aber die großen Paketdienstleister, wie beispielsweise die Posttochter DHL mit ihrer Paketlogistik unter Druck. Die großen Internethändler wie Amazon oder Zalando machen zunehmend Umsatz. Die Paketdienstleister werden sich entsprechend darauf einstellen müssen. So investiert die Deutsche Post AG bis zum Jahre 2013 / 2014750 Millionen Euro in den Ausbau der Sortierkapazitäten ihrer Pakettochter DHL. Diese sollen im Vergleich zu heute verdoppelt werden. Der starke Wachstum im Onlinehandel setzt den Marktführer Deutsche Post (zurzeit 39 % Marktanteil), aber auch ihre großen Konkurrenten wie GLS, DPD, Hermes, oder UPS unter Zugzwang. Auch die kleineren Mitbewerber wie beispielsweise ILOXX oder paket.ag werden sich etwas einfallen lassen müssen.

Seit der Jahrtausendwende ist das Paketaufkommen in Deutschland jährlich von 1,2 Milliarden auf zuletzt 1,8 Milliarden gestiegen. Alleine bei der Deutschen Post AG hat sich das Paketaufkommen im ersten Halbjahr 2011 um 10 % erhöht. Jürgen Gerdes, Konzernvorstand für das Brief- und Paketgeschäft, ist sich sicher, dass sich dieser Trend auch in der Folgezeit fortsetzen wird. Diese Einschätzung wird vomBundesverband Versandhandel bestätigt. Es wird davon ausgegangen, dass der Versandhandel dieses Jahr auf mindestens 32 Milliarden Euro wächst. Das sind circa 6 % mehr als im Vorjahr.

Vor- und Nachteile des steigenden Sendungsaufkommens

Die Vor- und Nachteile der steigenden Sendungsmengen für die Deutsche Post AG liegen auf der Hand. In erster Linie wird der Umsatz steigen. Andererseits muss beispielsweise mehr Personal in der stationären Bearbeitung und in der Zustellung eingesetzt werden. Unter Umständen müssen andere Zustellbezirke gebildet werden (höherer Verwaltungsaufwand). Nicht zuletzt spielen aber auch die Investitionskosten eine entscheidende Rolle.

Die Kunden müssen beispielsweise aufgrund der neuen Zusammenstellung der Zustellbezirke unter Umständen mit anderen Zustell- oder Abholzeiten ihrer Pakete rechnen.

Was passiert mit kleinen Online-Shops?

Da DHL, wie jedes Unternehmen, sehr Umsatzorientiert handelt, kann es sein, dass zukünftig nur noch große Unternehmen wie Zalando, Otto, Neckermann, etc., ihre Pakete über die Post versenden dürfen. Das bedeutet, dass sich kleinere Unternehmen jetzt schon über den Versand ihrer Päckchen Gedanken machen sollten. Welche Alternativen gibt es gegenüber DHL? Wie sind die Preise und die Qualität?

Preispolitik national

Grundsätzlich kann jede Privatperson und jeder Unternehmer Pakete auch in geringen Mengen in jeder Filiale der Deutschen Post AG abgeben, oder im Rahmen der Regelzustellung abholen lassen. Ein Päckchen bis maximal 2 Kilogramm wird in der Filiale mit 4,10 Euro und online mit 3,90 Euro abgerechnet. Ein Paket bis 10 Kilogramm kostet in der Filiale beispielsweise 6,90 Euro und online 5,90 Euro. Für ein Paket bis 20 Kilogramm muss man in der Filiale 11,90 Euro und online 10,90 Euro bezahlen.

Für Geschäftskunden können abweichende Preise entsprechend der eingelieferten Sendungsmenge vereinbart werden. Um Geschäftskunde zu werden, müssen bei der Deutschen Post AG mindestens 500 Pakete im Monat eingeliefert werden. Dementsprechend gelten bei den Geschäftskunden vertraglich festgelegt Mindestmengen und somit auch vereinbarte Mindest- beziehungsweise Pauschal- oder Staffelpreise.

Ein kleiner Onlinehändler der nur 3 bis 4 Pakete pro Tag versendet, ist mit der Preispolitik nach gewichtsunabhängigen Paketgrößen, wie sie beispielsweise Hermes, GLS, oder DPD anwendet, unter Umständen besser bedient. Diese haben eindeutig einen Wettbewerbsvorteil aufgrund ihrer einfachen und transparenten Preisgestaltung.

Hermes bietet zum Beispiel die Paketgröße “50 Zentimeter“, berechnet nach längster + kürzester Seite, schon ab einem Preis von 3,55 Euro bei Abrechnung über Online-Paketschein auf ebay beziehungsweise 3,65 Euro über Online-Paketschein an. Hierbei gilt Abgabe im Paketshop und Zustellung im Paketshop eigener Wahl. Etwas andere Preise gelten bei Hermes im nationalen Bereich bei Abgabe im Paketshop und Zustellung an der Haustür. Beispielsweise gilt bei der Paketgröße “50 Zentimeter“ ein Preis von 4,00 Euro mit Online-Paketschein beziehungsweise 4,30 Euro mit Paketschein. Die Paketgröße “> 80 Zentimeter bis 120 Zentimeter“ wird zu 8,90 Euro mit Online-Paketschein beziehungsweise 9,30 Euro mit Paketschein abgerechnet.

Bei GLS belaufen sich die Preise innerhalb Deutschlands je nach Paketgröße zwischen 4,10 Euro bis 15,30 Euro.

Recht umfangreich sind wir auch in unserer Serie www.gruenderlexikon.de/serie/dhl-das-marktbeherrschende-logistikunternehmen auf DHL und die Konkurrenzunternehmen eingegangen.

Problematik

Neben den steigenden Sendungszahlen aufgrund des zunehmenden Onlinehandels, sorgt der jährliche Weihnachtsverkehr in den Monaten November und Dezember generell für stark erhöhten Arbeitsaufwand bei den Paketdienstleistern. Im sogenannten Starkverkehr fallen erheblich mehr Sendungsmengen an als üblich. Erreichen der Kapazitätsgrenzen der Verteilanlagen, Urlaubssperren, vermehrter Personaleinsatz und Überstunden sind die Folge.

Daher unser Tipp:
Der Paketdienstleister sollte die Weihnachtspakete in der Regel spätestens am 20.12.2011 erhalten, um sie bis Heilig Abend national zustellen zu können.



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