Die Berechnung der Vorsteuerpauschale – Bemessungsgrundlagen

Als Grundlage für die Berechnung des pauschalen Vorsteuerabzuges gilt zum einen der für die Berufsgruppe angegebene Prozentsatz, zum anderen der Nettoumsatz, der in dieser Berufsgruppe im Jahr erzielt wurde. Zum Umsatz gehören alle Umsätze eingerechnet, die der Unternehmer erzielt hat. Dies gilt für umsatzsteuerpflichtige ebenso wie für umsatzsteuerfreie Leistungen.

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Eine Ausnahme bilden hier Umsätze, die gemäß Opens external link in new window§4, Nr. 21 UStG umsatzsteuerfrei sind wie die Leistungen als Lehrer oder Dozent. Umsätze, die durch den Verkauf des gesamten Betriebes erzielt wurden, dürfen nicht in den pauschalen Vorsteuerabzug mit einberechnet werden. Wird die Differenzbesteuerung im Unternehmen angewandt, dann zählt die Differenz zwischen Verkauf- und Einkaufspreis als Bemessungsgrundlage für den Umsatz.

Was es sonst noch in Sachen Differenz-Besteuerung zu beachten gibt, insbesondere, wenn es um Verkäufe bei ebay gibt, haben wir hier ausführlich beschrieben.

Eine Vorsteuerpauschale kann im Übrigen auch dann erhoben werden, wenn keine tatsächlichen Betriebsausgaben vorhanden sind oder keine Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer vorliegen. Weiterhin gilt für die Obergrenze des Nettoumsatzes, dass die Vorsteuerabzugspauschale auch dann angewandt werden darf, wenn der Umsatz im laufenden Jahr den Grenzwert überschreitet, da als Richtwert der Vorjahresumsatz herangezogen wird.
Umsätze, die aus folgenden Geschäftsvorgängen erzielt werden, dürfen nicht zum Nettoumsatz hinzugerechnet und damit auch nicht für den pauschalen Vorsteuerabzug in Ansatz gebracht werden:

  • Einfuhr und innergemeinschaftlicher Erwerb von Gegenständen
  • Geld- und Kreditgeschäfte
  • Verkauf von Grundstücken
  • Versicherungsleistungen
  • Unterricht

Unternehmer mit verschiedenen Betriebszweigen

Häufig gibt es innerhalb eines Unternehmens mehrere Geschäftsfelder, die möglicherweise nicht alle für den pauschalen Vorsteuerabzug zugelassen sind. Hier gibt es, je nach Berufszweigen verschiedene Varianten:

  • Sind alle ausgeübten Tätigkeiten in der Opens external link in new windowAnlage zur UStDV zu finden und überschreiten dies Tätigkeiten nicht den maximalen jährlich zugelassenen Nettoumsatz, darf für jede Tätigkeit der angegeben Vorsteuerabzug pauschal getätigt werden. Arbeitet man zum Beispiel hauptberuflich als Bautischler und übt eine Nebentätigkeit als Schriftsteller aus, können für beide Berufe die jeweiligen Vorsteuerpauschalen angesetzt werden.
  • Ebenfalls möglich ist der pauschale Abzug, wenn nur ein Teil der Tätigkeiten zum Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen berechtigt ist. In diesem Fall werden die Betriebskosten zugeordnet und für den zur Pauschale berechtigten Anteil am Umsatz kann der vereinfachte Abzug angewandt werden. Für die weiteren Umsätze muss die herkömmliche Umsatzsteuerberechnung zum Ansatz kommen. Stammen allerdings mindestens 75% des Umsatzes aus der zum pauschalen Vorsteuerabzug berechtigten Tätigkeit, dann darf die Pauschale der Haupttätigkeit angewandt werden. Im Einzelhandel wird dieser Prozentsatz mit 50% angesetzt.

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