Der Privatpatient: Versicherter 2. Klasse?

Wer kennt das nicht, ein Medikament wird vom Arzt verschrieben, anschließend geht man zur Apotheke und holt sich das selbige dort ab. Für den gesetzlich Versicherten Unternehmer ist das in der Regel recht unkompliziert, so auch der Gang zum Arzt und die dortigen Untersuchungen.

Bild: Margot Kessler / pixelio.de

Auch wenn immer auf die privat Versicherten Patienten geschimpft wird, die würden früher einen Arzttermin bekommen, bessere Medikamente erhalten und überhaupt zu vorkommender und qualitativ hochwertiger betreut werden, so möchte ich nun doch auch mal eine Lanze für die Privatpatienten brechen. Denn Privatpatient zu sein, heißt nicht gleichzeitig, auch immer das Beste zu bekommen. Wahrlich nicht, denn was im Bereich der Privatversicherten an Bürokratie für den Unternehmer abverlangt wird ist schon eine wahre Wonne. Ich möchte das an einem Schaubild erläutern. 

Doch zuvor die Abwicklung bei einem gesetzlich Versicherten: 

  • Gang zum Arzt
  • Chipkarte vorlegen
  • Untersuchung
  • angeschlossene Labore werden beauftragt (etwa mit der Analyse von Blutwerten oä.)
  • Ausstellen eines Rezepts
  • Patient holt Medikamente in Apotheke und zahlt eine Zuzahlung, fertig

Alle notwendigen Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung automatisch an den richtigen Adressaten überwiesen. Der gesetzlich Versicherte Unternehmer hat keinerlei zeitliche Aufwendungen für Überweisung und den Versand von Rechnungen. 

Die Abwicklung bei einem Privatpatienten bisher

Ablauf für privat Versicherte bei einem Artztbesuch, bisher
  • Gang zum Arzt
  • Untersuchung
  • angeschlossene Labore werden beauftragt (etwa mit der Analyse von Blutwerten oä.)
  • Ausstellen eines Rezept
  • Patient holt Medikamente in der Apotheke und bezahlt den vollen Rechnungsbetrag
  • Einreichen der Quittung der Apotheke, das Rezept, die Arztrechnung und die Rechnung des Labors bei der privaten Krankenversicherung
  • Unternehmer überweist die Arzt- und die Laborrechnung von seinem Konto
  • Erstattung durch die Krankenkasse uf das Konto des privat versicherten Unternehmers

Da ich persönlich auch privat versichert bin und dann und wann einen Arzt nutze, Medikamente verschrieben bekomme und daher auch oben beschriebenen Ablauf einhalten muss, habe ich mir zur Optimierung dieses Kreislaufs folgendes überlegt: 

Die Abwicklung bei einem Privatpatienten künftig

Ablauf für privat Versicherte bei einem Artztbesuch, neu
  • Gang zum Arzt
  • Untersuchung
  • angeschlossene Labore werden beauftragt (etwa mit der Analyse von Blutwerten oä.)
  • Ausstellen eines Rezept
  • Patient holt Medikamente in der Apotheke und bezahlt den vollen Rechnungsbetrag
  • Einreichen der Quittung der Apotheke, das Rezept, die Arztrechnung und die Rechnung des Labors bei der privaten Krankenversicherung
  • private Krankenkasse überweist die Arzt- und die Laborrechnungen in Höhe des Rechnungsbetrags
  • Krankenkasse erstattet dem Versicherten die verauslagten Beträge für Barzahlung bei Apotheke
  • private Krankenkasse zieht ggf. per Lastschrift nicht erstattungsfähige Leistungen vom Konto des Unternehmers ein, was auch mit Apothekenrechnung verrechent werden kann

Wäre es nicht ein super Service von einer privaten Krankenversicherung, wenn sie die Fakturierung, Überwachung und Überweisung der eingereichten Rechnungen des Privatpatienten übernimmt? Die private Krankenkasse muss ohnehin die eingereichten Rechnungen mit dem Krankenversicherungstarif des Versicherten abgleichen und eine Auswertung erstellen. Nun könnte doch die private Krankenversicherung auch die vorliegenden Rechnungen in der Höhe im Auftrag des Versicherten überweisen und entsprechende Differenzen dem Versicherten vom Konto abbuchen. Somit hätte der Versicherte keinerlei zeitliche Aufwendungen für Überweisung. Es wird quasi von der Krankenversicherung ein zusätzlicher Überweisungsservice geboten, was letztlich auch ein Vermarktungsvorteil der Krankenversicherung gegenüber anderen am Markt befindlichen privaten Versicherungen darstellen kann. 

Hier meine Vorstellungen in einer Präsentation verfasst. (Google Drive Dokument, Kommentare sind freigegeben) 

Ärtzte sind zu doof von meinem Konto abzubuchen

Ich persönlich würde diesen Service auf jeden Fall nutzen, denn mich regt einfach nur die regelmäßige Bürokratie durch Ärzte, Labor und Krankenkassen auf. Wenn ich dazu noch die technische Nichtbereitschaft von Ärzten erleben muss, die nicht einmal in der heutigen Zeit einen Lastschriftauftrag ausführen können, womit mir als Unternehmer ja eigentlich auch schon geholfen wäre, sträuben sich mir schlichtweg nur die Nackenhaare. Da wird mir von einem Arzt gesagt: "Wie kann ich denn Ihren Rechnungsbetrag von Ihrem Konto einziehen, der ist doch bei jeder Rechnung anders?" Da schüttelt man dann nur noch den Kopf und sagt: "Ich überweise es Ihnen wie gewohnt."Durch meine mehrjährigen Beobachtungen in diesem Marktbereich habe ich auch festgestellt, dass Ärzte und Labor überhaupt nicht bereit sind oder ein wahres Interesse haben, einen zusätzlichen Dienst oder eine Dienstleistung dem Privatpatienten gegenüber zu erbringen, sei es nur das Anbieten des Lastschriftverfahrens. Wobei der Lastschrifteinzug noch das geringste dabei wäre. Wie man aber erhöhte Gebühren und Faktoren ermittelt und der privaten Krankenkasse über den Patienten in Rechnung stellt, dass braucht man denen nie erklären. Das funktioniert von ganz allein.  

gesetzliche und private Patietnen profitieren

Durch den Überweisungsservice der PKV könnte ein geballter Druck auf die Zunft der Weißkittel erzeugt werden, was vielleicht auch besser Qualität, kürzere Wartenzeiten, optimiertere Terminvergabe, bessere Diagnosen und Indikation uvam. nicht nur für Pirivatpatienten zur Folgen haben würde. Frei nach dem Motto: "Wer keine gute Arbeit leistet, der bekommt sein Geld später oder mit Abzügen." - der Patient könnte sich auch mal über seine Krankenkasse beschweren, was dem Artzt direkt über seine nächste Rechnung angetragen wird. Auch hier nach dem Motto: "Wer schmlampert bekommt eins auf die Finger." 

Also liebe private Versicherungsgesellschaften

Nutzt doch meine Anregung einfach mal dazu, um gegebenenfalls diesen zusätzlichen Service für eure geschätzten Privatpatienten einzurichten und hebt euch einfach damit von der Konkurrenz ab. Vielleicht gewinnt Ihr dadurch auch viele neue Versicherte, die das wiederum durch positive Empfehlung honorieren. Mir würde es auf jeden Fall sehr helfen, meine regelmäßige Bürokratie um einiges zu minimieren. Außerdem würde durch diesen Druck der Privatversicherungsgesellschaften die Bereitschaft bei Ärzten und Labor wahrscheinlich auch um einiges erhöht werden, Lastschrifteinzug oder ähnliche Maßnahmen einzurichten und damit dem Lauf der Zeit zu folgen, fortschrittlich zu arbeiten.Vielleicht ist dann der Privatpatient am Ende wirklich ein bevorzugter Patient, weil er sich auch selbst so fühlt und nicht schon wieder an die nächste Überweisungsaktion denkt und den ewigen Papierkrieg.


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