Bewirten richtig abrechnen

Wer einen Geschäftspartner oder Kunden aus einem betrieblichem Anlass bewirtet, kann 70 Prozent der Ausgaben steuerlich absetzen. Voraussetzung ist, dass der Beleg oder die Quittung richtig ausgefüllt ist. Der Bundesfinanzhof hat jetzt in einem aktuellen Urteil erneut klargestellt, worauf dabei zu achten ist.

Bild: Bons Tim Reckmann / pixelio.de

Essen gehen und Steuern sparen

Bewirtungskosten sind Ausgaben oder Aufwendungen für die Verköstigung von Personen, mit denen man beruflich zu tun hat. Speisen und Getränke müssen dabei im Vordergrund stehen. Nebenleistungen wie Trinkgelder oder Kosten für eine Garderobenabgabe gehören ebenfalls dazu. Auch Genussmittel wie beispielsweise Zigaretten sind absetzbar. 

Formal gelten einige Regeln

Wer eine Quittung bei der Steuer abrechnen möchte, kann keine einfache Quittung oder Rechnung einreichen. Die Quittung des Restaurants oder Cafés muss maschinell erstellt sein. Hier ein Beispiel. Auch handschriftliche Quittungen erkennt das Finanzamt nicht an. Außerdem

müssen zusätzlich noch folgende Angaben aus der Quittung hervorgehen:

  • Ort

  • Tag

  • Teilnehmern

  • Anlass der Bewirtung sowie

  • Höhe der Aufwendungen

Eine weitere wichtige regel des Finanzamtes ist, dass bei der Überschreitung der sogenannten Kleinbetragsrechnung von 150 € die Angaben zum Rechnungsempfänger hinfällig sind, soweit die Bewirtung mit Kreditkarte gezahlt wurde und somit die wirtschaftliche Belastung des Steuerpflichtigen hervorgeht.

Nimmt ein Ehepartner an dem Essen teil

Nimmt eine Ehepartner an einem Geschäftsessen teil, ist bei der steuerlichen Absetzung folgendes zu beachten:

  • ist der Ehepartner Mitinhaber des Unternehmens kann ein anteiliger Abzug als Betriebsausgabe erfolgen

  • ist der Ehepartner im Unternehmen angestellt, ist ein anteiliger Abzug als Betriebsausgabe, sofern eine berufliche Beziehung zu den eingeladenen Gästen besteht, möglich

  • nimmt der Ehepartner als Privatperson ohne betriebliche Veranlassung teil, ist kein Abzug als Betriebsausgabe möglich 

Sind sämtliche formalen Voraussetzungen erfüllt, steht dem anteiligen Betriebsausgabenabzug nichts mehr im Wege. Im Rahmen der Buchführung daran sind noch Vorkehrungen zu treffen, dass die Aufwendungen für die Bewirtung von Personen aus geschäftlichem Anlass einzeln und gesondert erfasst werden. Jedes "vernünftige" Buchhaltungsprogramm sieht hierfür ein Sonderkonto vor.

Es ist praktisch und sinnvoll, die erforderlichen Angaben noch an Ort und Stelle in der Gastwirtschaft direkt auf der Quittung zu vermerken, da die Finanzverwaltung vorschreibt, dass diese Angaben zeitnah gemacht werden müssen.

Haben Sie alle Formalitäten erfüllt, so steht der Anerkennung der Kosten nichts im Wege. Beachten Sie aber, dass Sie insgesamt nur 70% der Kosten geltend machen können. 30 Prozent betrachtet das Finanzamt unabhängig von der Gesamtsumme quasi als "Eigenanteil" nach § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG. Immerhin können Gewerbetreibende die Vorsteuer aus der Bewirtungsquittung in voller Höhe abzieh



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