Azubo.de – rückwärts geht´s auch

Nach einem verpassten Auktionsende entstand bei vier Telekom-Azubis die Idee, eine Online-Auktion zu erstellen, bei der die Preise sinken statt zu steigen. Dem theoretischen Teil folgte der praktische. Nach erfolgreichen Testläufen wurde aus der anfänglichen Projektarbeit ein eigenständiges Unternehmen, das am 12. November 2003 online ging. Nach mehr als einem Jahr, zählt Azubo aktuell zu den erfolgreichsten Verfolgern des Marktführers ebay. Diese Auktionsform wird auch Countdown- oder Reverseauktion genannt. Sie hat den Vorteil, dass ein Hochtreiben des Preises nicht mehr möglich ist, da der Preis in errechneten Abständen fällt.

Bild: www.azubo.de

Der Verkäufer hat darüber hinaus die Kontrolle über den möglichen Endpreis der Waren. Diesen kann er nämlich festlegen und muss auf diese Weise nicht zu einem Schnäppchenpreis verkaufen. Allerdings ist es auch nicht möglich eine absoluten Traumpreis zu erzielen, den man nie für möglich gehalten hätten, denn der Startpreis wird vom Verkäufer festgelegt. Ab diesem Preis geht’s nur noch Berg ab, so dass ein unverhoffter Gebotskampf á la eBay nie zustande kommen kann. Also eher ein Auktionshaus für risikoscheuere Verkäufer. Das spiegelt sich allerdings auch in den Gebühren von Azubo wieder.

Das Einstellen von Artikel ist komplett kostenfrei. Für den erfolgreichen Verkauf berechnet Azubo zwischen 2,5 und 5,0 % des Verkaufspreises. Für die meisten Hervorhebungsoptionen werden separat Gebühren berechnet. Der User bei Azubo erst als Verkäufer agieren, wenn er seine Bankdaten durch eine Testbuchung mit 0,01 € abgleichen lässt. Andernfalls können lediglich Käufe über Azubo getätigt werden. Personen unter 18 Jahren können auf azubo.de überhaupt nicht handeln, also weder kaufen noch verkaufen.

Azubo bietet neben dem gewöhnlichen Verkauf und der Abwicklung eine Postleitzahlsuche, ein Forum, eine gut sortierte Hilfe und viele weitere Funktionen. Im Ganzen erscheint die Benutzerfreundlichkeit bei Azubo sehr gut zu sein, logisch geordnet mit nützlichen Funktionen. Der Benutzer findet sich schnell zurecht. Azubo bietet leider kein Offlinetool zum Erstellen und Hochladen von Artikeln mehr an. Es wird an dieser Stelle auf die Auktionsabwicklungen durch afterbuy, auktionsmaster und Co. verwiesen. Azubo bietet ein Rund – um – Service an, welcher allerdings auf Partner verweist, die in Sachen Versand, Abwicklung, Design oder Treuhandservice behilflich sein können, so dass der „Rund – um – Service“ eigentlich einer Zusammenstellung von Werbepartner gleichkommt.

Besonders auffällig ist der „Deal der Woche“. In diesem Angebot werden auf der Startseite immer sehr lukrative und ausgefallen Artikel vorgestellt. So konnte der Auktionsinteressierte schon ganze Einfamilienhäuser zum Preis von 163.200 € ersteigern. Dabei viel der Preis stündlich um 23.304 € dem Endpreis von 1 € entgegen. Wer die schwächsten Nerven hatte erhielt schließlich den Zuschlag. Ein sehr nützliches Tool ist die Funktion „Future Watch“, welches bei einer erfolglosen Suche nach einem Produkt verwendet werden kann, um nach einer Auktion mit bestimmten Merkmalen oder Suchbegriffen zu suchen, auch wenn es diese noch gar nicht gibt. Der Benutzer wird per eMail informiert, wenn ein derartiger Artikel eingestellt und angeboten wird. Das Bewertungssystem bei Azubo ist sehr viel detaillierter als das bei einigen anderen Internetauktionshäusern. Es gliedert sich in die Bereiche „Bewertung als Käufer“ und „Bewertung als Verkäufer“. Der Bewertende bekommt jeweils drei Fragen gestellt, welche nach der Beantwortung zu einem Bewertungsergebnis führen. Darüber hinaus kann ein Kommentar abgebeben werden. Alles in allem ist Azubo ein durchaus gelungenes Internetauktionshaus, welches durch immer neue Ideen der jungen Geschäftsführung ein sehr großes Potential beherbergt. 

Zur Website des Dienstleisters: www.azubo.de



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