Auswirkung der Griechenlandhilfe auf Unternehmer

Immer wieder wurde in den vergangenen Monaten darauf vertraut, dass die griechische Finanzkrise durch die massive Unterstützung der europäischen Staaten eingedämmt werden könnte. Leider zeigt sich in den letzten Wochen, dass Griechenland nicht in der Lage sein wird, seine Probleme von selbst in den Griff zu bekommen. Doch wie könnte die Lösung aussehen und welche Konsequenzen würden die Alternativen auch auf deutsche Unternehmer haben.

Bild: OpenClipartVectors / pixabay.com

Schuldenschnitt eine häufig diskutiere Alternative

Der teilweise Erlass der griechischen Schulden ist die in der letzten Zeit am häufigsten genannte Alternative. Dabei würden die Gläubiger griechischer Staatspapiere teilweise auf die Rückzahlung der Schulden verzichten. Da zwischenzeitlich die Mehrheit der griechischen Staatsanleihen von den privaten Geldinstituten verkauft wurden, hätte ein solcher Schuldenschnitt auf die privaten Banken nur geringe Auswirkungen, da der damit verbundene Abschreibungsbedarf in den Bilanzen marginal ausfallen dürfte. Somit wären auch die Auswirkungen auf die Kreditvergabe und die zu zahlenden Zahlen zu vernachlässigen. Allerdings dürfte sich mittelbar für die Banken ein Problem auftun.

Anhaltende Griechenlandkrise heizt langfristig die Inflation an

Wird allerdings nicht mittelfristig eine belastbare Lösung für die Griechenlandkrise gefunden, dürfte ein weiterer Verfall des Euros die Folge sein. Zwar ist das Verhältnis zum Dollar aktuell in etwa gleich geblieben, was aber in erster Linie mit den eigenen Problemen der amerikanischen Volkswirtschaft zu tun hat. Tatsächlich steht der Euro gegenüber dem Schweizer Franken deutlich schlechter dar, als noch vor Beginn der Krise. Mit dem Verfall des Euros werden langfristig Inflationsängste erzeugt, die dann in höhere Zinsen münden. Genau hier liegt für die exportorientierte deutsche Industrie das Problem.

Zinsen steigen - der Euro verfällt

Durch die anhaltende Inflation könnte die EZB gezwungen sein, die aktuell niedrigen Zinsen zu erhöhen um damit die Inflation wieder zu stoppen. Dadurch dürfte für deutsche Unternehmen die Finanzierung wiederum schwieriger werden, da die Banken sich wiederum über die EZB refinanzieren und somit bei einer Erhöhung der Leitzinsen auch höhere Refinanzierungskosten haben, die an die Unternehmen weitergegeben werden. Somit dürften die Zinsen für Unternehmen langfristig steigen. Eine andere Gefahr ergibt sich aus einem möglichen verfallenden Euro. Auch hier würde ein stark Exportorientiertes Unternehmen durch ungünstige Wechselkurse weniger erlösen, anderseits besteht die Möglichkeit diese Wechselkursschwankungen durch Kurssicherungsgeschäfte zu stützen.

Fazit

Sollte die Griechenlandkrise und der damit verbundene Vertrauensverlust in den Euro nicht in absehbarer Zeit gelöst werden, droht mittelfristig eine inflationäre Tendenz mit steigenden Zinsen für die Unternehmen. Ob dieses Szenario wirklich wahr wird, hängt allerdings von den Entscheidungen der kommenden Wochen und Monaten ab.



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