Aushilfen, Minijob & Co.: Personalkosten sparen für Gründer

Wenn die Geschäftsidee aufgeht und das Geschäft anläuft, kommt ein Existenzgründer schnell an seine Grenzen. Doch gleich eine Vollzeitkraft einstellen? Das gibt die finanzielle Situation dann doch meistens noch nicht her. Es gibt jedoch eine Alternative: Aushilfen.

Bild: Petra Bork / pixelio.de

Vorteile der Arbeit mit Aushilfen

Mit Aushilfen haben Sie die Möglichkeit, die Arbeitszeit nach Bedarf einzuteilen und somit flexibel auf Auftragsspitzen zu reagieren. Zudem können Sie statt einer Vollzeitkraft mehrere Aushilfen einstellen und so mehrere Fachbereiche abdecken. Aushilfsjobs werden bezüglich der Sozialabgaben und Besteuerung bevorzugt behandelt, sodass sich für Sie die Einstellung von Aushilfskräften immer lohnt.

Finanzielle Ersparnis durch die Einstellung von Aushilfen

Auf den ersten Blick kann es doch gar nicht günstiger sein, mehrere Mitarbeiter statt einem einzustellen. Anhand einer Beispielrechnung lässt sich dies jedoch einfacher betrachten. Vergleichen wir die Einstellung von vier Minijobbern mit 40 Stunden im Monat und eine Vollzeitkraft mit 160 Stunden pro Monat. Hierfür nehmen wir an, dass der Mitarbeiter netto 10 Euro pro Stunde verdienen möchte.

Personalkosten für vier Minijobber

40 Std. à 10 Euro = 400 Euro

400 Euro Lohn
+ 52 Euro Krankenversicherung
+ 60 Euro Rentenversicherung
+ 8 Euro Pauschalversteuerung
= 520 Euro Personalkosten

Wenn wir diese Kosten mit vier Mitarbeitern multiplizieren, erhalten wir Gesamtkosten in Höhe von 2.080 Euro für vier Minijobber.

Personalkosten für eine Vollzeitkraft

160 Std. à 10 Euro = 1.600 Euro

1.600 Euro Lohn
+ 116,80 Euro Krankenversicherung
+ 15,60 Euro Pflegeversicherung
+ 156,80 Euro Rentenversicherung
+ 24,00 Euro Arbeitslosenversicherung
1.913,20 Euro Personalkosten

Es erscheint nun auf den ersten Blick so, als wäre die Vollzeitkraft für Sie günstiger. Allerdings ist zu beachten, dass bei der Vollzeitkraft auch Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung anfallen, in diesem Fall 331,60 Euro. Diese mindern das Einkommen des Mitarbeiters auf nur noch 1.268,40 Euro, was einem Stundenlohn von 7,92 Euro entspricht. Also müssen Sie für eine Vollzeitkraft für dieselbe Arbeit einen höheren Monatslohn vereinbaren, um den gewünschten Stundenlohn zu erzielen. Wir führen daher die Berechnung erneut mit einem Monatslohn von 2.000 Euro durch:

160 Std. à 12,50 Euro = 2.000 Euro

2.000 Euro Lohn
+ 146,00 Euro Krankenversicherung
+ 19,50 Euro Pflegeversicherung
+ 196,00 Euro Rentenversicherung
+ 30,00 Euro Arbeitslosenversicherung
2.391,50 Euro Personalkosten

Bei dieser Konstellation hat Ihr Mitarbeiter Abzüge in Höhe von 414,50 Euro, verdient netto 1.585,50 Euro und erzielt einen Stundenlohn von akzeptablen 9,91 Euro. Allerdings steigen für Sie die Personalkosten für Sie stark an und liegen nun über 300 Euro höher als bei der Variante mit vier Minijobbern.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten

Natürlich gibt es nicht nur die Möglichkeit, eine 400 Euro-Kraft einzustellen. Flexibel agieren können Sie mit auch durch:

  • befristete Arbeitsverhältnisse
  • Probearbeitsverhältnisse
  • Midijobs (Gleitzonenregelung zwischen 400,01 und 800 Euro)
  • kurzfristige Beschäftigungen

Wichtig ist allerdings, dass Sie dabei immer die rechtlichen Regeln der jeweiligen Beschäftigungsform einhalten. Sobald Ihr Arbeitnehmer im Minijob auch nur einen Cent über 400 Euro liegt, liegt rechtlich ein Midijob vor und die Sozialabgaben erhöhen sich. Gleiches gilt für die kurzfristige Beschäftigung. Sobald Sie Ihren Arbeitnehmer mehr als 50 Tage im Jahr beschäftigen, entsteht ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mit allen damit einhergehenden Personalkosten.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!