ABM bei der KfW-Bank? Abmahnungen an KfW-Berater

Es scheint fast so, als hätte die KfW-Bank nichts mehr zu tun. Anders können wir es uns nicht erklären, dass die Bank offenbar einige Mitarbeitern damit beschäftigt, sich neue, nutzlose Formalitäten auszudenken und die in der Kfw-Beraterbörse gelisteten Berater zu ärgern. Doch einmal zurück auf Anfang.

Bild: www.kfw.de

Was bisher geschah…

Es scheint, als wären wir inmitten eines Szenarios in einer Daily Soap. Eben ist noch alles in Ordnung. Ich bin in der KfW-Beraterbörse gelistet und nutze diesen Umstand natürlich auch, um für meine Dienstleistung als Existenzgründerberater zu werben. Doch plötzlich ist alles anders: Schon vor einiger Zeit flatterte mir ein Schreiben der KfW-Bank ins Haus, mit dem sie mich abmahnte. Wie sich zeigen sollte, war dies nur der erste Brief von vielen.

Abmahnung, die erste: Das Logo

Der Vorwurf der ersten Abmahnung war noch nachvollziehbar: Ich hatte das Logo der KfW-Bank auf meiner Beratungswebsite verwendet, um dadurch deutlich zu machen, dass ich in der KfW-Beraterbörse gelistet bin. Die Bank warf mir eine Irreführung vor, da der Eindruck entstehen könnte, ich wäre die Kfw-Bank. Diesen Vorwurf konnte ich gerade noch nachvollziehen, zumal es tatsächlich schon einmal vorgekommen war, dass ich wegen eines Fördermittelantrags kontaktiert wurde. Ich entfernte das Logo und dachte, das Thema wäre erledigt. Doch natürlich war das noch nicht alles.

Abmahnung, die zweite: Die Bezeichnung

Es verging einige Zeit ohne weitere Vorkommnisse. Schließlich flatterte erneut ein Schreiben ins Haus. Der Vorwurf: Ich hatte eine Berufsbezeichnung verwendet, die die Bank als unzulässig ansah. Von unlauterem Wettbewerb war die Rede. Um derartigen Problemen zukünftig aus dem Wege zu gehen, erkundigte ich mich beim zuständigen Ansprechpartner danach, welche Bezeichnung denn zulässig sei. Ich erhielt die Aussage, dass ich mich als „zugelassener KfW-Berater“ bezeichnen dürfe.

Ich änderte also die Bezeichnung auf meiner Website und sah die Sache als erledigt an. Kosten waren glücklicherweise keine angefallen, da den Abmahnungen keine Kostennote beigefügt war. Doch das Schauspiel geht weiter!

Abmahnung, die dritte: Und wieder die Bezeichnung

Kaum zwei Monate ist es her, dass ich eine dritte Abmahnung erhielt. Auch dieses Mal wurde mir wieder unlauterer Wettbewerb vorgeworfen, weil ich eine irreführende Berufsbezeichnung verwendet haben sollte. Es wurde abgemahnt, dass ich mich als „Kfw-Berater“ bezeichnet hatte.

Sie erinnern sich sicher: Nach der vorigen Abmahnung wurde mir genau diese Bezeichnung als korrekt bestätigt.

Zusätzlich wurde bemängelt, dass im Lexikon des Gründerlexikons der Begriff „KfW-Berater“ falsch erklärt wäre. Ich rief erneut beim zuständigen Ansprechpartner an und fragte nach. Die Bezeichnung „zugelassener Kfw-Berater“ wurde als unzulässig deklariert. Stattdessen sollte ich mich als „in der Kfw-Beraterbörse gelistet“ bezeichnen.

Daraufhin habe ich auf meiner Beraterwebsite alle Verbindungen zur KfW-Bank gelöscht, um zukünftig von dieser Willkür und weiteren Abmahnungen verschont zu bleiben. Den Lexikoneintrag ziert jetzt ein Zitat des Ansprechpartners, der die Bank in seinen Worten erklärte.

Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bei der KfW-Bank?

Offenbar sitzen bei der KfW-Bank Mitarbeiter vor ihrem Computer, surfen durch das Internet und überprüfen, ob sich nicht irgendwo irgendwer aus welchen Gründen auch immer mit der falschen Bezeichnung betitelt, nur um anschließend eine Abmahnung zu verschicken. Dabei schrecken sie nicht davor zurück, sich ständig etwas Neues auszudenken, sodass die eingetragenen Berater auch ja keine Chance haben, sich auf etwas einzustellen.

Die KfW-Bank hat sich jetzt scheinbar darauf spezialisiert, so viele öffentliche Gelder wie möglich zu verschleudern. Spätestens seit im November 2008 bekannt wurde, dass die Bank durch Fehlinvestitionen 288 Mio. Euro in den Sand gesetzt hatte (Bericht in der Süddeutschen Zeitung), zweifelt man ohnehin an der Kompetenz der Führungsriege der Bank. Die Pflicht zur Vorlage von Referenzen für KfW-Berater (das Gründerlexikon berichtete bereits hier) ist ein Denkmal an die Bürokratie, das seinen gewünschten Zweck völlig verfehlt. Und der neueste Coup ist es nun also wohl, rechtliche Schritte gegen die KfW-Berater einzuleiten und sie wegen Lächerlichkeiten wie falscher Bezeichnungen abzumahnen.

Aufruf an alle KfW-Berater!

Wir können Ihnen nur empfehlen, Ihre eigene Website zu überprüfen, ob auch Sie sich vielleicht an irgendeiner Stelle mit einer „falschen“ Bezeichnung betiteln, die Ihnen nach Ansicht der KfW nicht zusteht. Fragen Sie ggf. direkt bei der Bank nach und lassen Sie sich schriftlich bestätigen, welche Bezeichnung in Ordnung ist.

Außerdem würde uns interessieren, wie viele weitere KfW-Berater von diesen Abmahnungen betroffen sind. Wir gehen fest davon aus, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt, sondern viele KfW-Berater eine Abmahnung erhalten haben. Wenn Sie auch betroffen sind, schreiben Sie uns einen Kommentar, wir sind gespannt auf Ihren Beitrag.

P.S.: Übrigens ist die KfW-Bank schon des Öfteren negativ aufgefallen, wie Sie aus unserer Berichterstattung ersehen können:



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