Erzeugnisse-fertige-unfertige

Unfertige Erzeugnisse sind noch nicht fertiggestellte Produkte, die aus Roh- oder Hilfsstoffen hergestellt wurden und für die weitere Bearbeitung vorgesehen sind. Unfertige Erzeugnisse haben den Fertigungsprozess noch nicht vollständig durchlaufen und werden deswegen auch Halbfabrikate, Zwischen- oder Halberzeugnisse, Vor- oder Zwischenprodukte genannt.

Fertige Erzeugnisse sind Produkte, die vom Unternehmen produziert worden sind und für den Verkauf auf dem Markt oder dem Selbstverbrauch im Betrieb bestimmt sind. Fertige Erzeugnisse haben den Fertigungsprozess bis zum Ende durchlaufen und werden deshalb auch Fertigfabrikate oder Fertigerzeugnisse genannt.

Bewertung von fertigen Erzeugnissen

Eine Bewertung der Fertige Erzeugnisse kann wie gewohnt nach den jeweiligen Herstellkosten erfolgen. Dies kann bei einer Serienfertigung für alle Produkte einheitlich geschehen. Bei einer Auftragsfertigung muss hingegen ein geeigneter Weg zur jeweiligen Kostenermittlung gefunden werden. Zur Übersichtlichkeit werden für Fertigerzeugnisse Stücklisten angelegt. Diese helfen nicht nur bei der Kostenbewertung sondern auch bei der Fertigungssteuerung und der Materialbedarfsplanung.

Bewertung von unfertigen Erzeugnissen

Eine Bewertung der nach Vollkostenrechnung erfolgt zu vollen Herstellkosten und damit auch zu anteiligen Fixkosten. Werden unfertige Erzeugnisse hingegen nach Teilkostenrechnung bewertet, so werden lediglich die variablen Kosten angerechnet.

Um die Herstellkosten besser auf die unfertigen Erzeugnisse zuordnen zu können, sollten diese in reinen Bestandskonten erfasst werden und dann mit den Herstellkosten belastet werden. Da in kleineren Betrieben meist keine Bestandskonten für unfertige Erzeugnisse geführt werden, zeigt der Saldo der benutzten gemischten Konten den Bestand an unfertigen Erzeugnissen auf.

Bei einer mehrstufigen Fertigung können zudem Probleme in der Abgrenzung von Rohstoffen, unfertigen Erzeugnissen und fertigen Erzeugnissen entstehen. Ein Betrieb kann sowohl unfertige Erzeugnisse produzieren um sie weiterzuverarbeiten oder aber auch um sie zu verkaufen. Er kann aber diese Erzeugnisse auch einkaufen um ein Fertigerzeugnis daraus herzustellen. Deshalb ist eine sorgfaltige Buchführung zum genauen Abgrenzen von fertigen und unfertigen Erzeugnissen nötig.

Fertige und unfertige Leistungen

Analog zu den unfertigen Erzeugnissen existieren auch unfertige Leistungen. Dies sind erbrachte Leistungen, die noch nicht als Forderung darstellbar sind, da sie noch nicht verkaufsfertig sind. Dies trifft z.B. auf Architekten zu deren Arbeit noch nicht abgenommen wurde. Wie bei den unfertigen Erzeugnissen sind bereits Kosten entstanden und Leistungen wurden erbracht, nur die Marktfähigkeit fehlt. Nach der Abnahme besteht eine fertige Leistung und damit eine Forderung für den Architekten.

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