Der Traum vom eigenen Hotel - selbständig in der Tourismusbranche

Ein eigenes Hotel zu eröffnen, ist für viele ein Lebenstraum. Ein solches Vorhaben verlangt aber nicht nur starkes persönliches Engagement, sondern bedeutet auch ein hohes finanzielles Risiko. Damit das Ganze ein Erfolg wird, ist ein gutes Konzept notwendig und darüber hinaus sollten einige wesentliche Dinge beachtet werden. 

Das eigene Hotel: mieten, pachten oder kaufen?

Im ersten Schritt machen Sie sich Gedanken darüber, ob Sie das Hotel mieten, pachten oder kaufen wollen. Der Unterschied zwischen einem Hotel mieten oder pachten ist dann wichtig, ob Sie das Gebäude inklusive Inventar, wie beispielsweise Möbel, Küche usw. übernehmen möchten ode leer. Wenn Sie das Inventar mit übernehmen, dann sollten Sie das Hotel pachten. Denn nur dann dürfen Sie - vereinfacht ausgedrückt - die Einnahmen, die Sie mit dem Hotel erzielen, auch behalten. Daher ist die Pacht in der Hotellerie sowie Gastronomie die Regel.

Sie können natürlich auch ein bereits vorhandenes Hotel kaufen. Falls Sie noch kein konkretes Objekt im Blick haben, finden Sie dazu Angebote auf eBay, immobilienscout24 und anderen speziellen Portalen. Der Hotelkauf ist ohne Frage ein deutlich größeres finanzielles Risiko. Da Sie vermutlich nicht gleich eine ganze Hotelkette kaufen können, besteht dann auch ein sogenanntes Klumpenrisiko. Denn Sie investieren sehr viel Geld in nur ein einziges Objekt, von dem Sie dann abhängig sind. Daher ist zu Beginn die Pacht eines Hotels oder einer Pension häufig die bessere Wahl.

Hotel übernehmen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge

In diesem Zusammenhang noch eine interessante Idee. Manchmal ist ein Hotel aus Altersgründen abzugeben. Hier könnten Sie das Hotel übernehmen, indem Sie quasi die Unternehmensnachfolge antreten. Der Vorteil kann darin liegen, dass das Geschäft bereits gut läuft und Sie sich im besten Fall nur noch “ins gemachte Nest” setzen brauchen. Dabei müssen Sie nicht immer gleich das gesamte Unternehmen komplett kaufen. Sie könnten sich mit den aktuellen Eigentümern auch so einigen, dass Sie ihnen über einen gewissen Zeitraum eine Beteiligung am Gewinn zukommen lassen. Sie haben eine ganze Reihe an vertraglichen Gestaltungsspielräumen, sofern die Eigentümer natürlich damit einverstanden sind.

Der Businessplan - ohne ihn geht nichts

Wie bei jeder Existenzgründung, braucht man auch im Hoteleriegewerbe einen entsprechenden Businessplan. Dieser enthält neben der konzeptionellen Planung auch die Finanzierung und die Kalkulation der Kostendeckung. Da im Businessplan der aktuelle Stand der Finanzen dargestellt wird, gibt er Banken oder anderen möglichen Investoren Aufschluss darüber, wie sich die geplante Unternehmung entwickeln soll.

Obwohl ein Businessplan natürlich einige Dinge immer beinhalten muss, wie soeben gezeigt, so gibt es in puncto Hotellerie einige Besonderheiten zu beachten. Zum Beispiel müssen Sie darlegen, wie hoch die aktuelle Auslastung ist - sofern das Hotel bereits besteht. Wer sind die Kundengruppen? Befindet sich das Hotel in einer eher touristischen Lage oder sind viele Geschäftsreisende bzw. Zeitarbeiter dort Kunden? Gibt es womöglich bereits Verträge mit Firmen, die ihre Angestellten im Hotel unterbringen? Gibt es saisonale Schwankungen? Wenn ja, welche und wie ausgeprägt?

Welche Faktoren, die Sie als Unternehmer nicht in der Hand haben, könnten dazu beitragen, dass in Zukunft mehr oder weniger Gäste kommen? Darunter fallen zum Beispiel Investitionen der Stadt in den Tourismus. Liegt das Hotel zum Beispiel in der Nähe eines Flughafens und die Fluggäste sind seit Jahren rückläufig, so wird sich das unweigerlich auch auf Ihr Hotel auswirken, sofern Reisende Ihre Hauptkundengruppe sind. Das alles geht natürlich auch schon mit der Standortanalyse einher. Aber diese Punkte sollten Sie eben auch in Ihren Businessplan mit aufnehmen.

Wenn Ihr Hotel eher auf Touristen und mehrtägige Aufenthalte ausgerichtet ist, dann sollten Sie auch darlegen, mit welchen Maßnahmen Sie Ihr Hotel in Zukunft attraktiver machen wollen bzw. was bereits sogenannte “Alleinstellungsmerkmale” sind.

Wenn Sie das Hotel erst neu eröffnen möchten, dann müssen Sie eine ganze Menge Überzeugungsarbeit leisten und gute Argumente vorbringen, um Banken und Kreditgeber zu überzeugen.

Standortanalyse

Zunächst beginnt man damit, den zukünftigen Hotelstandort in Hinblick auf die Zahl der zu erwartenden Übernachtungsgäste zu analysieren. Sind in der Nähe interessante Sehenswürdigkeiten, Gastronomiebetriebe, ein Messegelände, große Firmen oder viele Einkaufsmöglichkeiten vorhanden, ist eine gute Auslastung sehr wahrscheinlich. Aber auch eine komfortable Verkehrsanbindung kann für den Erfolg entscheidend sein.

Wie bereits im Punkt Businessplan erwähnt, sollten Sie sich umfassend Gedanken zu Ihren Kunden machen. Denn im Gegensatz zu einem Produkt, welches Sie im Internet verkaufen können, ist der Standort hier von zentraler Bedeutung. Denn wahrscheinlich kommen Ihre Kunden in erster Linie nicht, um unbedingt Ihr Hotel endlich mal sehen zu können, sondern weil Sie dort in der Nähe etwas zu tun haben, ihren Urlaub verbringen möchten oder dergleichen.

Kostenanalyse

Wenn die Standortfaktoren passen, gilt es, das Hotel zu konzeptionieren und die entstehenden Kosten zu analysieren. Wer selbst baut, muss mit einem wesentlich höheren finanziellen Aufwand rechnen, als wenn ein bestehender Hotelbetrieb übernommen und eventuell umgebaut wird. In beiden Fällen sollte man über ausreichend Eigenkapital verfügen, da sich Banken immer nur mit einem Teilbetrag an einem solchen Vorhaben beteiligen. Bei der Kalkulation müssen außerdem die späteren Fixkosten und der Personalbedarf berücksichtigt werden. In einer sogenannten Gewinn- und Verlustrechnung sollte man anschließend die erwarteten monatlichen Ausgaben den zu erwartenden monatlichen Einnahmen gegenüberstellen.

Egal ob Sie das Hotel erweitern, umbauen oder einfach wie ist es erstmal übernehmen möchten, empfehle ich Ihnen, unbedingt Kostenvoranschläge einzuholen. Erfahrungsgemäß sind Unternehmer in dieser Beziehung meist etwas ungeduldig und wollen sofort starten. Doch durch das Einholen von Kostenvoranschlägen und dem anschließenden Vergleich, lässt sich eine Menge Geld sparen. Das ist umso wichtiger, da die Existenzgründung mit einem Hotel ohnehin schon sehr finanzintensiv ist.

Personalmanagement

Sie werden das Hotel höchstwahrscheinlich nicht allein führen können. Es sind einfach zu viele Arbeiten vonnöten. Abgesehen von einer umfassenden zeitlichen Präsenz im Hotel - insbesondere am Empfang - müssen Reinigungs- und Küchenarbeiten, Hausmeistertätigkeiten, Büro- & Behördengänge usw. erledigt werden. Dazu brauchen Sie Personal. Vielleicht können Sie das Hotel noch im Rahmen eines Familienbetriebs führen. Aber auch dann gilt ein effektives Mitarbeiter- und Personalmanagement als Schlüssel zum Erfolg.

An dieser Stelle wieder der Hinweis auf saisonale Schwankungen. Dementsprechend müssen Sie auch die Arbeitsverträge mit Ihren Mitarbeitern gestalten.

Gesetzliche Auflagen einhalten

Zur Realisierung eines Neubaus müssen bei den Behörden im Vorfeld verschiedene Genehmigungen eingeholt werden. Auch wenn man einen bereits bestehenden Betrieb pachet, sind ebenfalls eine Reihe von gesetzlichen Auflagen zu erfüllen. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch Ihre Zulassungsvoraussetzungen prüfen. Ein Hotel ist ein erlaubnispflichtiges (konzessionspflichtiges) Gewerbe, wenn darin eine öffentlich zugängliche Schank- und Speisewirtschaft eröffnet werden soll. Hier benötigen Sie unbedingt eine Schanklizenz vom zuständigen Gewerbeamt. Zudem müssen Hotelgründer einen Unterrichtungsnachweis der Industrie- und Handelskammer vorzeigen können, der bestätigt, dass sie dort an Kursen zu lebensmittel- und hygienerechtlichen Bestimmungen in der Gastronomie teilgenommen haben. Ferner ist es notwendig, sich über die verschiedenen arbeitsschutzrechtlichen und sicherheitstechnischen Auflagen bereits im Vorfeld ausreichend zu informieren.

Keine Werbung - keine Gäste

Um sich über eine gute Auslastung des Hotels freuen zu können, sollte man schon vor der Eröffnung werblich aktiv werden. Eine ansprechende Homepage mit Buchungsmöglichkeit ist heutzutage Voraussetzung. Außerdem kann man sich im Internet auf allen relevanten Reiseportalen registrieren, mit Reisebüros sprechen oder sich nahegelegenen Großunternehmen als Businesshotel empfehlen. Auch günstige Eröffnungsangebote oder eine Einweihungsparty sind von Vorteil.

Welche Möglichkeiten des Marketings Sie nutzen, müssen Sie individuell entscheiden. Offline-Werbung, wie soeben besprochen, ist sicher hilfreich. Auf jeden Fall sollten Sie aber online vertreten sein. Das liegt schon allein daran, dass die meisten Kunden vor ihrer Reise buchen. Es gibt natürlich auch Kunden, die sich erst vor Ort informieren, dann aber ebenfalls meist über Internet. Daher empfehlen Ihnen folgende Möglichkeiten zu nutzen:

  • Eigene Webseite mit ansprechenden Bildern und Buchungsmöglichkeit
  • Bei Google Maps; immer mehr Nutzer suchen vor Ort mittels Google Maps nach Hotels
  • Vergleichsportale wie booking.com, check24 usw.

Erfolgsfaktor Gästezufriedenheit

In jedem Hotel sollten der Gast und seine Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Dazu gehört nicht zuletzt eine ansprechende Möblierung, auch eine passende textile Ausstattung, wie kuschelige Handtücher, schöne Bett- und gepflegte Tischwäsche gehören zu einem gepflegtem Ambiente dazu. Damit sich der Gast tatsächlich wohlfühlt, muss er selbstverständlich freundlich umsorgt werden und alles sollte reibungslos funktionieren. Deshalb wird nur ein Hotelbesitzer erfolgreich sein, der Organisationstalent besitzt und es versteht, sein Personal entsprechend zu motivieren.

Meine Name ist Torsten Montag, ich bin Betriebswirt, Internetcoach und betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. Ich werde Ihnen durch meine Artikel den richtigen Weg als Unternehmer zeigen. Sollten Sie Fragen haben, kommen Sie gern in die Gründerlexikon Facebook Gruppe - dort erhalten Sie unbürokratische Hilfe.