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Neugründung - freiberuflich oder gewerblich selbständig?

Existenzgründer, die nachhaltig mit der Absicht Gewinn zu erzielen tätig sind, sind nachweislich Selbständig. Der Gründer muss nun prüfen zu welcher Gewinneinkunftsart seine Tätigkeit zugeordnet werden kann. Sollte der Gründer die Gewinneinkünfte aus Land- und Forstwirtschaft und aus selbständiger Tätigkeit ausschließen, erwirtschaftet er Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass der Gründer verschiedenen Tätigkeiten nachgeht, die steuerlich unterschiedlich behandelt werden. Ein Beispiel für eine sogenannte gemischte Tätigkeit ist ein EDV-Dozent der auch Hardware verkauft oder PC-Einrichtungen und Reparaturen anbietet.

Kein Gewohnheitsrecht bei der Zuordnung der Einkunftsart

Das Finanzamt ermittelt die Besteuerungsgrundlage, zu der auch die Einkunftsart gehört, immer nur für ein Jahr. Unternehmer können aus einer jahrelangen Zuordnung zu einer bestimmten Einkunftsart kein Gewohnheitsrecht ableiten. Stellt das Finanzamt im Einklang mit den steuerlichen Vorschriften nach Jahren der freiberuflichen nun gewerbliche Einkünfte fest, muss der Unternehmer diese Entscheidung in der Regel akzeptieren. Auswirkung hat diese Umqualifizierung der Einkünfte für Unternehmer deren Einkünfte über dem Gewerbesteuerfreibetrag liegen. Und das um so mehr, da nicht nur das zurückliegende Steuerjahr betroffen sein kann, sondern alle Steuerjahre, in denen noch kein bestandskräftiger Steuerbescheid vorliegt.

Freiberufler haben Vorteile?

Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit erzielen Unternehmer, deren Tätigkeiten im § 18 EStG aufgeführt sind. Weit verbreitet ist unter Gründern die These, dass Freiberufler enorme Vorteile gegenüber Gewerbetreibenden besitzen. Diesen vermeintlichen Vorteilen möchten wir nachfolgend auf den Grund gehen.

Freiberufler können stets eine Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellen

Ein Freiberufler kann seine Gewinnermittlung immer durch die Einnahmen-Überschuss- Rechnung (EÜR) ermitteln. Der gewerblich Tätige muss dafür gewisse Grenzen einhalten. So darf der Jahresumsatz nicht über 500.000,- EUR und der Gewinn nicht über 50.000,- EUR pro Jahr liegen. Erst bei einer Überschreitung der Grenzen ist der Gewerbetreibende zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet.

Istbesteuerung bei Freiberuflern wird nicht von der Umsatzhöhe beeinflusst

Freiberufler können auf Antrag die Erhebungsmethode der Istbesteuerung wählen. Diese Möglichkeit steht auch den gewerblich Tätigen offen. Gewerbetreibende dürfen im Gegensatz zu den Freiberuflern den Jahresumsatz von 500.000,- EUR nicht überschreiten um die Istbesteuerung anwenden zu können.

Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer

Freiberufler müssen keine Gewerbesteuererklärung abgeben und zahlen keine Gewerbesteuer. Gewerbetreibende hingegen müssen Gewerbesteuer zahlen, wenn der erwirtschaftete Gewerbeertrag den Freibetrag von 24.500,- EUR übersteigt.

Fazit

Bewegen sich kleinere Unternehmen innerhalb der o.g. Umsatz- und Gewinngrenzen, hat die Zuordnung als Gewerbetreibender keinen Nachteil. Die eventuell zu zahlende Gewerbesteuer ist auf die persönliche Einkommenssteuerschuld des Unternehmers anrechenbar und hat damit ihre abschreckende Wirkung zu einem großen Teil verloren.

Das sollten Sie auch zur Kenntnis nehmen:

Leserfragen zum Thema Neugründung

Selbstständig im Gewerbe und freiberufliche Tätigkeit möglich?

Guten Tag, ich bin augenblicklich bereits selbstständig tätig. Ich bin in einer GbR zusammen mit einem Kollegen gleichberechtigter Inhaber undGeschäftsführer eines Handwerksbetriebes. Wir produzieren vornehmlich Schilder, Fahrzeug- und Objektbeschriftungen und wickeln mittels Zuliefererfirmen auch die meisten anderen Aufträge zur Realisation von Werbemitteln ab.

Da wir unseren Schwerpunkt in der Produktion haben, ich jedoch sehr engagiert im Bereich der Gestaltung bin, möchte ich mir als freiberuflicher Gestalter ein zweites Standbein aufbauen, um vor allem auch ein erfüllteres berufliches Dasein zu führen...

So könnte ich freiberuflich gestalterische Arbeiten anbieten und nach Kundenrücksprache gleich ein unverbindliches Angebot mit dem Handwerksgewerbe für die Umsetzung machen und auf diesem Weg für Neukunden und zusätzliche Aufträge im Betrieb sorgen.

Die freiberufliche Tätigkeit sollte unter Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung geschehen, so dass die Rechnungen ohne MwSt. ausgewiesen werden, diese aber auch nicht beim Finanzamt geltend gemacht werden kann.

Steht diesem Vorhaben etwas entgegen bzw. welche Folgen sind zu beachten?

Ich bin freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Wenn ich es richtig verstehe, wird sich diese durch ein gesteigertes Einkommen erhöhen.
Auf der Webseite www.drweb.de hab ich jedoch folgenden Satz entdeckt: „Ihre Beiträge erhöhen sich durch Ihre Nebeneinkünfte zum Glück nicht. Selbstständige sind nämlich nicht versicherungspflichtig“.
Dies gilt nur für Arbeitnehmer, die sich nebenberuflich selbstständig machen, oder?
Des Weiteren habe ich im Bezug auf die Vorgaben von Krankenkassen gelesen, dass eine Nebentätigkeit nicht mehr als 15 Std. pro Woche beanspruchen darf.

Auf den Betrieb würde die freiberufliche Tätigkeit keinen Einfluss haben, richtig?
Gewerbesteuer, Beiträge für Handwerkskammer, IHK, Berufsgenossenschaft etc. werden von einer freiberuflichen Tätigkeit des Inhabers/Geschäftsführers nicht beeinflusst. Oder liege ich hier falsch?

Außerdem bin ich über diesen Satz gestolpert, dessen Relevanz mir (in meinem Fall) nicht ganz klar ist.

„Die Gesamteinkünfte aus selbstständiger Arbeit plus Einkommen aus unselbstständiger Arbeit dürfen 35.000 Euro (70.000 Euro bei Zusammenveranlagung) nicht überschreiten.“

Antwort

Hallo, du hast die Möglichkeit, mehrere Einkommensquellen zu nutzen.

Einmal aus unselbständiger Arbeit, aus Vermietung und Verpachtung, aus Kapitalanlagen, aus selbständiger Arbeit (Handwerk), aus selbständiger Arbeit (freiberuflich z.B. Autor oder etwas anderes) und so manche andere noch mehr, die ich jetzt nicht aufführen will. Es geht ums Prinzip.

Also "ja" - Du kannst Gewerbe und Freiberufler unter einem Hut vereinbaren. Allerdings wird dir Dein Steuerberater sagen, dass Du unterschiedlich getrennte Aufzeichnungen vornehmen musst. Bei Deiner Ekst kommt das wieder unter eine Nummer. Aber das sind steuerrechtliche Angelegenheiten, die du dort bitte klären musst.

Hoppla "Nebentätigkeit" (15 Std.) Eine Nebentätigkeit gilt als solche nur für "Nichtselbständig Tätige", die in einem Anstellungsverhältnis stehen.
Du bist in Deinen Handwerksberuf "selbständig" tätig und erweiterst Dein Betätigungsfeld um eine zusätzliche, freiberufliche, selbständige, weitere Tätigkeit.

Nein, auf Deinen Handwerksbetrieb hat die freiberufliche Tätigkeit keinen weiteren Einfluss.

Zu deinem letzten Absatz kann ich Dir nicht viel sagen, da solltest Du den Steuerberater mal konsultieren.

Ansonsten gebe ich Dir abschließend noch einen kleinen Literaturtipp mit den wichtigsten Inofrmationen bei Start eines Gewerbes und einer freiberuflichen Tätigkeit.

Existenzgründung - Fakten & Grundsätzliches - 2. Auflage - ISBN 978-3-938684-07-8 . Mache Dich einfach mal kundig. Lese das Inhaltsverzeichnis unter http://www.uvis-verlag.de/uv5100.htm. Sicherlich bekommst Du viele Anregungen.

Zum Thema Freiberufler haben wir einen schönen Artikel verfasst:

Wie unterscheidet sich der Freiberufler vom Gewerbetreibenden FAQ 18

Bitte einfach informativ lesen. Auch von mir der Tipp und Hinweis, Bitte in dieser Angelegenheit unbedingt einen Steuerberater befragen, es kann sonst teuer werden und wie immer im Leben gilt auch hier: Unwissenheit schützt Vorstrafe nicht.

Kleingewerbe oder freiberuflich?

Hallo, auf der Suche nach brauchbaren Infos bezüglich Kleingewerbe bin ich erst auf ein paar Fragen und dann auf dieses Forum gestoßen.

Ich bin im November 07 nach 9 Jahren nochmal Mutter geworden, und kann daher nicht arbeiten gehen. Da ich aber nicht nur untätig da sitzen will, habe ich vor ein Kleingewerbe anzumelden. Kleingewerbe allein schon deshalb, weil ich ganz gerne in der Krankenversicherung meines Mannes bleiben möchte.

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich überhaupt unter Kleingewerbe falle, oder eher unter freiberuflich. Denn ich möchte mich mit meiner Handarbeit (häkeln,stricken,weben), Malerei und Bastelei selbstständig machen. Vielleicht auch den ein oder anderen Häkel- oder Bastelkurs anbieten.

Nun weiss ich aus meiner Ausbildung zur Bürokauffrau noch dunkel, das es in künstlerischen und unterrichtenden Bereichen eine Sonderregelung gibt, eben die freiberufliche Schiene. Allerdings hab ich die noch nicht ganz begriffen!

Auch bin ich nicht ganz dahinter gestiegen, wie ich ohne Ausweisung der Umsatzsteuer eine Rechnung schreiben kann/soll die mein Gegenüber gegebenenfalls selbst einreichen kann?! Und wie diese Rechnung mir dann in meiner Steuererklärung weiterhilft.

Antwort

Hallo,

Ich bin im November 07 nach 9 Jahren nochmal Mutter geworden

Wir gratulieren und wünschen Ihnen und dem Baby samt Vater alles gute.

ob ich überhaupt unter Kleingewerbe falle, oder eher unter freiberuflich

Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun. Freibrufliche Tätigkeiten sind im EStG erfasst. wer da nicht drin steht, kann auch nciht freiberuflich tätig sein.
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html

Denn ich möchte mich mit meiner Handarbeit (häkeln,stricken,weben), Malerei und Bastelei selbstständig machen.

Das könnte eine freiberufliche tätigkeit sein, wenn das finanzamt es als künstlerische tätigkeit einstuft.

Auch bin ich nicht ganz dahinter gestiegen, wie ich ohne Ausweisung der Umsatzsteuer eine Rechnung schreiben kann

Siehe Vorlage unter:
www.gruenderlexikon.de/checkliste/fuehren/rechnungen-schreiben/rechnungen-vorlage/

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