Schritt für Schritt auf dem Weg zum Franchisenehmer

Sie haben sich bereits einen ersten Überblick über Opens internal link in current windowFranchising als Strategie zur Existenzgründung verschafft. Wenn Sie dieses Konzept grundsätzlich als für Sie geeignet erachten, sollten Sie sich nun genauer vor Augen führen, welche Schritte Sie auf dem Weg zum Franchisenehmer befolgen sollten, um eine professionelle Gründung zu ermöglichen.

Lesen Sie meine Antworten zu folgenden Fragen:

1. Schritt: Die Voraussetzungen prüfen

Zunächst sollten Sie prüfen, ob Sie selbst bereit sind, Franchisenehmer zu werden. Es handelt sich dabei nämlich um eine ganz besondere Situation: Sie sind zwar einerseits selbstständiger Unternehmer, der sowohl rechtlich als auch finanziell für den Betrieb geradestehen muss. Gleichzeitig sind Sie allerdings in verschiedensten Bereichen in Hinblick auf Ihre Entscheidungen durch den Franchisegeber eingeschränkt. Je nach Vertrag macht dieser beispielsweise Vorgaben zu Marketingaktivitäten oder Schulungsmaßnahmen, die Sie auch dann akzeptieren müssen, wenn Sie damit nicht einverstanden sind.

2. Schritt: Franchisesysteme finden und vergleichen

Im nächsten Schritt sollten Sie sich mit den bestehenden Franchisesystemen beschäftigen. Wenn Sie sich bereits für eine bestimmte Branche interessieren, beispielsweise für die Fitnessbranche oder die Gastronomie, können Sie direkt die verschiedenen Systeme in der Branche miteinander vergleichen. Fehlt Ihnen hingegen noch die zündende Idee, können Sie sich einfach von den Angeboten im Netz inspirieren lassen. Mögliche Quellen sind beispielsweise Franchising-Portale oder Verbände in diesem Bereich. Wie Sie passende Unternehmen und Systeme finden, habe ich für Sie in einem gesonderten ausführlichen Artikel im Gründerlexikon zusammengefasst.

gründerlexikon tipp

Diese Leistungen sollten beim Franchising geboten werden

Franchising wird immer häufiger als attraktive Möglichkeit der Existenzgründung angesehen. Natürlich kann Franchising sinnvoll sein, wenn denn das dahinter stehende System stimmt. Die meisten Franchising-Systeme sind übrigens im Einzelhandel angesiedelt, seien es nun Restaurantketten oder ganze Ketten für Automobilbedarf. Aus diesem Grund zielen die wichtigsten Punkte, die ein gutes Franchising-System bieten sollten, auch immer ein wenig in Richtung Einzelhandel.

alle Premiuminhalte inkl.
interaktive Checkliste als Gründungshilfe
9,95 € einmalig (kein Abo)
paypal express button gründerlexikon premium Jetzt diesen und alle weiteren Premiuminhalte für einmalig 9,95 € kostenpflichtig bestellen! »

3. Schritt: Franchisesystem prüfen

Finden Sie heraus, ob ein Franchisesystem zu Ihnen passt. Hierfür können Sie unter anderem folgende Kriterien heranziehen:

  • Marktsituation
  • Wettbewerber
  • Gebühren für den Franchisenehmer
  • Verdienstmöglichkeiten
  • durchschnittliche Dauer der Anlaufzeit bzw. bis zum Erreichen des Break-Even
  • Marketingmaßnahmen
  • Gründungszeitpunkt
  • Image des Unternehmens
  • Erfahrung des Managements
  • Größe des Filialnetzes
  • persönliche Identifikation mit dem Unternehmen
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Serviceleistungen
ein wort aus dem lexikon wird hier erklärt

Was ist der break even?

Mit dem Break Even lässt sich darstellen, ab welcher Menge ein Produkt rentabel, d. h. gewinnbringend gefertigt werden kann. Dabei werden die zu produzierende Stückzahl und die für diese Produktion notwendigen Kosten (fixe + variable) herangezogen.
Es wird dabei jene Produktionsmenge ermittelt, an dem Erlös und Kosten gleich und der Gewinn demzufolge = Null ist.
Sowohl Gesamtkosten als auch Gesamterlös lassen sich mittels linear steigenden Geraden darstellen. Der „Break Even“ ist der Punkt, an dem die Gewinn-Gerade die Kostengerade schneidet.


chart break even darstellung


Die gleiche Analyse kann für die Entscheidung herangezogen werden, ob bestimmte Teile selbst gefertigt oder bei Fremdanbietern eingekauft werden sollten. Dazu sind Einkaufspreise bzw. Herstellkosten im Verhältnis zur benötigten Menge einzubeziehen.

4. Schritt: Kontakt aufnehmen

Wenn Sie ein Unternehmen gefunden habe, das Ihnen zusagt, sollten Sie Kontakt aufnehmen. Nur im direkten Gespräch finden Sie heraus, ob Sie sich als Franchisenehmer mit dem jeweiligen Unternehmen identifizieren können und ob die Zusammenarbeit vertrauensvoll und auf Augenhöhe erfolgt. Zusätzlich können Sie Messen und Branchenevents nutzen, um mit zukünftigen Kollegen oder auch mit Wettbewerbern ins Gespräch zu kommen. So erfahren Sie Nützliches über Ihre zukünftige Branche und über die interne Zusammenarbeit im Franchiseunternehmen.

5. Schritt: Finanzierbarkeit klären

Sie sollten nun klären, inwiefern Sie das Unternehmen finanzieren können. Die Investitionskosten machen gewöhnlich den größten Posten aus und decken die initialen Kosten für den Bau und die Ausrüstung des Geschäfts sowie für die erste Ausstattung mit Waren ab. Hinzu kommt außerdem eine laufende Franchise-Gebühr, die häufig prozentual vom Nettoumsatz berechnet und monatlich fällig wird. Die Einstiegsgebühren werden nur einmal bei der Aufnahme der Geschäftsbeziehung fällig. Sie decken die Kosten, die dem Franchisegeber beispielsweise für die Entwicklung des Geschäftskonzepts oder für die Erstellung von Marktanalysen entstehen.

Die meisten Franchisegeber geben in Ihren Angeboten zumindest eine grobe Orientierungshilfe über die Höhe der Gebühren an. So können Sie bereits im Vorfeld prüfen, ob Sie die erforderlichen Mittel aufbringen können. Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch Ihr Eigenkapital. Während es nur vergleichsweise wenige Franchisesysteme gibt, für die überhaupt kein Eigenkapital erforderlich ist, erwarten viele Franchisegeber eine bestimmte Eigenkapitalquote. Häufig bewegt sie sich zwischen 20 und 40 Prozent. Für die restlichen Kosten benötigen Sie eine Finanzierung, sei es über Bankkredite oder Investoren oder über die Fördergelder, die allen Existenzgründern zustehen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.

6. Schritt: Den Franchisevertrag prüfen

Sobald Sie sich entschieden haben, Franchisenehmer zu werden, können Sie sich mit dem Franchisegeber über den Franchisevertrag unterhalten. Dieser hält die Rechte und Pflichten beider Seiten ebenso fest wie die Gebühren, die Vertragsdauer, die Modalitäten der Verlängerung und weitere Eckdaten der Zusammenarbeit. Opens internal link in current windowWie der Franchisevertrag aussehen sollte, lesen Sie in einem gesonderten Artikel.

passfoto torsten montag

Weitere wichtige Fragen zum Franchise

"Häufig fragen die Gründer gezielt nach den Opens internal link in current windowVor- und Nachteilen des Franchisings, wo passende Opens internal link in current windowAngebote zum Franchising zu finden sind, aber auch wie man Opens internal link in current windowFranchisegeber werden und ob man Opens internal link in current windowFranchise auch ohne Eigenkapital nutzen kann. Im nächsten Artikel sehen wir uns zunächst einige Opens internal link in current windowBeispiele für Franchising Unternehmen genauer an. Ich möchte Ihnen zeigen, wie unterschiedlich diese gestaltet sein können."

Diese Aspekte lassen auf unseriöse Franchise-Unternehmen schließen

Werden Sie kein Franchisenehmer von solchen Firmen!

 

1. Neue Franchise-Systeme

Am Anfang ist es immer schwierig, aber wenn ein Franchise-System noch sehr neu ist, sollten Sie Vorsicht walten lassen. Aufgrund der geringen Erfahrungswerte sind keinerlei Möglichkeiten gegeben, sich vom Erfolg des Konzepts zu überzeugen. Sie laufen damit stets Gefahr, mit Ihrer Selbstständigkeit zu scheitern. Setzen Sie besser auf langjährig erprobte Franchise-Systeme.

2. Kein Einblick in Pilotprojekte

Verlangen Sie unbedingt Einblick in Pilotprojekte und deren Zahlen. Wenn Franchisegeber diese nicht offen legen wollen, meiden Sie dieses System. Denn die wichtigsten Zahlen und auch wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollten Sie anhand eines Pilotprojektes in jedem Fall überprüfen können.

3. Fehlende Referenzen

Wenn Sie sich für ein Franchise-System interessieren, bei dem Sie keine Referenzen von anderen Franchisenehmern erhalten, lassen Sie die Finger davon. Sie sollten mehrere Franchisenehmer unabhängig befragen können. Nur so können Sie von deren Erfahrungen profitieren und überlegen, ob dieses Franchise-System wirklich das Richtige für Sie ist.

4. Fehlende Unterlagen

Ebenso wenig empfehlenswert ist der Abschluss eines Franchise-Vertrages, wenn kein Handbuch und keine Checkliste vorhanden ist. Mit recht einfachen Mitteln kann man diese wichtigen Unterlagen erstellen und sie gewähren wichtige Hinweise, wie in welchen Situationen zu verfahren ist. Seriöse Franchise-Systeme werden solche Unterlagen stets griffbereit haben.

5. Zu wenig Zeit

Last but not least: Lassen Sie sich niemals unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, sowohl die Zahlen des Franchise-Systems zu überprüfen, als auch die vertragliche Gestaltung. Holen Sie sich hierzu Hilfe von einem Fachanwalt.

Sie sehen, es gibt noch viel zu erfahren, viel Spaß also beim Lesen!

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

Gründerlexikon
Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!
-Anzeige-
Meine Checkliste
Zu viele Schritte?