Finanzierungsbedarf für Export-Vorhaben

Sobald Sie Ihren Opens internal link in current windowZielmarkt im Ausland gefunden haben und erste Opens internal link in current windowGeschäftsgespräche geführt haben, die Ihre Pläne konkreter werden lassen, sollten Sie sich auch über den Finanzierungsbedarf für Ihr Export-Vorhaben Gedanken machen. Auf den ersten Blick scheint die Finanzierungsplanung hier ähnlich wie bei einem regionalen Geschäft auszusehen – Sie brauchen ein Lager, Waren und Personal. Dennoch gibt es hier einige Kostenpositionen, die Sie zusätzlich berücksichtigen sollten.

Zusätzliche Kosten im Exportgeschäft

Natürlich trifft nicht jede der folgenden Kostenpositionen auch auf jede Art von Geschäft zu. Dennoch sollten Sie die Liste kurz durchgehen, um sicherzustellen, dass Sie nichts vergessen:

  • Transportkosten: Transportkosten haben Sie natürlich auch im Binnengeschäft. Allerdings kostet der Transport länderübergreifend deutlich mehr, besonders wenn Sie in ein weit entferntes Land exportieren (z. B. anderer Kontinent).
  • amtliche Gebühren: Nachdem Sie Ihr Unternehmen in Deutschland ganz normal betreiben, werden Sie hier mit den üblichen amtlichen Gebühren belegt. Zusätzlich kann es aber notwendig werden, auch im Ausland ein Gewerbe o. ä. anzumelden, was mit den entsprechenden Gebühren einhergeht.
  • Steuern: Als in Deutschland ansässiger Unternehmer führen Sie auch im Inland Ihre Steuern ab. Eventuell müssen Sie aber im Ausland eine ausweichende Behandlung der Mehrwertsteuer oder andere Steuerarten berücksichtigen, die es in Deutschland überhaupt nicht gibt.
  • Lagerkosten: Im Regelfall benötigen Sie neben Ihrem Hauptlager im Inland auch ein Nebenlager im jeweiligen Land, damit Sie nicht jedes bestellte Stück einzeln ins Ausland ausliefern müssen. Dieses zieht neben Mietkosten auch Personalkosten und Versicherungsbeiträge nach sich.
  • Berater: Kalkulieren Sie vorsichtshalber ein höheres Budget für Berater ein. Sind Marktanalysen, Zielgruppenbetrachtungen und ähnliche Themen schon im Inland eine schwierige Angelegenheit für Laien, sind sie im Ausland ohne entsprechende Kenntnisse und aus der Ferne kaum in sinnvoller Weise zu bewältigen, sodass Sie auf die Hilfe von Beratern angewiesen sind.
  • Reisekosten: Zumindest von Zeit zu Zeit werden Sie vor Ort sein und sich um Ihre Geschäfte kümern müssen. Kalkulieren Sie dafür Reisekosten ein (z. B. Flüge, Übernachtungen, evtl. Zweitwohnung, Verpflegung).
  • Sprache: Wenn Sie die Sprache des Ziellandes nicht ohnehin schon sprechen, sollten Sie im Vorfeld in Sprachkurse investieren. Eventuell benötigen Sie für wichtige Dokumente oder Treffen einen Übersetzer oder Dolmetscher.

Finanzierung Ihres Auslandsgeschäfts: Zusätzliche Möglichkeiten

Mit Opens internal link in current windowKrediten, Opens internal link in current windowFörderprogrammen und Opens internal link in current windowEigenfinanzierung habe ich Ihnen bereits einige Finanzierungsmethoden für Existenzgründer erklärt. Für das Auslandsgeschäft bieten sich Ihnen zusätzliche Möglichkeiten, die Sie ausschöpfen sollten:

  • Kredite der Ausfuhrkredit-Gesellschaft (AKA): Die AKA vergibt zweckgebundene Kredite zur Finanzierung von Exportgeschäften. Im Gegenzug müssen die zugrundeliegenden Forderungen und Sicherheiten übertragen werden.
  • ERP-Exportfinanzierungsprogramm: Dieses Programm wird über die KfW-Bank abgewickelt und fördert Investitionsgüterexporte in Opens external link in new windowEntwicklungsländer gemäß OECD.
  • Exportkredit von normalen Banken: Wenn Sie AKA- oder KfW-Kredite nicht nutzen können oder eine Kreditaufnahme in fremder Währung notwendig ist, erhalten Sie Kapital auch von normalen Banken.
  • Exportfactoring: Wenn Sie einen gleichbleibenden Kundenkreis regelmäßig beliefern, können Sie das Exportfactoring in Anspruch nehmen, bei dem durch den Ankauf der Forderungen 80 bis 90 Prozent vorfinanziert werden.
  • Mittelständisches Garantieprogramm für Auslandsmärkte (LfA): Die Landesförderbank Bayern bietet diese Ausfallgarantien, durch die Betriebsmittelkredite zur Vorfinanzierung von Auslandsanträgen genehmigt werden können.
  • Hermesdeckung: Die 2003 für kleine und mittelständische Exporteure eingeführte Hermesdeckung ist eine Ausfuhrdeckung für das standardisierte Ausfuhrgeschäft mit kurzfristigen Zahlungsbedingungen.
  • Förderung der Exportberatung: Nehmen Sie eine Exportberatung in Anspruch, können Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss beantragen.

Sobald Sie geklärt haben, wie es um Ihre Finanzierungsmöglichkeiten bestellt ist können Sie sich daran machen, Ihr Geschäft aufzubauen, z. B. den Opens internal link in current windowImport von Schuhen aus China.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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