Lohnt die Weiterzahlung als Selbständiger in die gesetzliche Rentenversicherung?

Es bleibt am Ende eine subjektive Entscheidung und es gibt ebenso viele Befürworter wie Gegner: Die Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung hat durchaus einige Vorteile, andererseits lassen sich höhere Gewinne auf anderen Wegen erzielen. Wer für alle Fälle gerüstet sein möchte, fährt daher eine Doppeltaktik.

Renteneinzahlungen sind wieder attraktiv

Die zusätzliche gesetzliche Rentenversicherung entfällt für diverse Berufe, da sie unter eine besondere Schutzbedürftigkeit fallen und bereits automatisch über die Künstlersozialversicherung (KSK) oder die Kammern pflichtversichert sind. Hierzu gehören unter anderem Lehrer, Erzieher, Künstler, Hebammen, Lotsen, Handwerksmeister, Küstenschiffer und Selbstständige mit nur einem Arbeitgeber (Scheinselbstständige). Eine private Vorsorge kann/sollte zusätzlich getroffen werden.

Anderenfalls wird die gesetzliche Rentenversicherung angesichts der schlechten Zinslage bei vielen Privatinvestitionen wieder höchst attraktiv und bekommt höchstens von der stark staatlich geförderten Rürup-Rente Konkurrenz. im Übrigen lässt sich die Einzahlung steuerlich geltend machen.

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Es gibt viele Varianten

Abzusichern sind Erwerbsminderung und Ruhestand sowie der eigene Todesfall (Hinterbliebenenvorsorge).

Wer nicht pflichtversichert ist, kann einen Antrag auf Pflichtversicherung stellen - der allerdings während der gesamten Selbstständigkeit nicht mehr kündbar ist - oder sich freiwillig versichern. Dabei lässt sich die Höhe innerhalb der Mindest- und Höchstgrenzen frei wählen. Die freiwillige Versicherung dient auch dem Erhalt der bisher erworbenen Rentenleistungen, sofern einige Zugangsvoraussetzungen wie beispielsweise bestimmte Beitragszeiträume erfüllt werden. Diese prüft die Deutsche Rentenversicherung bei einem Antrag automatisch.

  • Der Grundanspruch auf eine Berufsunfähigkeits- und Erwerbsminderungsrente liegt bei derzeit gut 84 Euro monatlich und sollte in jedem Fall eingezahlt werden, weil es die für Selbstständige wichtigste Absicherung darstellt. Ansonsten können höchstens gut 1.100 Euro eingezahlt werden (die Werte entsprechen der derzeit niedrigsten beziehungsweise höchsten Bemessungsgrenze und können sich jährlich ändern).
  • Der Regelbeitrag von aktuell etwas über 500 Euro entspricht einem zugrunde gelegten Gewinn von rund 2.500 Euro; dabei muss der Gewinn nicht nachgewiesen werden.
  • Der halbe Regelbeitrag gilt als Erleichterung für Existenzgründer in den ersten drei Jahren ihrer Tätigkeit. Auch hierfür ist kein Gewinnnachweis nötig.
  • Alternativ können Sie spätestens ab dem ersten Steuerbescheid einkommensabhängige Einzahlungen vornehmen, indem Sie ebendiesen Steuerbescheid einreichen. Wenn Sie diese Form bereits vorher anstreben, sollte Ihr Steuerberater ein passendes Dokument ausstellen oder Sie übermitteln selbst an die Rentenversicherung eine sogenannte gewissenhafte Selbsteinschätzung.

Lassen Sie sich beraten!

Einen guten Überblick über die Möglichkeiten und Vorteile der gesetzlichen Rentenversicherung bietet die Opens external link in new windowhauseigene Broschüre der Deutschen Rentenversicherung. Jeder Selbstständige kann und sollte sich zudem persönlich und ausführlich beraten lassen.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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