Kontenklärung: Besteht ein Anspruch auf Altersrente bei der DRV?

Der erste Grund, warum ich Ihnen zu einem Termin bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) rate, ist die Kontenklärung. Nicht immer muss der Lebensunterhalt ausschließlich aus eigener Kraft finanziert werden. Die Frage ob und in welcher Höhe auch für Sie ein Anspruch auf Altersrente bei der Deutschen Rentenversicherung besteht, bildet eine wesentliche Grundlage für die finanzielle Planung ihrer Zukunft.

Die Altersrente

Ab Erreichen eines bestimmten Lebensalters können Versicherte bei der Deutschen Rentenversicherung eine monatliche Rente beantragen. Hierfür müssen jedoch verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein:Allgemein besteht ein Anspruch auf Altersrente nach § 35 Sozialgesetzbuch VI für Versicherte, die das 67. Lebensjahr erreicht haben, und mindestens für 60 Monate sogenannte Beitragszeiten in der Deutschen Rentenversicherung erworben haben.Zu diesen Beitragszeiten gehören Beiträge, die Sie während eines Angestelltenverhältnisses oder in einem Beruf als Arbeiter gezahlt haben, Beiträge, die aufgrund der Erziehung eines Kindes in der Rentenversicherung erworben wurden Pflichtbeiträge), und Beiträge, die auf freiwilliger Basis in die Rentenversicherung eingezahlt wurden.Darüber hinaus besteht ein Anspruch auf Altersrente für bestimmte Personenkreise wie schwerbehinderte Menschen, langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute oder für Menschen, die mindestens 35 Jahre bzw. mindestens 45 Jahre in der Deutschen Rentenversicherung versichert waren. Für einen solchen Anspruch müssen Sie jedoch neben dem Erreichen eines bestimmten Lebensalters weitere Voraussetzungen erfüllen. Zum Beispiel muss eine Schwerbehinderung vorliegen oder eine berufliche Tätigkeit unter Tage ausgeübt worden sein.Für diese Rentenarten werden nicht nur Pflichtbeiträge und freiwillige Beiträge berücksichtigt, sondern es können - ebenfalls in Abhängigkeit von der beantragten Rente - auch Zeiten der Arbeitslosigkeit, Zeiten in denen Leistungen wegen Krankheit und zahlreiche weitere Sachverhalte herangezogen werden.Die rentenrechtlich relevanten Tatsachen werden im Laufe eines Versichertenlebens bei der Deutschen Rentenversicherung erfasst und gespeichert. Dabei werden verschiedene Sachverhalte direkt vom Arbeitgeber, der Krankenkasse oder der Agentur für Arbeit an die Rentenversicherung gemeldet. Andere Sachverhalte muss der Versicherte anhand geeigneter Unterlagen nachweisen.

Das sollten Sie zu den Versicherungszeiten wissen

Versicherungszeiten in der Deutschen Rentenversicherung werden auch als rentenrechtliche Zeiten bezeichnet. Hierunter werden jene Zeiten verstanden, in denen Tatbestände im Leben eines Versicherten vorlagen, die für die Rente eines Versicherten berücksichtigt werden können. Diese umfassen Beitragszeiten, beitragsfreie Zeiten, beitragsgeminderte Zeiten und Berücksichtigungszeiten.

Beitragszeiten

Hierzu gehören sowohl Zeiten, in denen Pflichtbeiträge aus einem Beschäftigungsverhältnis als Arbeiter oder Angestellter gezahlt wurden, Zeiten, in denen freiwillige Beiträge geleistet wurden, oder Zeiten, in denen Pflichtbeiträge als gezahlt gelten. Letzteres ist bei den sogenannten Kindererziehungszeiten der Fall: Für jedes vor 1992 geborene Kind werden die ersten zwei Jahre, für jedes ab 1992 geborene Kind die ersten drei Jahre nach der Geburt als Pflichtbeiträge gutgeschrieben. Dabei wird ein Durchschnittsentgelt zugrunde gelegt.

Beitragsfreie Zeiten

Bestimmte Sachverhalte im Leben eines Versicherten können auch dann im Versicherungskonto der Rentenversicherung gespeichert und bei der Prüfung und Berechnung des Rentenanspruchs berücksichtigt werden, wenn keine Beiträge gezahlt wurden. Hierzu gehören unter anderem Zeiten einer Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Schwangerschaft. Auch Zeiten der Schulausbildung und des Studiums können als Versicherungszeiten berücksichtigt werden (Anrechnungszeit). War der Versicherte durch Kriegsgefangenschaft oder politische Haft in der DDR vom Erwerbsleben ausgeschlossen, können auch diese Zeiten bei bestimmten Rentenarten berücksichtigt werden (Ersatzzeit). Scheidet der Versicherte vor dem 62. Geburtstag aus dem Erwerbsleben aus, so wird bei der Berechnung der Rente die Zeit bis zum 62. Geburtstag fiktiv angerechnet (Zurechnungszeit).

Beitragsgeminderte Zeiten

Monate, in denen sowohl Beiträge gezahlt wurden, als auch ein Sachverhalt für eine beitragsfreie Zeit vorliegt, gehen als beitragsgeminderte Zeiten ins Versicherungskonto ein. Die Berufsausbildung kann beispielsweise als beitragsgeminderte Zeit für den Rentenanspruch herangezogen werden.

Berücksichtigungszeiten

Diese Versicherungszeiten werden für die Bestimmung des Rentenanspruchs bei bestimmten Rentenarten und für die Bewertung beitragsfreier Zeiten im Rahmen der Rentenberechnung herangezogen. Zu den Berücksichtigungszeiten gehören die Zeit der Kindererziehung bis zum 10. Lebensjahr und die Pflege eines Angehörigen in der Zeit vom 1. Januar 1992 bis zum 31. März 1995, sofern diese nicht erwerbsmäßig ausgeübt wurde.

Versicherungszeiten im Ausland

Unter Umständen können auch Beschäftigungszeiten für die Berechnung der Rente bei der Deutschen Rentenversicherung herangezogen werden, die auf einer Tätigkeit im Ausland beruhen. Dies ist dann der Fall, wenn die Beschäftigung in einem EU-Mitgliedstaat ausgeübt wurde. Darüber hinaus bestehen mit zahlreichen Staaten außerhalb der Europäischen Union sogenannte Rentenabkommen. Wenngleich sich in der Regel die dortigen Beschäftigungszeiten nicht auf die Rentenhöhe auswirken, so werden sie doch für die Prüfung eines Rentenanspruches aus der Deutschen Rentenversicherung herangezogen. Unter Umständen kann jedoch ein eigener Rentenanspruch gegenüber dem Sozialversicherungssystem des Abkommensstaates geltend gemacht werden. 

Die Kontenklärung

Wenn Sie erfahren möchten, ob Ihre Versicherungszeiten bereits für einen Anspruch auf Altersrente ausreichen, können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung eine Klärung Ihres Versichertenkontos beantragen. Im Rahmen dieses sogenannten Kontenklärungsverfahrens werden sämtliche rentenrechtlich relevanten Stationen Ihres Lebens zusammengetragen und systematisch erfasst. Mit einem vollständig geklärten Konto wissen Sie, ob Ihre erworbenen Beitragszeiten bereits für einen Anspruch auf Altersrente ausreichen und für wie viele Monate eventuell noch rentenrechtliche Zeiten fehlen.

Darüber hinaus lässt sich Ihre zukünftige Rentenhöhe aus einem geklärten Konto heraus wesentlich genauer prognostizieren. Dies ist auch von Vorteil, wenn Sie in der Zukunft eine Altersrente beantragen: Es beschleunigt das Verfahren und stellt sicher, dass die Rente in der richtigen Höhe gezahlt wird.

Das Kontenklärungsverfahren können Sie direkt bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Der Rentenversicherungsträger informiert Sie dann über die bereits in Ihrem Versicherungskonto gespeicherten Zeiten, erfragt systematisch weitere Angaben zu rentenrechtlich relevanten Sachverhalten und informiert Sie auch, mit welchen Nachweisen Sie diese belegen können.

passfoto torsten montag

Übrigens:

Nicht nur für eine Altersrente, auch für Rehabilitationsleistungen, Erwerbsunfähigkeitsrenten oder für Leistungen an Hinterbliebene sind Ihre rentenrechtlichen Zeiten und gegebenenfalls auch die Höhe Ihrer eingezahlten Beiträge relevant. Als nächstes klären wir, ob sich für Sie als Selbständiger die Weiterzahlung in der DRV wirklich lohnt.

Formulare

Die Formulare für eine Kontenklärung können von der Internetseite des Rentenversicherungsträgers heruntergeladen oder beim kostenlosen Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung angefordert werden. Auch in allen Auskunfts- und Beratungsstellen sind die Antragsvordrucke erhältlich. Hier können Sie sich bei Bedarf auch von einem Mitarbeiter bei der Kontenklärung beraten lassen. Lesen Sie mehr dazu im Abschnitt Opens internal link in current windowKontenklärung Statusabfrage online.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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