Häufige Fragen (FAQ) zum steuerlichen Erfassungsbogen

Wer sich selbstständig machen möchte und zum Beispiel ein Gewerbe, eine Kapitalgesellschaft, einen Verein oder Ähnliches anmelden möchte, kommt nicht daran vorbei, den Fragebogen der steuerlichen Erfassung für das Finanzamt auszufüllen. Dieser beinhaltet wichtige allgemeine und spezifische Fragen, welche das Finanzamt zur steuerlichen Erfassung benötigt. Je nachdem, welche Art der Selbstständigkeit eingegangen wird, muss dabei auf unterschiedliche Aspekte geachtet werden.

3 Seiten des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung

Oft gefragt zum steuerlichen Erfassungsbogen

Gibt es einen steuerlichen Erfassungsbogen für die GmbH?

Da es verschiedene Versionen der steuerlichen Erfassungsbögen gibt, muss bei der Gründung einer GmbH der Erfassungsbogen zur Gründung einer Personengesellschaft oder Personengemeinschaft ausgefüllt werden. Der Fragebogen unterscheidet sich dabei in einigen Fragen von dem Fragebogen zur Gründung einer Kapitalgesellschaft oder einem Unternehmen nach ausländischem Recht. Es ist bei einem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung stets auf die Bezeichnung unter der Überschrift "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" zu achten, um die Version des Formulars zu überprüfen.

Gibt es einen steuerlichen Erfassungsbogen für die GbR?

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts beziehungsweise GbR muss genauso wie die GmbH in dem steuerlichen Fragebogen zur Gründung einer Personengesellschaft oder Personengemeinschaft erfasst werden. Lediglich einige Angaben unterscheiden sich hier von denen einer GmbH, der Fragebogen ist jedoch der identische.

Wo kann ich den steuerlichen Erfassungsbogen beim Finanzamt downloaden?

Das Formular zur steuerlichen Erfassung lässt sich auf der offiziellen Webseite des Bundesfinanzministeriums wiederfinden. Unter der Rubrik "Service" lässt sich in der Rubrik "Inhaltsübersicht" die Sparte "Formular" auswählen. Hier befinden sich die unterschiedlichsten Formulare zu unterschiedlichen Angelegenheiten wie auch der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung in seinen insgesamt drei Versionen.

Wo erhalte ich eine Ausfüllhilfe für den steuerlichen Erfassungsbogen?

Das elektronische Datenübermittlungssystem des Bundesfinanzministeriums ELSTER bietet unter der Opens external link in new windowAdresse eine Ausfüllhilfe zu jedem Punkt in dem steuerlichen Erfassungsbogen an. Dabei wird jeder Aspekt in dem Fragebogen detailliert erklärt. In einigen speziellen Fällen ergeben sich unter Umständen dennoch Fragen. Dann lohnt sich ein Anruf bei dem zuständigen Finanzamt in unmittelbarer Nähe beziehungsweise bei dem Service des Bundesfinanzministeriums.

Gibt es einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für Bayern?

Es gibt einen Erfassungsbogen für das Bundesland Bayern. Allerdings unterscheidet dieser sich nur durch wenige Merkmale von dem Steuerfragebogen anderer Bundesländer. In einigen Bundesländern kann der Fragebogen zudem durch eine unterschiedlich lange Steueridentifikationsnummer geprägt sein. Grundsätzlich kann der steuerliche Erfassungsbogen für das Bundesland Bayern auf der offiziellen Webseite des Bayrischen Landesamts für Steuern gefunden werden. Eine elektronische Übermittlung ist nur unter einer vorherigen Registrierung bei ELSTER möglich.

Gibt es einen steuerlichen Erfassungsfragebogen für Hessen?

Auch für Hessen gibt es einen separaten steuerlichen Erfassungsbogen, welcher sich jedoch nicht von der Version für alle deutschen Bundesländer unterscheidet. Lediglich die Länge der Steueridentifikationsnummer kann sich dabei unterscheiden. Außerdem kann das Formular elektronisch per ELSTER übermittelt werden. Zu finden sind die verschiedenen Versionen des Fragebogens auf der Webseite "Service Hessen" unter der Rubrik "Steuern und Finanzen".

Existiert ein steuerlicher Erfassungsbogen für Vereine und wenn ja, wie wird der ausgefüllt?

Der steuerliche Erfassungsbogen für Vereine besitzt die Bezeichnung "Gründung eines Vereins oder einer anderen Körperschaft des privaten Rechts". Bei der Anmeldung eines Vereins muss der offizielle Sitz der Körperschaft sowie der gesetzliche Vertreter beziehungsweise der Vorstand angegeben werden. Auch eine Organschaft kann als Zusatzangabe eingetragen werden. Alle weiteren Angaben sind identische zu den Angaben der anderen Versionen der steuerlichen Erfassungsbögen. Ausfüllhilfen lassen sich außerdem auf den Webseiten der jeweiligen Bundesländer wiederfinden und können als Hilfe verwendet werden.

Wie wird der steuerliche Erfassungsbogen für ein Gewerbe ausgefüllt?

Im 1. Punkt des Fragebogens muss neben einigen allgemeinen Angaben zur der Person, welche das Gewerbe gründet, auch in Punkt 1.4 die geplante Tätigkeit des Gewerbes angegeben werden. Hier können auch mehrere Tätigkeiten eingetragen werden. Wird das Gewerbe durch einen Steuerberater beraten beziehungsweise hilft dieser bei der Steuererklärung, so können außerdem die Kontaktdaten des Steuerberaters angegeben werden.

Im 2. Punkt des Fragebogens werden Fragen zu der gewerblichen Tätigkeit geklärt. Unter anderen muss hier der Sitz des Gewerbes mit den dazugehörigen Kontaktdaten angegeben werden. Auch der Name des Gewerbes wird hier eingetragen. Dieser muss auch bei Einzelpersonen nicht zwingend dem Vor- und Nachnamen des Gewerbetreibenden entsprechen. Die Frage nach dem Handelsregistereintrag muss nur ausgefüllt werden, wenn es sich bei dem Gewerbetreibenden um einen Kaufmann mit Pflicht eines Eintrags in das Handelsregister handelt. Im Punkt 2.6 wird anschließend vermerkt, ob es sich um eine Neugründung, eine Übernahme eines Gewerbes oder eine Verlegung beziehungsweise Umwandlung handelt.

Im 3. Punkt werden anschließend Angaben zu den geplanten Einkünften des ersten und folgenden Geschäftsjahres gemacht. Das Finanzamt nutzt diese Einschätzungen, um eventuelle Vorauszahlungen zu beantragen. Daneben werden Angaben zu der Höhe der voraussichtlichen Sonderausgaben sowie aller Einkunftsarten gemacht. Es handelt sich bei den Angaben für Punkt 3 um einen der wichtigsten Teile des Fragebogens, welcher gründlich erarbeitet werden sollte.

Punkt 4 verlangt eine Entscheidung für eine Art der Gewinnermittlung. Dabei entscheiden sich kleine Gewerbe in der Regel für eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung, wobei sich Gewerbe, welche sich im Handelsregister mit einem höheren Jahresumsatz als 600.000 Euro befinden, meist für die Bilanzierung entscheiden. Außerdem kann ein Geschäftsjahr festgelegt werden, welches von dem Kalenderjahr abweicht.

Im Punkt 5 wird Freistellung von Steuerabzügen bei Bauleistungen gemäß §48b des Einkommensteuergesetzes geklärt. Diese betrifft allerdings lediglich Bauunternehmer.

Der Punkt 6 klärt die Frage nach der Lohnsteuervoranmeldung. Diese ist nur für Gewerbetreibende wichtig, welche Mitarbeiter einstellen. Die Höhe der Lohnsteuer kann durch einen Abgabenrechner bestimmt werden.

Im Punkt 7 geht es um die Umsatzsteuer, wobei die Angabe zur Umsatzsteueridentifikationsnummer als besonders wichtig erscheint. Diese muss beantragt werden, sobald Geschäfte mit Kunden im Ausland gemacht werden und auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet wird. Außerdem müssen im 7. Punkt Angaben zu Steuerbefreiungen oder reduzierten Steuersätzen für einzelne Branchen gemacht werden. Diese unterscheiden sich jedoch nach jeder Branche und sind im Einzelnen abzuklären. Im letzten Punkt müssen noch einige selbsterklärende Angaben gemacht werden und eventuell Anlagen hinzugefügt werden, welche zusammen mit dem Fragebogen an das Finanzamt geschickt werden.

Muss der steuerliche Erfassungsbogen für eine Vermietung ausgefüllt werden?

Da es sich bei der Vermietung eines Wohnobjektes um eine Einkunft handelt, muss auch hier ein Gewerbe gegründet werden und der Fragebogen dementsprechend ausgefüllt werden. In Punkt 3.1 werden dabei Angaben zu der Vermietung und Verpachtung gemacht.

Wie muss der steuerliche Fragebogen für einen Kleinunternehmer in Verbindung mit der Kleinunternehmerregelung ausgefüllt werden?

Im 7. Punkt des Fragebogens hat der angehende Kleinunternehmer die Möglichkeit, die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen und damit auf das Ausweisen der Umsatzsteuer in Rechnungen sowie auf den Vorsteuerabzug zu verzichten. Da gilt allerdings nur bei einem Gewerbe, welches im Gründungsjahr die Umsatzgrenze von 17.500 Euro und im Folgejahr die Grenze von 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschreitet. Alle anderen Angaben im steuerlichen Erfassungsbogen werden identisch ausgefüllt wie bei einer normalen Gewerbeanmeldung.

Wie muss ein Freiberufler den steuerlichen Erfassungsbogen ausfüllen?

Als Freiberufler werden die meisten Angaben identisch zu einer Gewerbeanmeldung gehalten. Allerdings muss dieser in Punkt 2.2 den Beginn der freiberuflichen Tätigkeit angeben, in Punkt 2.4 nicht der IHK beitreten und den Punkt 2.5 ebenfalls mit "Nein" beantworten. Auch ein Freiberufler muss sich für oder gegen eine Umsatzsteueridentifikationsnummer entscheiden. Einige Punkte können als Freiberufler zudem ausgelassen werden.

Wo kann ich ein Muster mit eingetragenen Beispieldaten zum steuerlichen Erfassungsbogen downloaden?

Ein Muster für einen Fragebogen lässt sich unter Opens external link in current windowwww.ae-tec.solar finden. Hier sind lediglich die Pflichtdaten eingetragen. Alle anderen Daten fallen auf die persönlichen Umstände zurück.

Wie werden Betriebsstätten im steuerlichen Erfassungsbogen eingetragen?

Betriebsstätten können in den Punkten 2.1 und 2.3 des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung eingetragen werden. In 2.1 wird dabei der Hauptsitz des Gewerbes erfasst. IN 2.3 können weitere Betriebsstätten eingetragen werden, falls das Gewerbe mehrere Sitze hat.

Wo gibt es bei Elster die Anleitung für den steuerlichen Erfassungsfragebogen?

Bei ELSTER lässt sich unter der Rubrik "Hilfe" eine detaillierte Anleitung zum Ausfüllen jedes einzelnen Punktes des Erfassungsbogens finden. Alle Punkte werden hier nach den aktuellen Gesetzen und Regelungen zu den neuesten Erfassungsbögen angepasst. Außerdem werden Fragen zu der Steuernummer und dem zuständigen Finanzamt erläutert.

Wo bekomme ich Hilfe beim Ausfüllen des steuerlichen Erfassungsbogens?

Hilfe bei Ausfüllen gibt es auf den offiziellen Seiten des Bundesfinanzministeriums sowie des elektronischen Übermittlungsprogramms ELSTER. Außerdem bieten Portale wie starting-up.de Hilfestellungen zum Ausfüllen im Falle einer Gewerbeanmeldung, Kleinunternehmensanmeldung oder der Anmeldung einer Kapitalgesellschaft sowie anderen Sonderfällen.

Wo bekomme ich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung in PDF?

Auf der Webseite des Bundesministeriums für Finanzen gibt es den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Dieser kann hier direkt am PC, Smartphone oder Tablett ausgefüllt werden und anschließend als PDF heruntergeladen werden. Ein Ausfüllen von Hand - ausgenommen der Unterschriften - ist dadurch auch nicht mehr von Nöten. Außerdem kann das Dokument hier als XML-Datei heruntergeladen werden.

Welche Steuernummer muss ich im steuerlichen Erfassungsbogen eintragen?

Wurde schon einmal eine Lohnsteuerbescheinigung erhalten, so befindet sich auf dieser die Steuernummer im oberen Bereich des Dokuments. Die Steuernummer ändert sich in der Regel nie und bleibt immer gleich. Diese muss ebenfalls im steuerlichen Erfassungsbogen angegeben werden. Ist keine Steuernummer vorhanden, so kann dieses Feld ausgelassen werden und eine Bemerkung da gelassen werden. Das Finanzamt erteilt dann automatisch eine neue Steuernummer, unter welcher das Gewerbe geführt wird. Wurde die Steuernummer hingegen vergessen, so kann diese bei dem Finanzamt erfragt werden.

Was ist die Identifikationsnummer beim steuerlichen Erfassungsbogen?

Die Identifikationsnummer darf nicht mit der Steuernummer verwechselt werden, da es sich hier um eine andere Nummer handelt. Die Identifikationsnummer erhält jede Person mit der Geburt. Wurde diese vergessen, so kann die Identifikationsnummer ebenfalls per Post von dem zuständigen Finanzamt beantragt werden.

Wie berechnen sich die Sonderausgaben im steuerlichen Erfassungsbogen?

Die Sonderausgaben, welche in dem Punkt 3 des Fragebogens angegeben werden, berechnen sich durch die Aufwendungen, welche zum Beispiel für eine Altersvorsorge oder Ähnliches aufgewendet werden. Diese Angaben müssen so akkurat wie möglich geschätzt werden, da diese die Vorauszahlungen der Einkommenssteuer reduzieren. Werden die Angaben ungenau geschätzt, so kann es zu großen Nachzahlungen oder Rückzahlungen kommen.

Muss ich einen Steuerberater im steuerlichen Erfassungsbogen eintragen?

Ein Steuerberater muss im Erfassungsbogen in Punkt 1 nicht zwingend angegeben werden, da in Deutschland keine Pflicht eines Steuerberaters bei der Anmeldung und Führung eines Gewerbes herrscht. Wird jedoch regelmäßig mit einem Steuerberater zusammengearbeitet, so sollte dieser hier angegeben werden, da dieser zu den wichtigen Kontaktpersonen des Finanzamts zählt. Gerade bei wichtigen Fragen stellt der Steuerberater die erste Anlaufstelle des Finanzamts dar.

Wann muss ich den Bereich Handelsregistereintragung im steuerlichen Erfassungsbogen ausfüllen?

Dieser Bereich in Punkt 2 des Fragebogens muss lediglich ausgefüllt werden, wenn der Gründer des Gewerbes schon im Handelsregister eingetragen ist. Bei einigen Kaufleuten herrscht eine Pflicht zum Eintrag in das Handelsregister. Wird zum Beispiel ein Kleinunternehmen gegründet, so ist dies meist nicht der Fall.

Welche Gewinnermittlung nutzt sich im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung?

Die Gewinnermittlung kann bei einer Neuanmeldung eines Gewerbes nur geschätzt werden. Dennoch sollte diese so präzise wie möglich ausfallen, weshalb ein genauer Plan der Einnahmen und Ausgaben aufgestellt werden sollte. Wird ein Unternehmen übernommen oder umgewandelt, so gestaltet sich die Gewinnermittlung für die ersten Geschäftsjahre durch die Vorerfahrung einfacher. Generell ist es nicht schlimm, wenn die Gewinnermittlung nicht akkurat ausfällt, allerdings kann es dadurch zu steuerlichen Rückzahlungen oder Nachzahlungen an das Finanzamt kommen. Außerdem kann ein Unternehmen durch eine zu hohe Vorauszahlung an Liquidität verlieren.

Wie verhält es sich mit der Freistellungsbescheinigung (Bauabzugssteuer) nach § 48b Einkommensteuergesetz?

Die Bauabzugssteuer wird auf die zu entrichtenden Lohnsteuern, Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer sowie die Körperschaftsteuer des Leistenden angerechnet. In Deutschland beträgt diese 15 %. Genaueres dazu kann auf den Seiten des Bundeszentralamts für Steuern nachgelesen werden.

Was muss ich zur Umkehr der Steuerschuldnerschaft bei Bauleistungen (§13b UStG) wissen?

Gemäß der aktuellsten Vorschriften liegt eine Umkehr der Steuerschuldnerschaft für Bauleistungen nur dann vor, wenn der Auftraggeber für eine Bauleistung durch einen Bauunternehmer die erhaltene Bauleistung selbst wieder zur Erbringung einer neuen Bauleistung verwendet. Dies ist für einen Bauunternehmer mit großen Risiken verbunden, da dies in einer größeren Abgabe an Umsatzsteuern resultieren könnte. Mehr zu dem komplexen Thema, welche lediglich auf Bauunternehmer zutrifft, kann zum Beispiel auf deubner-steuern.de nachgelesen werden.

Habe ich das Mini-one-Shop-Besteuerungsverfahren anzuwenden?

Bei dem Mini-one-Shop-Besteuerungsverfahren, welches aus MOSS genannt wird, handelt es sich um eine Plattform, auf welcher die EU-Umsatzsteuer ohne eine Registrierung in jedem Land abgeführt werden kann. Das Verfahren ist allerdings nur anzuwenden, wenn Dienstleistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehleistungen an Privatpersonen im EU-Ausland erbracht wurden. Es muss sich bei diesen Leistungen um elektronische Leistungen handeln, z.B. der Verkauf von online Infoprodukten wie eBooks, Videokurse usw.

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