Ist der Gründungszuschuss eine Einnahme in meiner Gewinnermittlung?

Der Existenzgründungszuschuss ist im Rahmen ihrer Gewinnermittlung (EÜR) keine Betriebseinnahmen. Es handelt sich zwar um eine Geldleistung, die Ihnen auf Ihr Konto überwiesen wird und über die Sie sowohl privat, als auch geschäftlich verfügen können, der Gründungszuschuss ist aber für das Finanzamt eine steuerfreie Einnahme und erhöht daher nicht Ihren Unternehmensgewinn.

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Den Gründungszuschuss der Kalkulation planen

Auch wenn es sich nicht um eine Betriebseinnahme handelt, steht das Geld von der Arbeitsagentur trotzdem der Existenzgründung zur Verfügung und das soll es ja auch. Daher können Sie durchaus damit planen, kalkulieren und zum Beispiel im Rahmen des Businessplans Investitionen gegen finanzieren.

Das Einkommensteuergesetzt zitiert

steuerfrei sind
...
2a) das Arbeitslosengeld, das Teilarbeitslosengeld, das Kurzarbeitergeld, der Zuschuss zum Arbeitsentgelt, das Übergangsgeld, der Gründungszuschuss nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch sowie die übrigen Leistungen nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch und den entsprechenden Programmen des Bundes und der Länder, soweit sie Arbeitnehmern oder Arbeitsuchenden oder zur Förderung der Aus- oder Weiterbildung oder Existenzgründung der Empfänger gewährt werden,

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Einige Berater kalkulieren anders

Nicht immer nutzen Berater den Gründungszuschuss als Kalkulationsbasis, um damit beispielsweise notwendige Investitionen zu finanzieren. Sie lassen den Gründungszuschuss (oder andere Fördermittel, Investitionshilfen oder Ähnliches) komplett unberücksichtigt. Argumentiert wird häufig mit dem Sicherheitsfaktor, der Existenzgründer soll also dadurch eine Art Puffer und Absicherung für unvorhergesehene Fälle aufbauen, ohne dass er das merkt oder besser gesagt ohne dass es ihm explizit gesagt werden muss. Ob das so weit in Ordnung ist, muss jeder Existenzgründer mit oder ohne seinen Berater aufgrund seiner eigenen Gewohnheiten selbst entscheiden.

Bei den Krankenkassen ist das anders

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung muss der selbstständige regelmäßig seine Einkünfte nachweisen, um den einzusetzenden Beitrag zur Krankenversicherung zu bestätigen. In dieser Berechnung wird von der Krankenversicherung (wohlgemerkt nur von der gesetzlichen) der Gründungszuschuss und andere vom Finanzamt steuerfrei deklarierte Zahlungen einbezogen. Der Gründungszuschuss erhöht damit die sogenannte Bemessungsgrundlage und führt unter Umständen dazu, dass der Existenzgründer mehr Krankenversicherungsbeitrag monatlich zahlen muss.

Wie auch immer, sie sollten sich ja nicht deswegen selbstständig machen, um den Gründungszuschuss zu bekommen und damit ihr restliches Leben zu finanzieren. Sie müssen, das ist meine Meinung, auch ohne den Gründungszuschuss eine solide und vernünftige selbständigkeit auf die Beine stellen können. Erst dann macht es überhaupt Sinn über die selbständigkeit weiter nachzudenken. Aber das haben wir ja bereits gemeinsam Opens internal link in current windowin der Findungs- und Sondierungsphase geklärt.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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