Muss ich zu einem Steuerberater oder kann ich meine Steuererklärung selber machen?

In dieser Frage herrscht in Deutschland unter den Unternehmern große Unsicherheit. Im folgenden Artikel wollen wir Ihnen die Antwort auf diese Frage geben.

Gibt es eine Pflicht zur Einschaltung eines Steuerberaters?

Juristisch gibt es in Deutschland kein „Muss“, einen Steuerberater für die Erstellung der Steuererklärungen einzuschalten. Dem Unternehmer stehen verschiedenen Alternativen zur Erstellung der Steuererklärungen offen. Er kann die Erklärung selbst erstellen, oder bspw. Bekannte oder Verwandte einspannen, auf einen Buchführungsservice oder Unternehmensberater zurückgreifen.

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Wann und unter welchen Voraussetzungen diese Alternativen rechtssicher sind?

1. Der Unternehmer erstellt die Steuererklärung selbst

Erstellt der Unternehmer seine Steuererklärung selbst, hat er damit augenscheinlich die kostengünstigste Variante gewählt. Die Selbsterstellung setzt aber immer ein gewisses Maß an Fachkenntnissen voraus. Das deutsche Steuerrecht ist für Laien sehr kompliziert, dadurch können schnell Fehler entstehen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ein weiterer Nachteil der Selbsterstellung ist der eingesetzte Zeitaufwand, Stichwort Opportunitätskosten. In den bspw. zwanzig verbrauchten Stunden kann sich der Unternehmer nicht um sein eigentliches Geschäft kümmern. Das so verlorene Geld finanziert in der Regel bereits den Steuerberater.

2. Ein Bekannter oder Verwandter erstellt die Steuererklärung

Diese Konstellation wird oft praktiziert. Ein Bekannter, der sich in Steuerfragen auskennt, erledigt die Steuererklärung für den Unternehmer. Vertraut der Unternehmer dem Wissen und Können des Bekannten, ist dies eine gute Alternative. Den berühmten „Hut“ hat jedoch der Unternehmer selbst auf. Er steht für die abgegebenen Erklärungen ein. Außerdem sollte an dieser Stelle immer geprüft werden, wer von den Freunden, Verwandten und Bekannten überhaupt steuerliche Beratung und Hilfestellung geben darf.

3. Ein Buchführungsservice erstellt die Steuererklärung

Im Laufe des Jahres hat der Unternehmer seine Buchhaltung vertrauensvoll in die Hände eines Buchführungsservice, Buchführungsbüro oder Kontierungsservice gelegt. Zum Ende des Jahres kommt er zu dem Schluss, das dieser Buchführungsservice auch gleich seine Steuererklärung erledigen kann.

Ein Buchführungsservice darf aber nur dann eine Steuererklärung erstellen, wenn die folgende Qualifikation vorliegt. Der Verantwortliche muss einen Abschluss als Steuerberater, Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer oder als vereidigter Buchprüfer vorweisen können. Nur dann ist es ihm erlaubt, Steuererklärungen zu erstellen.

Was ist eine Kontierung?

Das Einordnen von Belegen in die entsprechenden Aufwands- und Ertragskonten des individuellen Kontenplans nennt man Kontieren. Dabei werden meist kleine rote Zahlen auf die Rechnungen und Quittungen geschrieben, so dass der Fachkundige erkennt, welchem Konto der entsprechende Beleg zugeordnet wurde. Bspw mit dem DATEV – Kontenrahmen SKR04 werden sämtliche Aufwendungen für Bürobedarf auf das Konto 6815 erfasst. So steht auf den Rechnungen über Bürobedarf die Kontierung 6815 vermerkt. Vgl. Konto, Kontenrahmen, Kontenplan.

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Alternative: E-Book Lohnsteuerhilfeverein

In dem E-Book "Lohnsteuerhilfeverein" werden auf 9 Seiten die Möglichkeiten, Aufgaben und Grenzen eines Lohnsteuerhilfevereins dokumentiert. Auch für Existenzgründer und Unternehmer besteht in Grenzen die Möglichkeit, ebenfalls von den preisgünstigeren Angeboten der Lohnsteuerhilfevereine zu profitieren.

Die Beratungsbefugnis von Lohnsteuerhilfevereinen ist begrenzt. Aber in einigen Fragen und in engen finanziellen Grenzen darf er das noch. Dazu ist explizit festgehalten im ersten Kapitel, was Lohnsteuerhilfevereine nicht dürfen.

Für alle steuerrechtlichen Fragen ist ein Steuerberater zuständig, und zwar unbegrenzt. Er hilft kleinen Unternehmen, bilanzierungspflichtigen Unternehmern und Freiberuflern gleichermaßen.

Auch Privatpersonen dürfen sich mit ihren Steuererklärungen an einen Steuerberater wenden. Sicher kostet ein Steuerberater nicht nur Geld, sondern hilft gleichzeitig auch, Steuern einzusparen oder kapitalbildende Maßnahmen umzusetzen. Die Gegenüberstellung zwischen den Kosten eines Steuerberaters und denen eines Lohnsteuerhilfevereins ist sichtlich gelungen, da fundiert argumentiert wird und die Grenzen eines Lohnsteuerhilfevereins eindeutig gezogen wurden.

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4. Ein Unternehmensberater erstellt die Steuererklärung

Ein Unternehmensberater berät Unternehmen mit dem Ziel, den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern und auszubauen. Der Unternehmensberater darf, genau wie der Buchführungsservice nur unter Vorlage der o.g. Qualifikationen eine Steuererklärung erstellen.

5. Der Steuerberater erstellt die Steuererklärung

Beauftragt der Unternehmer einen Steuerberater mit der Erstellung der Steuererklärung ist er in jedem Fall auf der sicheren Seite. Er kann nicht nur auf das Wissen seines Steuerberaters zurückgreifen, er erhält auch rechtssicheren Rat zu seiner aktuellen Unternehmenssituation. Während Kleinunternehmer und andere nebenberuflich Selbständige ihre Steuererklärung noch problemlos selbst erledigen können, ändert sich die Situation schlagartig, sobald das Unternehmen wächst. Die entstehenden höheren Kosten für den Steuerberater, sollte der Unternehmer als Investition in die Zukunft des Unternehmens ansehen.

Sehen Sie dazu unser Video im GründerlexikonTV

Fazit

Als Kleinunternehmer, nebenberuflich Selbständiger oder Unternehmer mit Vorkenntnissen können Sie Ihre Steuererklärung eigenständig erledigen. Mit wachsendem Unternehmenserfolg bzw. Unternehmensgröße dagegen, ist die Beauftragung eines Steuerberaters oft der richtige Weg.

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