Wie oft sollte ich zum Steuerberater gehen?

Die Antwort ist sehr einfach: So oft wie nötig, mindestens aber einmal im Jahr.

Meine Erfahrung zeigt, 99,5% der Unternehmer gehen häufiger als einmal pro Jahr zum Steuerberater. Der Grund liegt einfach in der Vielfalt der Leistungen des Steuerberaters, aber auch in der Vielfalt der Steuerarten in Deutschland.

  1. So ist der erste Gang für die private Einkommenssteuererklärung, welche einmal im Jahr erfolgt, zu kalkulieren.
  2. Mindestens ein weiterer Gang, mehr dazu unten im Artikel im Bereich Umsatzsteuerveranlagung, erfolgt für die Buchführung, also die Erfassung der Einnahmen und Ausgaben des Unternehmers.
  3. In der Regel erfolgt noch ein Besuch beim Steuerberater, wenn der Jahresabschluss erstellt, ausgewertet und Ihnen vom Steuerberater präsentiert wird.
  4. Häufig bittet der Steuerberater separat zu Unterschriften oder Auswertungen von Steuerbescheiden bzw. zu Erklärungen bei notwendigen Einsprüchen in seine Kanzlei.
  5. Zusätzlich entstehende steuerliche Probleme werfen zusätzliche Fragen auf, welche zusätzliche Wege zum Steuerberater nach sich ziehen.

Das sind ad hoc 5 Fälle, die bei den meisten Unternehmern regelmäßig, jedes Jahr über viele Jahre hinweg auftreten.

Der Gang zum Steuerbüro spart auf Dauer Zeit und Geld

Bis zum Mai eines jeden Jahres muss die Abrechnung für Unternehmer vorliegen, die Verlängerung bis zum Jahresende ist normalerweise unproblematisch. Haben Sie bereits einen Steuerberater, wird er Sie eventuell im Sommer auffordern, recht bald vorzusprechen, damit sich nicht zum Jahresende alle Mandantenaufträge stauen und er in Zeitnot kommt. Im Sommer bleibt dafür mehr Zeit. Ist die Erklärung fertig, wird der Steuerberater mit Ihnen einen Termin für deren Abgabe beim Finanzamt vereinbaren. Dies müssen Sie persönlich unterschreiben, anschließend aber nicht noch einmal vorsprechen. Fällt der Termin in die Zwischenjahreszeit, werden Ihre Abgaben erst im Januar des kommenden Jahres fällig, Sie haben insgesamt also eine kostenlose Verlängerung von fast einem Dreivierteljahr erreicht. Auch bleibt die Möglichkeit, Belege nachzureichen, die Sie später finden, sodass sie der Steuerberater nachbuchen kann. Dafür werden Sie hinfahren oder die Belege scannen und per Mail senden, eventuell eine CD schicken. Ein Anruf im Vorfeld kann die optimale Vorgehensweise klären.

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Tipp: Verlängerung Abgabefrist Einkommensteuererklärung

Lesen Sie in folgendem Artikel zu den Opens internal link in current windowAbgabefristen und den Verlängerungsmöglichkeiten zur privaten Einkommensteuererklärung.

Nachreichen von Unterlagen

Das Nachreichen kann bei wichtigen Belegen übrigens auch für frühere Steuererklärungen erfolgen. Ein Beispiel: Sie finden einen Anschaffungsbeleg von hohem Wert oder eine lange Reiseliste, also Belege, die Sie vorher nicht vorlegen und die deswegen auch nicht angerechnet werden konnten. Es gibt die Möglichkeit, solche Beträge im Nachgang zu bearbeiten, auch wenn die Steuererklärung bereits Geschichte ist. Wie lange das machbar ist und ob sich dies lohnt, sagt Ihnen Ihr Steuerberater; und auch, ob Sie dafür besser persönlich vorbeikommen.

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Ich empfehle

Für die Buchführung einmal monatlich zum Steuerberater zu gehen, egal wie häufig sie beim Finanzamt ihre Umsatzsteuervorauszahlung anmelden und bezahlen müssen. So bleiben sie in einem regelmäßigen Rhythmus und können relativ zeitnah aufgrunf schwankender Einnahmen oder Ausgaben oder wegen anderer steuerlicher Probleme mit Ihrem Steuerberater sprechen und reagieren.

Wer daher monatlich zu seinem Steuerberater geht, ist auf der sicheren Seite und erspart sich viel Arbeit, die besser zur Umsatzgenerierung genutzt wird. Die umsatzsteuerrelevanten Belege werden auch für die jährliche Gewinn-Verlust-Rechnung gespeichert. Mancher Steuerberater lässt sich zudem private Belege zur Buchung vorlegen, sodass am Jahresende die abschließende Steuererklärung schnell erledigt ist. Dieses Vorgehen ist beispielsweise möglich, wenn Sie nur ein Konto für Berufliches wie Privates besitzen: Es wird normalerweise sofort jeder einzelne Posten gebucht, auch wenn Sie Belege erst später nachreichen.

Abhängig von der Veranlagung zur Umsatzsteuer

Bleiben wir bei der aktuellen Umsatzsteuererklärung bzw. der Umsatzsteuervoranmeldung: Wenn Ihr Unternehmen Opens internal link in current windowbestimmte Grenzen bei der jährlichen Umsatzsteuerzahllast überschreitet, wird vom Finanzamt die Veranlagung auf ein bzw. drei Monate angeordnet. Damit wird jeden / alle drei Monate die Umsatzsteuervorauszahlung fällig. Diese muss innerhalb der entsprechenden Frist beim Finanzamt eingehen.

Aus dieser umsatzsteuerrechtlichen Tatsache ergibt sich bereits, dass einige Unternehmer monatlich wegen Ihrer Buchführung den Steuerberater besuchen müssen, andere Unternehmer wiederum nur einmal pro Quartal den steuerlichen Berater aufsuchen werden, jedoch dies auch monatlich tun können. Unternehmer mit geringen Umsätzen und damit sehr geringen Umsatzsteuervorauszahlungsbeträgen müssen sogar nur einmal im Jahr ihre Einnahmen und Ausgaben und die damit zusammenhängende Umsatzsteuernachzahlung bzw. Umsatzsteuerausstattung vom Steuerberater ausrechnen lassen. Bei diesen Unternehmern reicht prinzipiell ein Besuch pro Jahr für die Buchführung beim Steuerberater.

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Und so mache ich das ...

Lesen Sie als Opens internal link in current windowClubMitglied im UnternehmerClub, wie häufig ich persönlich meinen Steuerberater besuche und kontaktiere!

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Beratung beim Steuerberater

Ansonsten ist der Gang zum Steuerberater immer dann sinnvoll, wenn Sie eine Beratung brauchen. Der Steuerberater kümmert sich nicht nur um Steuererklärungen, sondern kann Ihnen Neuerungen nahelegen, wenn diese für Sie günstiger sind. Vielleicht ruft er Sie an, um Ihnen mitzuteilen, dass Sie zukünftig Belege aufheben sollen, die bisher nicht relevant waren. Oftmals brauchen Sie mehr Zeit als ein kurzes Telefongespräch. Vielleicht gibt es umgekehrt bei Ihnen neue Situationen, die steuerlich besprochen werden müssen. Ein persönliches Gespräch ist sowohl intensiver als auch einfacher als ein Telefonat. Außerdem wird kein Steuerberater auf Dauer kostenlose Telefonberatungen geben. Gehen Sie also lieber einmal zu viel als zu wenig ins Steuerbüro. Ein gut aufgestelltes Unternehmen verkraftet die Zahlungen an den Steuerberater, die außerdem absetzbar sind.

Lesen Sie nun in diesem Abschnitt weiter und klären Sie die Fragen, ob Sie Ihre Opens internal link in current windowBuchführung oder Steuererklärung selber machen können.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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