Wie binde ich den Kooperationspartner langfristig?

Mit Ihrem Kooperationspartner läuft es hervorragend, es herrscht ein gutes Klima und die Partnerschaft ist ein voller Erfolg. Logisch, dass Sie Ihren Geschäftspartner gern längerfristig an sich binden wollen. Es gibt jedoch auch noch viele weitere Gründe, warum Sie einen Kooperationspartner an sich binden möchten. Zum Beispiel wollen Sie verhindern, dass er zu einem Konkurrenten abwandert und mit ihm kooperiert. Das alles kann mit einiger Arbeit verbunden sein. In diesem Artikel zeige ich Ihnen einige Maßnahmen auf.

So binden Sie Kooperationspartner langfristig

Um Ihren Geschäftspartner langfristig an sich zu binden ist eines eine wesentliche Voraussetzung: Es muss eine auf beiderseitigen Gewinn ausgerichtete Partnerschaft sein. Das beginnt mit dem Denken und der inneren Haltung. Behalten Sie den Vorteil beider Seiten im Auge. Das wird nicht immer einfach sein. Doch wenn Sie es schaffen, dass Sie sich in Ihren Stärken und Schwächen mit Ihrem Kooperationspartner ergänzen, für es für beide Seiten ein Gewinn. Wenn beispielsweise das Kräfteverhältnis oft zu Ihren Gunsten ausfällt, hat Ihr Partner womöglich bald kein Interesse mehr, länger mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Seien Sie daher selbst ein guter Kooperationspartner, dann wird es dem anderen nicht schwer fallen, längerfristig mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

Machen Sie Geschenke

Hier geht es nicht um Bestechung oder Korruption. Wie gehen Sie denn beispielsweise mit Ihren Kunden um? „Beschenken“ Sie diese nicht auch regelmäßig? Zumindestens die guten Kunden bestimmt. Wieviel mehr können Sie dann erst Recht auch Ihrem Kooperationspartner mal ein Geschenk machen. Vor allem, wenn es wirklich erfolgreich läuft und Sie das zu einem großen Teil Ihrem Geschäftspartner verdanken. Da gibt es selbstverständlich die üblichen Jahrestage. Doch das ist in diesem Zusammenhang eher weniger gemeint.

Worüber würden Sie sich denn am meisten freuen? Bestimmt, wenn es eine echte Überraschung ist. Was das konkret ist, müssen Sie natürlich selbst wissen. Sie kennen die Hobbys und Vorlieben Ihres Kooperationspartners am besten. Manchmal genügt es auch, dem anderen lästige Arbeit anzunehmen, kleine Aufmerksamkeiten usw. Man mag kaum glauben, wie wertvoll solche Gesten sind um den anderen langfristig zu binden. Schließlich ist das ja keine reine rationale Entscheidung, sondern beruht zu einem großen Teil auf Emotionen.

Vorteile herausstellen und schriftlich festhalten

Falls Sie ganz konkret über eine langfristige Kooperation sprechen, dann stellen Sie die Vorteile für beide Seiten klar heraus. In erster Linie natürlich für Ihren Kooperationspartner. Beschränken Sie sich jedoch nicht nur auf allgemeine Vorteile, wie „Synergien nutzen“. Es sollte auf Ihren Geschäftspartner zugeschnitten sein. Sie haben bereits eine Weile mit dem anderen zusammengearbeitet und können sicherlich auch konkrete Vorteile für den anderen herausstellen.

Wenn es möglich ist, dann machen Sie Ihre langfristige Kooperation schriftlich. Vereinbaren Sie, wie lange die Kooperation dauern soll und unter welchen Bedingungen.

passfoto torsten montag
Nutzen Sie unsere Vorlage für Ihren Kooperationsvertrag

Wie Sie aus unserer Reihe zum Thema Kooperationen bereits wissen gibt es verschiedene Möglichkeiten für Unternehmen sich zusammenzuschließen, sei es im Rahmen einer Projektarbeit oder für längere Zusammenarbeiten. Auch haben Sie erfahren auf welche Punkte Sie bei der Gründung einer Kooperation achten sollten hinsichtlich der Vereinbarungen, welche die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit darstellen, die getroffen werden. Wenn Sie mit Ihrem Kooperationspartner die Konditionen besprochen haben und sich einig sind, sollten diese unbedingt schriftlich festgehalten werden in einem entsprechenden Kooperationsvertrag.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es unter Umständen ratsam ist, einen Kooperationsvertrag von einem Rechtsanwalt bzw. Notar aufsetzen zu lassen.

Die Vorlage Kooperationsvertrag deckt die wichtigsten Bestimmungen ab, die im Rahmen einer Zusammenarbeit getroffen werden können. Aufgrund der Vielzahl von Möglichkeiten für Kooperationen zwischen Unternehmen ist der Kooperationsvertrag allgemein gehalten. Er regelt die Zusammenarbeit zwischen einem Verkaufsprofi oder Vermittler und einem Baudienstleister mit dem Ziel einer Umsatzsteigerung. Weiterhin ist die Steigerung des Bekanntheitsgrades unter Konzentration der jeweiligen Partner auf deren Kerntätigkeiten und die Aufgaben der einzelnen Partner Thema des Vertrages. Regelungen zu Provisionsansprüchen, Haftung, Wettbewerbsverbot, wie auch der Verteilung der Kosten, die  für das Erstellen des Kooperationsvertrages entstehen, beinhaltet dieser Vertrag.

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Wenn der Kooperationspartner Zugeständnisse möchte

Es kann gut sein, dass Ihr Geschäftspartner im Gegenzug für eine langfristige Kooperation, Zugeständnisse möchte, zum Beispiel in Form von mehr Mitspracherechte oder eine andere Gewinnaufteilung. Dann müssen Sie natürlich gut überlegen, ob Sie dazu auch bereit sind. Vielleicht sind die Forderungen auch berechtigt. Ihr Partner bringt sich gut ein, leistet seinen Teil der Kooperation und Sie profitieren sehr davon. Dann ist es auch gerechtfertigt, dass er mehr verlangt. Doch Sie sollten natürlich auch bedenken, dass Sie dann eventuell einen größeren Teil Ihrer Selbstständigkeit aufgeben. In diesem Zusammenhang ist es auch völlig legitim, wenn Sie sich zunächst etwas Bedenkzeit erbeten.

Beteiligen Sie Ihren Kooperationspartner am Erfolg

Die wahrscheinlich effektivste Art der Bindung ist, Ihren Kooperationspartner am wirtschaftlichen Erfolg zu beteiligen. Es muss nicht gleich darauf hinauslaufen, dass er Geschäftsführer Ihrer GmbH wird. Ich empfehle Ihnen auch, nicht gleich zu Beginn auf dieses Thema anzusprechen. Erst wenn Sie positive Erfahrungen mit Ihrem Geschäftspartner gesammelt haben, er also auch seinen Beitrag zur Kooperation leistet, sollten Sie darüber nachdenken.

Wie Sie das in die Praxis umsetzen, kommt immer auf die jeweilige Branche, die Art der Kooperation und auch die anfallenden Arbeiten an. Sie könnten ihn beispielsweise an der Umsatzhöhe beteiligen. Ab einer bestimmten Höhe zahlen Sie ihm einen Bonus. Das können Sie auch gestaffelt machen. Zum Beispiel ab 50.000,- Euro Umsatz zahlen Sie ihm 5% Bonus, ab 75.000,- Euro 7% usw.

Ein anderes Beispiel wäre, dass Sie für jeden Kunden, den Ihr Geschäftspartner Ihnen vermitteln, ihm einen Festbetrag zahlen. Oder Sie könnten ihm anbieten, ihn beispielsweise mit 5% von dem daraus resultierenden Geschäft zu beteiligen.

Wichtig ist natürlich, dass Sie immer nachvollziehen können, welcher Teil des Umsatzes oder des Gewinnes von Ihrem Partner kommt und welcher von Ihnen. Regeln Sie so viele Details wie möglich vorher mit Ihrem Kooperationspartner und halten Sie alles schriftlich fest.

Es ist auch nicht immer möglich, Ihren Kooperationspartner am Gewinn zu beteiligen. Bei Forschungsprojekten beispielsweise wird es sehr schwierig werden, da im Moment keine Gewinne anfallen. Außerdem ist es kompliziert aufzuteilen, wer welchen Beitrag zum Erfolg der Forschung geleistet hat. In so einem Fall könnten Sie beispielsweise vereinbaren, dass der andere ebenfalls als gleichberechtigter Forschungspartner genannt wird – falls das nicht sowieso schon der Fall ist. Gerade wenn Forschungsergebnisse präsentiert werden, legen manche sehr viel Wert darauf, dass ihr Name so weit wie möglich oben steht.

Seien Sie dabei gern etwas kreativ. Sie könnten auch zunächst etwas recherchieren, was in Ihrer Branche üblich ist oder sogar Ihren Geschäftspartner fragen, was für ihn ein attraktives Angebot wäre. Sie sehen also, Ihrem Einfallsreichtum und Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

7 Ideen mit denen Sie Ihren Kooperationspartner an sich binden

  1. Seien Sie selbst ein guter Kooperationspartner
  2. Rechtzeitige Chancen erkennen
  3. Zugeständnisse machen
  4. Aufmerksamkeiten und kleine Geschenke wirken Wunder
  5. Klare Vorteile für anderen herausstellen
  6. Beteiligen Sie ihm am wirtschaftlichen Erfolg
  7. Vertraglich festhalten

Nachteile einer langfristigen Kooperation

So interessant es für Sie im Moment vielleicht erscheinen mag, Ihren Kooperationspartner langfristig an sich zu binden, so gibt es auch einige Nachteile. Mit diesen Gefahren sollten Sie sich im Voraus beschäftigen und abwägen, ob Sie auch bereit sind, dass Risiko einzugehen.

Diese Gefahren könnten auftreten

  • Zu großer Teil der Selbstständigkeit wird aufgegeben
  • Erfolge in der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft
  • Geschäftspartner entwickelt sich negativ
  • Abhängigkeit vom Kooperationspartner

Fazit

Wenn Sie einen Kooperationspartner langfristig an sich binden möchten, müssen Sie rechtzeitig Ihre Chancen erkennen. Seien Sie von Anfang an ebenfalls ein guter Kooperationspartner. Dann gibt es für den anderen gar keinen Grund, sich nach einem Konkurrenten umzuschauen. Eine nette Geste oder eine Aufmerksamkeit zwischendurch wirken wahre Wunder. Die Kooperation muss für beide Seiten ein Gewinn darstellen. Nur dann besteht auch Interesse, die Partnerschaft langfristig auszubauen. Und wenn es wirklich gut läuft, beteiligen Sie Ihren Geschäftspartner am Erfolg, dann hat er eine noch stärkere Motivation, eine dauerhaft produktive Kooperation mit Ihnen zu führen.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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