Wie kann ich durch ein Frühwarnsystem die Krise erkennen?

Ein Frühwarn- oder Prognosesystem ist die Voraussetzung, Ihr Unternehmen vor einer Krise und dem Worst Case, der Insolvenz, zu bewahren. Ging es früher vor allem um die Ziele, beispielsweise Firmenwachstum und Umsatzzahlen, so müssen heute mehrere Faktoren regelmäßig kontrolliert werden. Manches Unternehmen ist trotz erreichter Ziele untergegangen, weil plötzlich Gelder fehlten oder die Kunden unvermutet absprangen.

Es gibt drei Arten der systematischen Kontrolle:

  • Unternehmensziele
  • exogene Faktoren, also Veränderungen im Umfeld
  • Unternehmensentscheidungen

Präzise, transparente und rechtzeitige Ergebnisse sorgen dafür, dass möglichst rechtzeitig reagiert werden kann. Viele Handlungen brauchen Zeit: Der Analyse folgt die Festsetzung kurz-, mittel- und langfristiger Strategien, darauf deren Umsetzung. Je früher eine aufkommende Krise erkannt wird, umso einfacher sind die notwendigen Maßnahmen, die allerdings auch wirklich ergriffen werden müssen; umso mehr Zeit bleibt zudem für deren Umsetzung und umso leichter fällt der Schritt zurück auf die Erfolgsspur - inklusive der Einrichtung eines neuen, umfassenden Frühwarnsystems.

Die drei Szenarien, in denen sich Unternehmer bezüglich möglicher Krisen befinden können, heißen:

  • Strategieprobleme
  • Erfolgsprobleme
  • Existenzprobleme
passfoto torsten montag
E-Book Tipp: Gründe für das Scheitern junger Unternehmen

Es passiert so oft! Kaum gegründet, und schon gibt es Streit unter den Geschäftspartnern, oder mit der Familie. Die Kunden stellen immer höhere Forderungen und Sie müssen Leistungen erbringen, die in diesem Maße nicht vereinbart waren und mit denen Sie nicht rechneten. Sie haben die geplante Förderung nicht bekommen und trotzdem, vorher schon, Ihr Unternehmen gegründet?

Die Banken sagen Ihnen Ihren Kredit auf, weil Sie Ihr Konto überzogen haben? Oder Sie arbeiten sehr viel und sind auf einmal krank geworden und scheinbar kann Ihnen kein Arzt helfen? Ihre Eltern werden krank und brauchen jetzt Ihre Hilfe? Es gibt so viele Gründe, warum junge Unternehmen scheitern. Das ist so schade.

Deshalb informiert Sie das E-Book "Gründe für das Scheitern junger Unternehmen" auf 19 Seiten zu all den Aspekten des Scheiterns.

Neben geschäftlichen oder privaten Gründen, der wenig trächtigen Geschäftsidee oder dem fehlenden Kapital können auch oft Marktschwankungen, ein schlechter Standort oder die falsche Marketingstrategie eine Ursache sein. Finden Sie es heraus! Und, vor allem, vermeiden Sie nach Möglichkeit diese Fehler.

9,95 € einmalig (kein Abo)
alle Gutscheine nutzen
alle Premiuminhalte inkl.
paypal express button gründerlexikon premium Jetzt Premiuminhalte freischalten!

Geschickte Unternehmer sorgen daher vor:

  • Unternehmens- und Umsatzziele festlegen: Jahres- sowie Drei- beziehungsweise Fünfjahrespläne erstellen und auf die Tagesarbeit herunterbrechen
  • Vernetzung innerhalb der und über die Branche hinaus: Konkurrenz- und Kundenverhalten sowie Veränderungen rechtzeitig wahrnehmen
  • Mitarbeiter einbinden und für Risiken sensibilisieren: das Potenzial des Einzelnen nutzen
  • Finanzregelung mithilfe eines guten Steuerberaters, der auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse hat: rechtzeitige Erkenntnis, wenn etwas nicht passend läuft
  • fortlaufendes Controlling aller relevanten Punkte

Auf diese Weise kann bereits innerhalb erster Strategieprobleme reagiert werden, damit es weder zu maximalen Umsatzeinbußen und erst recht nicht zu gefährlichen Existenzkrisen kommt.

Diese drei Reaktionsmöglichkeiten sind auch in unserer Früherkennungstreppe enthalten, die in drei mal drei Stufen Hilfestellungen gibt, damit das Unternehmen nicht eines Tages abgewickelt werden muss. Dabei ist zu sagen, dass kaum eine Krise unangekündigt auftritt. Nur werden die meisten frühen Anzeichen bewusst ignoriert, andere überhaupt nicht erkannt.

Typische Fragen und Antworten dafür können beispielsweise so aussehen:

  • Der Kunde ist unzufrieden? Macht nichts, das ist nur einer. Hauptsache, der Umsatz stimmt.
  • Die Konkurrenz hat ein interessantes Produkt auf den Markt gebracht? Kein Problem, unsere Produkte laufen auch hervorragend. Die Kunden brauchen nichts anderes. Oder: Wir bieten schon das Beste.
  • Neue technische Innovationen? Nein, nicht für uns, das sind nur Blasen, die bald wieder verschwinden, das setzt sich nicht durch. Wir bleiben bei dem Altbewährten.

Irgendwann haben Sie die Entwicklung verschlafen. Aus einem unzufriedenen Kunden wurden viele, die Produktqualität lässt nach oder ist überaltert, die Umsätze brechen weg, die Investitionen für neue Techniken stehen ausgerechnet jetzt nicht zur Verfügung, weil Sie kein Kapital in Reserve haben.

Rechtzeitig Anker werfen, aber wo?

Als Unternehmer brauchen Sie viele Informationen, um rechtzeitig Anker werfen zu können. Daher sollten Sie nicht nur selbst aktiv werden, sondern auch auf andere Personen setzen, angefangen bei den eigenen Mitarbeitern. Diese arbeiten besser und effektiver, wenn sie wissen, worauf es ankommt, und sehen, wofür sie sich engagieren. Manche Unternehmer halten nicht viel von Transparenz in der Firma, doch sie nutzen dann das Potenzial kreativer, engagierter, motivierter und leistungsfähiger Mitarbeiter mit ausgezeichneten Ausbildungen nur zu einem Bruchteil.

Zusätzlich sind Netzwerke, Stammtische, Unternehmerfrühstücke, Kongressen, Messen, Seminare und andere Treffen mit Unternehmern aller Art wichtig, um die Branche, die Kunden, die Entwicklungen und das Umfeld insgesamt im Auge zu behalten. Zudem lässt sich vielleicht eine Unterstützung für manches Projekt einholen (Synergien); auch hören Sie, welche Themen andere Unternehmer umtreiben. Es ist wichtig und sinnvoll zu erfahren, wie andere den Markt und seine Chancen oder Risiken einschätzen.

Betrachten wir nun unsere Früherkennungstreppe genauer:

  • Zur Strategie gehören Unternehmensziele in Form von neuen Produkten, Zielgruppen und Visionen. Es bleibt jedoch genügend Zeit, neue Strategien zu entwickeln, wenn die bisherigen ganz offenkundig nicht stimmen.
  • Im Erfolgssektor stehen die Zahlen im Vordergrund. Stimmen die Betriebsergebnisse, zeigen sich bereits erste Schwächen? Der Druck zu handeln steigt, die Zeit wird enger, denn mangelnder Erfolg leert auf Dauer auch die Kassen.
  • Existenzbedrohende Fragen richten sich nur noch nach den Finanzen. „Die Hütte brennt“, heißt es jetzt sehr passend, es ist knapp vor oder schon nach zwölf. Es bleibt im Grunde genommen überhaupt keine Zeit mehr. Es muss sofort gehandelt werden.
Checkliste Früherkennungstreppe
In Anlehnung an eine Übersicht des BMWi "Früherkennungstreppe"

Baron Münchhausen oder "Runder Tisch" der IHK?

Wenn gar nichts mehr geht, haben alle Unternehmer, die zu IHKs und Handwerkskammern gehören, den Vorteil, den sogenannten „Runden Tisch“ nutzen zu können. Zusammen mit Banken, Steuerberatern und weiteren Entscheidern lässt sich manche Insolvenz noch abwenden. Andere Berufe müssen sich selbst wie Baron Münchhausen am eigenen Schopf aus der Krise ziehen, auf die Suche nach möglichen Helfern gehen oder im Zweifelsfall ihr Unternehmen tatsächlich aufgeben.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist die Kontrolle aller Eckpunkte das wichtigste Handlungsinstrument. Dafür wird einige Zeit nötig sein, vor allem am Anfang, doch schließlich wird die regelmäßige Überprüfung laufender Prozesse und neuer Ideen zu einem Routinetermin im Kalender. Auch müssen nicht alle Punkte gleichzeitig überprüft werden. Einige sind täglich, andere wöchentlich, wieder andere monatlich oder halbjährlich zu erledigen. Sie sollten allerdings auf Engmaschigkeit und auf ein diszipliniertes Handeln achten. Wo der Schlendrian Einzug hält, kann der Untergang ganz schnell gehen.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

Gründerlexikon
Sind Sie ein Unternehmertyp? Machen Sie jetzt den Test!

Anzeige
banner fastbill
 Hier werben?