Umsatzprognose und Rentabilitätsvorschau im Businessplan

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Nachdem nun der Kapitalbedarfsplan und der Finanzierungsplan als Teil des Finanzplans vorgestellt wurde, verbleibt es nun noch die Umsatzentwicklung sowie dieRentabilitätsvorschau. Im folgenden soll grundlegend geklärt werden, wie Sie bei der Erstellung einer Umsatzprognose vorgeht und wie dieser ermittelt der Umsatz in die Rentabilitätsvorschau einfließt.

c.    Die Umsatzentwicklung oder Umsatzprognose

Die Umsatzentwicklung ist Teil der Rentabilitätsvorschau, welche im nächsten Punkt unter die Lupe genommen wird. Eine Umsatzentwicklung sollte über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren erstellt werden. Wobei das erste Jahr meist nicht aus 12 Monaten besteht, sondern je nach Geschäftseröffnung weniger als 12 Monate umfasst. Die Planung oder Vorschau des zu erwartenden Umsatzes ist nicht unbedingt eine einfache Angelegenheit. Im Zweifelsfall nutzen Sie die Hilfe eines Gründungsberaters. Einfacher wird die Angelegenheit, wenn Sie bereits im Vorfeld Aufträge erhalten haben oder Aufträge von künftigen Auftraggebern mit ziemlicher Sicherheit abschätzen können. Sollten Sie allerdings ohne jegliche Vorahnung an eine derartige Umsatzermittlung herantreten, so arbeiten Sie bitte realistisch und versuchen lieber zaghafter als zu forsch die Umsätze einzuschätzen. So vermeiden Sie eine risikoorientierte Einschätzung hinsichtlich Ihrer zukünftigen Liquidität und Ihres unternehmerischen Erfolges. Allerdings ist es notwendig die Umsätze weitestgehend realistisch zu ermitteln, da eine zu knapp bemessene Umsatzermittlung zu einer zu hohen Fremdkapitalaufnahme führen kann, was wiederum zu überhöhten Zinsbelastungen führt. Berücksichtigen Sie in Ihrer Umsatzberechnung auch die Gewährung von Skonti, Rabatten oder anderen Preisnachlässen. Erläutern Sie einzelne Positionen Ihrer Planung, so dass ein Fachfremder Ihre Berechnungen nachvollziehen kann. Eine einfache und sichere Vorgehensweise ist die der Rückwärtskalkulation. Tragen Sie zunächst in der Rentabilitätsvorschau alle Aufwendungen und Kosten zusammen und ermitteln darauf aufbauend die nötigen Umsätze, um diese Kosten decken zu können. Der so ermittelte Umsatz ist der Minimalumsatz, der also auf jeden Fall monatlich oder jährlich erreicht werden muss. Ist dieser Minimalumsatz bekannt, können Sie auf die notwendigen Stückpreise oder Verkaufsmengen schließen. Diese Verkaufsmengen geben Ihnen Auskunft über die Möglichkeit oderUnmöglichkeit der Umsetzung derGeschäftsidee.

Beispiel:

Es wurden mtl. Gesamtkosten von 3.000 EUR ermittelt. Sie müssen also mindestens 3.000 EUR Umsatz pro Monat erzielen, um einen Gewinn von 0 EUR zu erwirtschaften. Gehen Sie von einem Gewinn von mindestens 1.000 EUR aus, da Sie ja auch Geld für die private Lebenshaltung benötigen. Somit müssen schon monatlich 4.000 EUR umgesetzt werden. Bei einem angenommenem Verkaufspreis von 10 EUR je Stück müssten Sie also 400 Stück monatlich verkaufen, was eine tägliche Verkaufsmengen von 16 Stück (400 St / 25 Tage je Monat) entspricht. An dieser Stelle können Sie als Fachmann in Ihrer Branche selbst entscheiden, ob es noch realistisch ist, das Produkt zu verkaufen. Ggf. müssen Sie nun das Konzept neu kalkulieren und überdenken.

d.    Rentabilitätsvorschau

Die Ermittlung Ihrer künftigen Rentabilität durch eine Rentabilitätsvorschau (auch Ertragsvorschau genannt) ist nicht nur für Sie als Unternehmer, sondern auch für Ihre künftigen Investoren, Gläubiger oder Geldgeber von entscheidender Bedeutung. Die Rentabilitätsvorschau können Sie entweder mit einer Software elektronisch, einerVorlage schriftlich oder mit der Hilfe einer fachkundigen Gründungsberaters erstellen.

Die Ertragsvorschau wird, wie alle anderen finanztechnischen Berechnungen, über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren erstellt. In Ihr stellen Sie die Umsatzerlöse und andere Einnahmen Ihres Unternehmens den Aufwendungen gegenüber. Somit ermitteln Sie das Betriebsergebnis und können Ihren Gläubigern über die entsprechende Berichtsperiode einen solides oder stetiges Wachstum nachweisen. Die Umsatzerlöse resultieren aus obiger Berechnung zur Umsatzentwicklung. Zu den Betriebsausgaben zählen neben Personalkosten, Mieten- und Pachtaufwendungen, den Kreditzinsen auch die Betriebssteuern, Betriebskosten, die Abschreibungen und sonstige Kosten.

Die Betriebskosten werden aus KFZ Kosten, Versicherungen, Raumkosten und sonstige Aufwendungen gebildet. Sonstige Aufwendungen beinhalten Bürobedarf, Literatur, Buchhaltungskosten, Werbekosten, Verpackungskosten, Kosten für Werkzeuge und Kleingeräte, Telefon- und Faxaufwendungen, Internetkosten, Porto, Reinigungskosten und anderes mehr. Weitere Betriebsausgaben können Sie im Lexikon der Betriebsausgaben recherchieren. Nutzen Sie auch unsereVorlage und unseren Onlinerechner zur Rentabilitätsvorschau!

All die beschriebenen Komponenten bilden in der Summe den Finanzplan Ihres Businessplans, welcher dem Leser einen Einblick über die finanziellen Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmers verschaffen sollen.


Quelle:
Eigene Erfahrungen

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  • Torsten Montag
  • Ich habe mich als Dipl. Betriebswirt im Bereich eCommerce spezialisiert. Aufgrund jahrelanger Erfahrungen mit eigenen Webseiten in Sachen Suchmaschinenoptimierung, Vermarktung und selbstverständlich dem Geld verdienen im Internet, nehme ich mir das Recht heraus, mich in diesen Angelegenheiten als Experte zubezeichnen.
  • http://www.clever-clogs.de
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