Technologie, Anwerbung und Geschäftsaufbau
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Teil 2 von 3 aus der Serie:
Zehn Erfolgstipps für Übersetzungsunternehmen
Zehn Erfolgstipps für Übersetzungsunternehmen
- Erfolg, Marketing und Betriebskosten
- Technologie, Anwerbung und Geschäftsaufbau
- Online-Marketing, Globale Reichweite, Wachstum und Konsolidierung
Wie muss ein Gründer vorgehen und welche Ausstattung braucht er, für den Aufbau eines Übersetzungsbüros. Im folgenden Artikel geben wir Ihnen drei weitere Tipps vom Experten.
Tipp 4: Technologie
Wie auch in vielen anderen Industrien des 21. Jahrhunderts, spielt Technik in Übersetzungsunternehmen eine große Rolle und kann dazu beitragen, die Kosten sowohl für das Unternehmen selbst als auch für seine Kunden niedrig zu halten.
Firmenintern können Sie versuchen, kostenlose Open-Source- und Open-Standard-Software und –Technologie einzusetzen, wo immer dies möglich ist. Google Docs ist zum Beispiel eine fantastische Lösung zum Speichern und zur gemeinsamen Benutzung von Dateien im ganzen Unternehmen. Wichtig ist dabei, dass sie allesamt auf den sicheren Servern von Google gespeichert sind; Sie brauchen sich also keine Gedanken über interne Speichersysteme zu machen.
Versuchen Sie, wo immer dies möglich ist, eine Kultur der „Fernkonferenz“ zu etablieren. Der Einsatz von VoIP- Software wie Skype und Instant Messaging, E-Mail und Telefonkonferenz-Services ist wesentlich preiswerter als das Reisen zu Firmen-Meetings.
Ein ernstzunehmendes Übersetzungsunternehmen ist außerdem im Umgang mit Translation-Memory- (TM-) Software geübt, die dazu entworfen wurde, menschliche Übersetzer dabei zu unterstützen, effizienter zu arbeiten, und letztendlich insgesamt die Qualität sowie die Geschwindigkeit der Bearbeitung zu steigern. Da sie sich daran erinnern, wie bestimmte Ausdrücke übersetzt werden sollten, sind computergestützte Übersetzungen besonders für solche Übersetzer nützlich, die regelmäßig Aufträge von ein und demselben Kunden bekommen.
Wenn beispielsweise in einem Fachtext durchwegs viele Formulierungen wiederkehren, baut die TM- Software mit der Zeit ein Translation Memory auf. Werden im Text wiederholte Segmente entdeckt, kann das TM frühere Übersetzungen benutzen und anwenden, um eine kürzliche „Übereinstimmung“, ein „Match“ zu finden. Wenn in der Folge die Anzahl der Wiederholungen innerhalb eines Textes hoch ist, können sich die Kosten des Kunden für die Übersetzung drastisch senken lassen.
Tipp 5: Anwerbung von Übersetzern
Übersetzer arbeiten mehrheitlich auf freiberuflicher Basis. Das gibt ihnen die Gelegenheit, sich in einer internen Datenbank ein Netzwerk von professionellen Linguisten aufzubauen, ohne dass Ihnen dadurch nennenswerte Kosten entstehen. Achten Sie jedoch darauf, keine Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Im Idealfall werben Sie also Übersetzer an, die über solide Erfahrungen verfügen und gute Referenzen vorweisen können.
In den ersten Jahren ist es empfehlenswert, sich zunächst auf ein paar europäische Sprachen, wie Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch, zu konzentrieren. Wenn Sie erst eine solide Datenbank mit Übersetzern für diese Sprachen haben, können Sie Ihr Angebot auf weitere Sprachen ausdehnen.
Das Projektmanagement steht ebenfalls im Mittelpunkt des Übersetzungsprozesses – Sie brauchen gut organisierte, gewissenhafte Mitarbeiter, die sich um Ihre Kunden kümmern. Sie haben eine Vermittlerfunktion zwischen dem, was Kunden wünschen, und dem, was Übersetzer leisten können – Projektmanager geben Anweisungen weiter und sorgen dafür, dass genau der richtige Linguist mit der für ihn passenden Übersetzung beauftragt wird.
Sie brauchen in den ersten Jahren nicht unbedingt einen festangestellten Buchhalter oder Mitarbeiter der Personalabteilung. Sie können wahlweise einige dieser Aufgaben selbst übernehmen, um die Kosten niedrig zu halten, oder diese Arbeit auf Ad-hoc-Basis durch Outsourcing an andere Firmen vergeben.
Tipp 6: Der Aufbau des Geschäfts
Kunden erscheinen nicht einfach aus dem Nichts. Sie müssen aktiv nach Aufträgen suchen – sehen Sie sich im Internet nach Untenehmen um, die einen Bedarf an Übersetzungen haben. Dabei handelt es sich zum Beispiel regelmäßig um alle Unternehmen, die weltweiten Handel betreiben. Angesichts Ihrer niedrigeren Betriebskosten sind Sie möglicherweise in der Lage, günstigere Preise anzubieten als deren derzeitiger Übersetzungsanbieter. Rufen Sie solche Firmen an – sprechen Sie mit ihnen, seien Sie freundlich und zuvorkommend, aber dennoch behutsam überzeugend. Mit etwas Glück haben Sie schon bald einen großen Auftrag in der Tasche, der Ihnen die nötigen Mittel einbringen kann, die Ihnen in anderen Bereichen den Ausbau Ihres Geschäfts ermöglichen.
Dieser Text wurde zur Verfügung gestellt von:
Christian Arno, er gründete das weltweite Übersetzungsunternehmen Lingo24 im Jahr 2001. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen Mitarbeiter auf vier Kontinenten, ist für Kunden in mehr als 60 Ländern tätig und erzielt einen Umsatz von mehr als 4 Mio. Euro.
Quelle:
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Über den Autor

- Evelyn Brandies
- Mein Name ist Evelyn Brandies, ich schreibe als Redakteurin u.a. für das Gründerlexikon. Weiterhin unterstütze ich als gelernte Bilanzbuchhalterin Existenzgründer beim Aufbau ihrer Buchhaltung.