Gründe für das Scheitern von Jungunternehmen – eine etwas andere Betrachtungsweise
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Teil 2 von 4 aus der Serie:
Führerschein für Existenzgründer
Führerschein für Existenzgründer
- Deutsche Existenzgründer sichtlich überfordert
- Gründe für das Scheitern von Jungunternehmen – eine etwas andere Betrachtungsweise
- Die Hilfe, die keine ist
- Gründerlexikon fordert Führerschein für Existenzgründer
Natürlich könnten wir sagen, dass Gründer daran scheitern, dass sie unverschuldet in finanzielle Probleme geraten, einer Wirtschaftskrise zum Opfer fallen oder von bösen Großunternehmen aufgefressen werden. Das mag zwar durchaus passieren, aber im Endeffekt scheitern die Unternehmer an ganz anderen Problemen.
Spieglein, Spieglein an der Wand …
… Sag mir, wer ist der Blödste im ganzen Land? Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass es immer weniger Leute gibt, die korrektes Deutsch sprechen? Leider gibt es genügend, die es nicht einmal mehr anständig schreiben können. Da sinkt das Vertrauen in die Fähigkeiten als Unternehmer doch gleich automatisch schon einmal um Meilen ab.
Sehen wir uns einmal das Ausbildungsniveau unserer Gründer an. Immerhin 22,2 Prozent durften eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister ihres Berufes genießen und konnten damit einen gewissen Grundstein in Unternehmensführung und Betriebswirtschaft legen. 26,1 Prozent sind Hochschulabsolventen. Wenn sie nicht gerade Betriebswirtschaft studiert haben, sind sie zwar in der Regel im fachlichen Bereich gut, werden aber nicht allzu viel Ahnung von Unternehmensführung haben – von Lebenserfahrung ganz zu schweigen. 47,1 Prozent der Gründer hat eine normale Berufsausbildung oder eine Berufsfachschule absolviert. Dies stellt sicherlich eine gute fachliche Basis dar, aber betriebswirtschaftliches Know-how oder gar Kenntnisse im Steuerrecht oder der Buchführung werden wir hier meist vergeblich suchen. 4,7 Prozent der Gründer haben überhaupt keine Ausbildung. Wir möchten ja niemandem etwas unterstellen – aber die Erwartungen sind diesbezüglich naturgemäß nicht besonders hoch.
Selbstüberschätzung, soweit das Auge reicht
Das Schlimme ist, dass Unwissenheit nur allzu oft gepaart mit völliger Selbstüberschätzung auftritt. Viele haben dieses „Was die anderen können, kann ich schon lange“-Denken – dieser Ansatz ist aber halt leider meist nicht richtig. Es gehört eben mehr dazu, ein Unternehmen zu führen, als eine gute Idee zu haben.
Viele Gründer sind der Überzeugung, dass sie die absolute „Überidee“ gefunden haben, auf die garantiert alle Leute abfahren werden. Kaum hat man eine gute Idee, schon wird man reich. Weil sie sich ja sicher sind, dass sie mit ihrer Gründung Erfolg haben werden, halten sie es nicht mehr für nötig, sich weitere Gedanken zu machen. Marktanalyse? Was ist das? Rücklagen brauchen wir nicht, wir fahren ja satte Gewinne ein. Marketing ist eh überflüssig, denn ein gutes Produkt verkauft sich auch.
Von der Unfähigkeit vorauszuplanen
Warum nur sind Gründer so unfähig, ihre Zukunft zu planen? Bevor sie ihr Unternehmen gründen, sollten sie zumindest einmal grob die Finanzen durchplanen. Dies werden wohl auch die meisten tun, aber sie lügen sich dabei gerne selbst in die Taschen. Bei den Einnahmen überlegen sie sich, wie viel sie wohl verdienen werden. Dass vielleicht auch einmal Monate dabei sind, in denen sie weniger oder vielleicht sogar nichts verdienen, bedenken dabei die wenigsten. Einige Betriebsausgaben laufen weiter, auch wenn keine Einnahmen hereinkommen. Dies hat natürlich extrem negative Auswirkungen auf die Liquidität.
Außerdem vergessen viele, ihre eigenen Lebenshaltungskosten mit einzurechnen. Schließlich ist es ja nicht das Ziel, irgendein positives Ergebnis mit dem Unternehmen zu erzielen, sondern einen attraktiven Gewinn zu bekommen. Sie haben ja keinen bequemen 30-Stunden-Bürojob, sondern oft genug eine 60- oder 70-Stunden-Woche. Und die will schließlich entlohnt werden.
Quellen:
Statista
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Über den Autor

- Sabine Hutter
- Mein Name ist Sabine Hutter und ich bin als selbständige Autorin und Webtexterin tätig. Als Staatlich geprüfte Betriebswirtin habe ich mich auf die Themen Existenzgründung, Unternehmen und Personalwesen spezialisiert.
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