Gegenmaßnahmen, um das Scheitern junger Unternehmen zu verhindern

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In den vergangenen Teilen unserer Serie zu den Gründen für das Scheitern junger Unternehmen haben wir erkannt, dass oftmals Faktoren auf den Absatzmärkten, zu geringe fachliche Qualifikationen, Probleme im Gründungsteam oder persönliche Probleme der Gründer verantwortlich waren. Auch Finanzierungsprobleme waren ein wichtiger Grund für viele Unternehmensschließungen. Heute wollen wir uns mit den möglichen Gegenmaßnahmen beschäftigen, die den Marktaustritt der jungen Unternehmen hätten verhindern können.

Neue Märkte, Produkte, Prozesse

Viel versprechend sind die Versuche, neue Märkte zu erschließen. Dies kann durch eine Ausweitung der Lieferungen, etwa ins Ausland erfolgen. Aber auch neue Produkte oder zumindest angepasste Produkte könnten neue Märkte erobern. Im Ablauf der unternehmensinternen Prozesse könnten Verbesserungen zu einer effektiveren Arbeitsweise führen.

Das Problem beim Erschließen neuer Märkte, bei der Entwicklung neuer Produkte oder Veränderungen in den betriebsinternen Prozessen ist, dass dies Zeit braucht. Obwohl vergleichsweise viele Unternehmen versucht haben, mit solchen Maßnahmen die Schließung des Unternehmens zu verhindern, konnten sie nicht helfen. Gründe waren häufig darin zu sehen, dass die ersten Anzeichen für eine Krise übersehen bzw. viel zu spät erkannt wurden. Mit geringen Vorlaufzeiten lassen sich jedoch entscheidende Veränderungen kaum durchführen.

Personalabbau und Kurzarbeit

Ein wichtiger Anteil der Fixkosten in Unternehmen entfällt auf das Personal. Deshalb haben viele Unternehmen versucht,Personal abzubauen, um somit Kosten einzusparen. Auch dieKurzarbeit ist dabei eine Möglichkeit für Einsparungen. Jedoch sollte man hierbei nicht vergessen, dass auch diese Maßnahmen nur dann hilfreich sein können, wenn die Krise noch nicht zu weit vorangeschritten ist.

Zudem bedeutet ein Personalabbau zeitgleich auch eine Verringerung der Kapazitäten. Sollten nun größere Aufträge ausgelöst werden, können diese nicht mehr zeitnah ausgeführt werden. Das wiederum würde ein weiteres Problem und einen weiteren Schritt in Richtung Marktaustritt bedeuten.

Beratungen und Vermögensveräußerung

Viele Unternehmen, die mit einem Insolvenzverfahren aus dem Markt ausgetreten sind, haben eine Sanierungsberatung in Anspruch genommen. Das zeigt deutlich, dass die Unternehmen noch Hoffnung hatten, durchfachlich kompetente Hilfe einen Weg aus der Krise zu finden. Dennoch gilt auch in diesem Bereich: Beginnt die Sanierung zu spät, kann sie den Marktaustritt nicht mehr abwenden.

Die Veräußerung bestehenden Vermögens nahm hingegen nur eine untergeordnete Rolle ein. Gründe dafür könnten sein, dass die Vermögen als Sicherheiten für die Banken galten und nicht veräußert werden konnten, aber auch, dass keine Käufer gefunden wurden.

Zu späte Reaktionen

In fast allen Fällen zeigt sich, dass die Gegenmaßnahmen zwar hätten wirken können, doch nur dann, wenn ausreichend Vorlaufzeit da gewesen wäre. Obwohl diese Zeit vom Erkennen der ersten Anzeichen für die Krise zwischen 0 und 60 Monaten liegt, erkennen viele junge Unternehmen diese doch zu spät. Dennoch hätte es auch hier Chancen gegeben, wie die befragten Unternehmer angaben.

Insbesondere die staatliche Unterstützung in Form von geringeren Steuern oder Erleichterungen bei den Lohnkosten hätte helfen können. Denn fast immer warenfehlende finanzielle Mittel ein entscheidender Grund für den Marktaustritt.

Lesen Sie im nächsten Teil, welche Folgen der Marktaustritt von Unternehmen hat.

Quelle:
Eigene Erfahrungen

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  • Sabine Hutter
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