Der Finanzplan im Businessplan
(3 Bewertungen)
Teil 15 von 16 aus der Serie:
Businessplan für Existenzgründer
Businessplan für Existenzgründer
- Was ist ein Businessplan und wer sollte einen erstellen?
- Welchen Umfang sollte der Businessplan haben?
- Die 5 häufigsten Fehler bei der Erstellung eines Businessplans
- Wer sollte eine Kopie meines Businessplanes erhalten?
- Personal, Personalbedarf, Personalplanung und Weiterbildung
- Das Deckblatt Ihres Businessplanes
- Das Inhaltsverzeichnis des Businessplans
- Die Zusammenfassung (Summary) steht am Beginn des Businessplans
- Produkte und Dienstleistungen im Businessplan
- Markt, Wettbewerb und Konkurrenz
- Unternehmensführung und Management
- Marketing, Preispolitik, Vertriebspolitik und Absatzmethoden im Businessplan
- Rechtsformwahl und Organisation des Unternehmens
- Chancen und Risiken im Businessplan beschreiben
- Der Finanzplan im Businessplan
- Umsatzprognose und Rentabilitätsvorschau im Businessplan
Dieser Abschnitt ist durch das Zahlenmaterial des jungen Unternehmens gekennzeichnet. Zeigen Sie dem Gläubiger, dass Ihr Unternehmen auf Sicht von drei Jahren effizient und rentabel sein wird. Dazu müssen Sie den Kapitalbedarf, das Finanzierungskonzept, Ihr Eigenkapital, das nötige Fremdkapital, eine Umsatzplanung, eineRentabilitätsvorschau sowie eineLiquiditätsplanung erstellen und so Ihr Unternehmen präsentieren. Zu dieser Thematik gibt es auf dem Markt eine Reihe von Instrumenten, welche Sie bei der Zusammenstellung der Unternehmenszahlen unterstützen. Das stellt Sie aber nicht davon frei die Unternehmenskennzahlen und das nötige Zahlenmaterial der Firma selbst nach zurechnen und im Überblick zu behalten. Diese Aufgabe kann im Zweifel zusammen mit einemSteuerberater oder einem Unternehmensberater durchgeführt werden. Die Kennzahlen im Einzelnen.
Fremd- und Eigenkapital
Die Höhe des Eigenkapitals beschreibt das Bargeld und die Sacheinlagen, welche Sie in das Unternehmen einbringen werden. Darüber hinaus können Sie das noch notwendige Kapital von einem Kreditinstitut für eine gewisse Laufzeit borgen. Auf diese Weise steht für die Investitionen ein Kapitalblock bereit, welcher sich aus Fremd- und Eigenkapital zusammensetzt. Der Kapitalbedarfsplan zeigt, wie hoch der Bedarf an Eigen- und Fremdkapital für die zu tätigenden Investitionen sein wird. Darüber hinaus sollten Sie ein gewisses Polster für unvorhergesehene Anschaffungen, Investitionen und für Ihre private Lebensführung vorhalten. Beachten Sie bei der Kalkulation Ihrer Finanzen, dass während der Zeit der Tilgungsjahre eine finanzielle Mehrbelastung auf Ihr Unternehmen zukommen wird. Diese finanzielle Belastung setzt eine entsprechende Liquiditätsstruktur Ihres Unternehmens voraus. Lesen Sie dazu die Ausführungen zum Liquiditätsplan. Im Zusammenhang mit der Frage der Fremdfinanzierung steht immer die Frage der geeigneten Rücklagen und Sicherheiten. Da die meisten Unternehmen aus einer privaten Situation heraus entstehen und somit meist als Personengesellschaften oder Einzelunternehmen gegründet werden, sind die Sicherheiten im Wesentlichen aus Ihrer Privatsphäre heranzuziehen. Dies bedeutet auch für Ihre persönliche Situation ein gewisses Risiko, was bei der Fremdkapitalplanung berücksichtigt werden sollte.
a. Der Kapitalbedarfsplan
In der Kapitalbedarfsplanung (auch als Investitionsplanung bezeichnet) fassen Sie sämtliche zukünftige Investitionen im Unternehmen in einer Übersicht oder einer Tabelle zusammen. Für diese Tätigkeiten gibt es auf den Markt bzw. im Internet zahlreicheVorlagen, welche die Erfassung und Strukturierung erleichtern. Der Kapitalbedarf wird häufig in langfristige Investitionen (Anlagevermögen), mittel- und kurzfristige Investitionen, Aufwendungen oder Betriebsmittel,Gründungskosten und privat veranlasste Investitionen gegliedert. Über die Zusammenstellung oder den Inhalt der Kapitalbedarfsplanung gibt es verschieden Methoden und Modelle, so dass Sie die erwähntenVorlagen immer in verschiedenen Ausführungen finden werden. Übrigens: IhrenKapitalbedarfsplan können Sie auch mit unserem kostenlosen Onlinerechner vorbereiten oder selbst erstellen. Der Kapitalbedarf wird grundsätzlich folgendermaßen unterteilt:
Privater Kapitalbedarf
Um den Kapitalbedarf Ihres Unternehmens ermitteln zu können, müssen Sie sämtliche Aktivitäten in Ihrem Unternehmen erfassen, welche zu finanziellen Auszahlungen führen. Somit sind auch Entnahmen von Geldern für Ihre private Lebensführung unter diesem Stichwort zu fassen. Da Sie von Ihrem Unternehmen leben und sämtliche privaten Ausgaben begleichen müssen, ist es notwendig, dass Sie regelmäßige Entnahme berücksichtigen. Unter der Entnahme ist z.B. die monatliche Umbuchung eines bestimmten Geldbetrages vom Geschäftskonto auf Ihr Privatkonto zur privaten Verwendung zu verstehen. Es ist vorteilhaft einen Plan zur Ermittlung der privaten Ausgaben erstellen, den privaten Kapitalbedarfsplan. Dieser Plan beinhaltet die Einkommensteuer,Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer oder Kfz-Steuer, die Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Lebensversicherung, Unfallversicherung und andere private Versicherungen. Aber auch private Mieten und Betriebskosten sowie Kosten für die Lebensführung, so z. B. Lebensmittel.
Betrieblicher Kapitalbedarf
Neben dem privaten Kapitalbedarf ist der betriebliche Kapitalbedarf festzustellen und in Ihren Kapitalbedarfsplan aufzunehmen. Der betriebliche Kapitalbedarf stellt im Wesentlichen die Betriebsausgaben dar. Darüber hinaus dürfen in Ihrem Kapitalbedarfsplan Grundstücke, Gebäude, Renovierungsmaßnahmen oder Instandsetzungsmaßnahmen, Maschinen, Geräte, Betriebs- und Geschäftsbedarf, Fahrzeuge usw. nicht fehlen. Selbstverständlich müssen Sie auch Waren anschaffen, so dass diese Aufwendungen ebenfalls aufzunehmen sind. Personalkosten, Bürobedarf, Telefon, Mieten, Zinsaufwendungen, Fahrzeugkosten, Buchführungskosten, Steuerberatungskosten, Rechtsanwaltskosten, Gründungskosten und vieles andere mehr sind ebenfalls Positionen in Ihrem Kapitalbedarfsplan.
Darüber hinaus werden Sie in der ersten Zeit Ihres neuen Unternehmens einen gewissen Bedarf an Geld für Werbemaßnahmen, für fehlerhafte Planungen oder Organisation oder ähnliche Aufwendungen benötigen. Unter Umständen ist es auch wichtig die Investitionsplanung in Investitionen vor der Gründung und Investitionen nach der Gründung aufzuteilen. Nutzen Sie unsereVorlage zum Kapitalbedarfsplan! Nicht vergessen: Der betriebliche Kapitalbedarfsplan kann und wird von der steuerlichen Gewinnermittlung für das Finanzamt abweichen.
b. Der Finanzierungsplan
Nach dem Sie im Kapitalbedarfsplan festgestellt haben, wie hoch die notwendigen Investitionen für Ihr Unternehmen sein werden, beschreiben Sie nun, wie dieser festgestellte Kapitalbedarf gedeckt wird. Oder anders ausgedrückt: Von wem bekommen Sie das nötige Kapital? Auch hier haben Sie wieder verschiedene Möglichkeiten. Sie können Ihr eigenes Kapital oder Sacheinlagen ( Finanzierung mit Eigenkapital) nutzen, um die notwendigen Investitionen zu realisieren. Erstellen Sie sich eine Checkliste, um den Umfang Ihres Eigenkapitals ermitteln zu können.
Folgende Fragestellungen sollten Sie berücksichtigen:
Habe ich Ersparnisse und kann ich diese in meinem Unternehmen einsetzen?
Wie werden sich diese Ersparnisse bis zur Geschäftseröffnung entwickeln?
Können Sie andere Kapitalanlagen wie Versicherungen, Aktien, Bausparverträge oder Investmentfonds für Ihre Gründung nutzen?
Bitte bedenken Sie, dass Sie auch für Ihre zukünftige Absicherung entsprechende Rücklagen vorhalten sollten.
Eine andere Möglichkeit, um an liquide Mittel für Ihre Unternehmensgründung zu gelangen, ist die Aufnahme eines Darlehens bei engen Verwandten oder Bekannten. Mit niedrigen Zinssätzen, können Sie so Ihre Liquidität entscheidend verbessern. Allerdings sollte auch hier nicht auf Darlehensverträge und die Festsetzung entsprechender Konditionen verzichtet werden. Beteiligungen Ihrer Geschäftspartner oder Gesellschafter, sind in diesem Sinne natürlich auch Eigenkapital, welches Ihrer Firma zur Verfügung steht. Nutzen Sie unsereVorlage Finanzierungsplan und unseren Onlinerechner zum Finanzierungsplan!
Quelle:
Eigene ErfahrungenBenutzer die diesen Artikel gelesen haben, haben auch folgende Artikel gelesen:
-
E-Books
- Businessplan mit Muster und Vorlage für den Finanzplan (Download für nur 9,99 €)
- Investition und Finanzierung Skript I (Download für nur 4,99 €)
-
Lexikon
- Kapitalbedarfsplanung
- Rentabilitätsvorschau
- Liquiditätsplanung
- Kapitalbedarf
- Kalkulation
-
Magazin
- Umsatzprognose und Rentabilitätsvorschau im Businessplan
- Die 5 häufigsten Fehler bei der Erstellung eines Businessplans
- Was ist ein Businessplan und wer sollte einen erstellen?
- Welchen Umfang sollte der Businessplan haben?
- Das Deckblatt Ihres Businessplanes
-
Online Rechner
- Kapitalbedarfsplan
- Finanzierungsplan
-
Vorlagen
- Finanzierungsplanung (Download für nur 1,99 €)
- Finanzierungsplanung Muster (Download nur für Registrierte Benutzer)
- Rentabilitätsvorschau Muster (Download nur für Registrierte Benutzer)
- Rentabilitätsvorschau (Download für nur 2,99 €)
Artikel verfolgen
Wenn Sie über Änderungen an diesem Artikel benachrichtigt werden möchten, klicken Sie auf Benachrichtigen
Häufig gelesen
Vorlage Abtretungserklärung
Häufig gesucht und nachgefragt wird eine Vorlage zur Abtretungserklärung. Abtretungserklärungen si...
E-Book: Die 10 häufigsten Fragen zum Nebengewerbe und zur Nebentätigkeit
Endlich der eigene Herr sein, das eigene Wissen nutzbringend anwenden oder sein Hobby zum Beruf mache...
Wann muss ich eine Umsatzsteuererklärung abgeben? FAQ 20
Sehr häufig wir im Forum die Frage gestellt: Wann muss ich eine Steuererklärung abgeben? oder Welc...
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung FAQ 16
Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, auch ...
Anlage EÜR für 2009 online
Soeben habe ich die Nachricht erhalten, dass der Vordruck zur Einnahmenüberschussrechnung EÜR 2009...
Zuletzt geschrieben
Fachanwälte beraten Unternehmen 
Das Leistungsportfolio niedergelassener Fachanwälte ist sehr umfangreich. Die Rechtsgebiete, die d...
Professionelle Firmenvideos – so wird’s gemacht 
Imagefilme, Werbefilme, Produktvorstellungen – die Auswahl an Möglichkeiten, ein Unternehmen in Fo...
GmbH-Haftung – Geschäftsführer in der Wissensfalle 
Die Geschäftsführer der GmbH sind nicht annähernd so sicher vor der Haftung mit dem Privatvermögen...
Verschenken Sie zum Richtfest auch noch Gutscheine, Deko und Blumen? 
Wenn der Dachstuhl gesetzt ist, atmet der Bauherr erst einmal auf: das ganze Projekt ist endlich a...
Rentenversicherungspflicht: Selbstständige werden geschröpft! 
Es ist ja nun nicht so, als wären Selbstständige durch ihr Geschäftsrisiko und den großen Wettbewe...
Das könnte Sie auch im Magazin interessieren
Interessantes aus den E-Books
Interessantes aus dem Ratgeber
- Formlose Gewinnermittlung Kleingewerbe
- Angabe von Zins und Tilgung in der Rentabilitätsvorschau
- Der Band III des Existenzgründerzyklus in der 2. aktualisierten Auflage erscheint pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2009.
- Planbilanz für Dienstleistungsunternehmen
- Rentabilitätsvorschau Betriebsinvestitionen 2010
Wir antworten auf jede Frage
Gratis anmelden und Fragen stellen.
>> Jetzt anmelden und mitmachen
Interessantes aus den Vorlagen
Interessantes aus den Onlinerechner
Interessante Serien
Neueste Artikel im Magazin
Über den Autor



- Torsten Montag
- Ich bin Dipl. Betriebswirt, zugelassener eCommerce-Berater der KfW-Bank und Experte im Bereich Suchmaschinenoptimierung sowie Geld verdienen im Internet.
NEU: Mein Videocast
Ich betreibe seit kurzem unter GründerlexikonTV auf youtube einen Channel. Dort werden nicht nur fachliche Videos zu sehen sein, sondern auch unregelmäßig ein Videocast zum eCommerce und Geld verdienen im Internet von mir veröffentlicht. Sei dabei, mach mit und lerne von meinen Fehlern und Erfahrungen.
Weitere interessante Webprojekte:
Lexikon der Betriebsausgaben
Betriebswirtschaft satt
kommentiert von Gast am 12. Januar 2010
Auch wir von Business- Konzept fördern Existenzgründer auf Ihren Weg in die Selbstständigkeit und helfen kostenlos beim Erstellen des Businessplans. Um den Gründerzuschuss zu erhalten ist dieser dringend notwendig.
Kommentar kommentieren
kommentiert von Gast am 27. Februar 2010
Ich habe hier ernsthafte Schwierigkeiten damit einen Businessplan zu erstellen - einfach deswegen weil ich (a) noch nie zuvor fremdes Kapital brauchte (diesmal aber schon weil es schnell gehen muss!) und (b) weil ich das schon manchmal als Kapitalgeber (von der anderen Seite betrachtet) belächelt habe. Da werden wild Zahlen in die Landschaft fabuliert die ohnehin nie genau so umgesetzt werden können. Ist man zurückhaltend bei den Zahlen und setzt nur einen worst-case an, dann kommt es meist ohnehin noch schlimmer - haut man mit den Zahlen auf den Putz stinkt das ganze binnen kürzester Zeit nach Grössenwahn und kann potentielle Investoren auch wieder verschrecken. Ich halte es daher für wesentlich sinnvoller KEINE Zahlen(spiele) in einen Businessplan zu packen, denn jeder Investor wird und muss in der Lage sein selber zu beurteilen welches Potential in einer Idee steckt - der Idee selber muss dafür entsprechende Detailtreue verliehen werden. Und danach heisst es: "Entweder mag der Investor die Idee,- dann erarbeitet man Zahlen gemeinsam; Oder er mag sie nicht, dann sind die Zahlen auch irrelevant". Im Augenblick stehen wir vor der Herausforderung, dass wir einen kleinen Wissensvorsprung haben wonach Hausverlosungen bald auch in Deutschland Einzug halten und die Hausverlosung zur Normalität werden wird. Dieser Vorsprung ist relativ klein und es ist nur eine Frage von (kurzer) Zeit bis andere zu ähnlichen Gedankengängen und Verknüpfungen von bekannten Tatsachen kommen. Letztlich hängt die Frage "Hausverlosung legal" oder "Hausverlosung illegal" nur an sehr minimalen Faktoren. Mit der http://www.hausverlosungen.ag haben wir einmal eine Plattform geschafften wo alle aktiven Hausverlosungen gelistet werden - aber langfristige Absicht ist es Hausverlosungen und ähnlcihe Verlosungen in Deutschland ganz legal zu betreiben. Als erster legaler Hausverloser Deutschlands, und um diesen Vorsprung bei Hausverlosungen auch halten zu können werden wir wohl nicht umhin kommen einen Investor ins Boot zu holen, - auch wenn mir dieser Gedanke widerstrebt, und ich nicht denke dass mich irgend etwas dazu bewegen könnte anzufangen wilde Zahlenspiele in einen Businessplan zu packen.
Kommentar kommentieren