Produktportfolio und Ladenlokal erweitern - Kapitalbeschaffung bzw. Investoren finden

(16 Antworten)
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Hallo,

Ich betreibe seit 2004 einen Online-Versandhandel (Bereich Spielwaren/Modellbau) mit eigenem Online-Shop und kleinem Ladenlokal in einem Ort mit ca. 20000 Einwohnern inkl. Umland. Bis July 2004 war ich Vollzeitbeschäftigt und habe den Versandhandel nebenbei betrieben, was mir aber auf Grund des Zeitaufwands sehr schnell über den Kopf wuchs, so dass ich von einen auf den anderen Tag gekündigt und mich selbständig gemacht habe.

Unser Problem besteht darin, dass wir die Möglichkeit sehen, in einem ca. 15km entfernten Ort mit ca. doppelt so vielen Einwohnern einen Spielwaren-/Modellbauladen mit erweitertem Produktportfolio zu eröffnen inkl. angeschlossenem Versandhandel, so gesehen eine Marktlücke.

Aus unserer Sicht stehen die Chancen gut, da es in diesem Ort keinen Spielwarenladen, geschweige denn Modellbaugeschäft gibt. Die Nachfrage scheint jedoch sehr hoch zu sein. Meine Schwester arbeitet dort in einer Kita und hört immer wieder, dass z.b. Mütter sich darüber beklagen, mind. 20-30km fahren zu müssen, um ein Geschäft mit geeigneter Auswahl zu finden.

Was den Bereich Modellbau angeht, so gibt es in näherer Umgebung mind. 5 Modellbauvereine, was bei geeignetem Sortiment ein gewisses Klientel bedeutet. Leider können wir den Bedarf momentan nicht decken, da wir nur ein 30qm Ladenlokal und z.b. ein Ersatzteil-/Zubehör Sortiment für die von uns angebotenen Artikel haben. Grössere Modellbaufirmen beliefern uns leider nicht, da wir nicht über die nötigen Voraussetzungen (Ladenfläche/Schaufensterfront) verfügen. So müssen wir nahezu jeden 2. Laufkunden wegschicken, der ggf. noch ein 2. Mal wiederkommt, dann aber wohl enttäuscht nicht mehr wieder kommt. Online müssen wir auch so manchen Kunden vertrösten.

Wir haben uns bereits an die Stadt gewandt, inwieweit dies in deren Interesse (Attraktivität usw.) ist. Dort hat man uns an die WfG verwiesen, mit der wir auch Kontakt mit konkreten Fragen aufgenommen haben.

Unser Problem besteht momentan darin, dass wir auf Grund der (offensichtlichen) Marktlücke kein Kapital beschaffen können bzw. keine Antworten auf unsere konkreten Fragen bekommen. Uns sind so gesehen die Hände gebunden. Allein die Erweiterung unseres Warenangebots würde sowohl Online, als auch was Laufkundschaft betrifft für mehr Absatz sorgen. Zudem müssten wir durch die Erweiterung zusätzliches Personal, vorerst ggf. Teilzeitkräfte einstellen.

Mittlerweile muss ich gestehen, dass das Ausfüllen eines Hartz IV Antrags einfacher wäre, anstatt sich um den Erhalt/Erweiterung eines Unternehmens, nebenbei bestehende Arbeitsplätze sichern und ggf. neue schaffen, die soziale und wirtschaftliche Struktur im Kreis zu verbessern oder die wirtschaftliche Kraft der Städte und Gemeinden des Kreises verbessern bzw. sichern.

O.g. hat sich auch die WfG auf die Fahne geschrieben und genau diese Ziel versuchen auch wir zu verfolgen.

Die konkrete Frage lautet also: Woher bzw. wie kommen wir ggf. Kapital für unser Vorhaben ?

MfG
gbuescher

PS. Ich habe vergessen zu erwähnen, um welchen Investitionsbetrag es aus einer groben Kalkulation geht.

Inkl. Ladeneinrichtung und zusätzlichem Warensortiment, dürfte sich es sich um eine Investitionssumme von ca. 50.000 EUR handeln.

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Antworten

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    Guten Tag gbuescher,

    haben Sie schon mit Ihrer Hausbank über eine mögliche Finanzierung gesprochen? Falls ja, warum will diese nicht finanzieren?


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    Hallo,

    das Problem ist folgendes:

    Wir haben schon einige Jahre ein Geschäftskonto bei dieser Bank, die bisher auch immer gut an uns verdient hat (ca. 200-300 EUR Gebühren vierteljährlich, wegen der hohen Anzahl an Buchungen)

    Vor kurzem haben wir bzgl. eines Dispo ("nur" 500-1000 EUR, zwecks Wareneinkauf) angefragt, was bereits nach einigen Minuten mit der Begründung "das geht leider nicht" abgelehnt wurde.

    Wir haben bei dieser "Dorfbank" immer den Eindruck, dass die dortigen Mitarbeiter einem das Gefühl vermitteln, sie seien etwas Besseres und man immer als Bittsteller dasteht. Man kannte weder den Begriff Mini- GmbH noch UG.

    Aus diesem Grund haben wir auch bisher davon abgesehen, über eine mögliche Finanzierung von 50.000 EUR anzufragen, wenn Einem nicht einmal 500 EUR gewährt werden.

    Wenn man ggf. ein wenig konsequenter und ohne Unterstützung (z.b. der WfG) auftreten würde, fühlt sich der Eine oder Andere sich ggf. auf den Schlips getreten, was spätere Verhandlungen auch mit professioneller Unterstützung möglicherweise erschwert. Da würde voraussichtlich auch kein gutes Konzept helfen.


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    Ohne ein Konzept bekommen Sie heute keine Finanzierung aufgestellt.

    Sie können aber auch Fördermittel und Zuschüsse für Ihr Vorhaben nutzen.

    Sie sollten Ihre Vorhabensdaten mal Kurz prüfen lassen.


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    Auch was den Ort angeht, so wurde uns gesagt, dass es dort bis vor ca. 10 Jahren mind. 2-3 Spielwarenläden gab, von denen keiner mehr erhalten ist.

    Mittlerweile ist der Ort aber um einige tausend Einwohnern gewachsen. Zudem hatten diese Geschäfte damals auch nicht die Möglichkeit Ihre Waren gleichzeitig Online anzubieten. Wir sehen dies jedoch als Chance im Bereich Spielwaren/Modellbau.

    Uns liegen auch aktuelle Branchenbriefe von reinen Spielwarenfachgeschäften und Versandhandel vor, das Branchenumsatzverhältnis beträgt 1:10 (1,7 zu 17 Milliarden Umsatz).

    Wer in Zukunft nicht auf den Online-Versand setzt, hat in Zukunft als reines Fachgeschäft schon verloren.


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    Wenn ich Ihnen vom Grundkonzept sage, dass ich einen Artikel EK 3,00 mit 500% Marge (15 EUR) verkaufen kann und pro Artikel 2 EUR Kosten habe, bekomme ich dann automatisch Fördermittel?

    ...eher nicht


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    Fördermittel sind immer auf das einzelne Projekt zu betrachten. Es fehlen einfach viele Angaben zu Ihrer Unternehmen und daher kann man auch keine konkrete Aussage treffen.

    Wenn Sie konkreten Handlungsbedarf haben, dann melden Sie Sich bei mir telefonisch.


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    Was nervtötend und auf Dauer frustrierend ist, wäre z.b. folgendes, was sich aus meiner persönlichen Erfahrung berichten kann:

    Eine Frau geht zum Autohaus und möchte ein Auto im Wert von 27000 EUR kaufen.
    Kein Problem: Bonität ( Schufa Auskunft) ist ok, Einkommen: (damals) Sozialhilfe + Kindergeld + 0,00 Unterhalt, im Endeffekt eigentlich nicht finanzierbar, bei 330 EUR Rate + Versicherung usw.

    Auto stand 1 Monat später vor der Tür.

    Geht jemand zur Bank, der schon jahrelang selbständig einen gewissen Umsatz erzielt, davon eine 3köpfige ernährt, nebenbei noch ca. 1000-2000 Ust ans FA zahlt und zudem noch das o.g. Auto finanziert, bekommt nicht einem 500 EUR Dispo.

    Ja, wo leben wir denn ?


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    Es geht nicht, um die Situation anderer Menschen, sondern immer um Ihr Unternehmen. Sie wollen Ihr Unternehmen fit für die Zukunft machen und dafür benötigen Sie Kapital.

    Es gibt immer mehrere Möglichkeiten und eine davon ist, mit einem vernünftigen Konzept zur Bank zu gehen und ein Darlehen zu beantragen.


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    Das ist mir schon klar...

    Nur auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen traut man sich schon fast nicht dort hinzugehen, egal mit welchem Konzept. Wieso sollte mir eine Bank 50000 gewähren, wenn nicht einmal 500 drin sind ?

    Die Befürchtungen sind:
    Wenn ich mit einem aus meiner Sicht vernünftigem Konzept dort hingehe, wird es evtl. abgelehnt.

    Gehe ich nochmals, z.b. mit einem Berater dort hin, fühlt der gleiche Berater sich ggf. angegriffen und verwehrt allein aus diesem Grund ein Darlehen. Damit habe ich mittlerweile reichlich Erfahrung.

    Am Anfang hatte ich z.b. ein (Privat) Konto bei einer anderen Bank und wollte dies, ggf. wegen günstigeren Konditionen und vielen Zahlungseingängen in ein Geschäftskonto umwandeln. Dies wurde mir verweigert, da der zuständige Mitarbeiter der Meinung war, dass ich Kontomissbrauch betrieben habe. Mein Konto wurde aufgelöst, was bei der Vielzahl von Zahlungseingängen zu erheblichen Problemen führte, bis ich ein anderes Konto einrichten konnte.

    Wäre es mein Mitarbeiter gewesen, hätte ich ihn fristlos wegen Geschäftsschädigung und Umsatzverlust entlassen.

    Aus meiner Sicht sitzt jeder Bänker nur seine Zeit ab, mit möglichst wenig Problemen und Aufwand. Deshalb wäre auch ein vernünftiges Konzept schon fast überflüssig. Die Banken vergeben schliesslich lieber eigene Kredite, als sich um langwierige Formalitäten (Förderungskredite) anderer Anstalten zu bemühen.


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    Der Bänker, der letztendlich mein Darlehen vergeben sollte, hat weder Ahnung vom Schuhe verkaufen, Online-Versand, Handwerk usw.

    Das Einzige was er sieht, sind Zahlen und sein Gegenüber und kann ggf, seine Krawatte besser binden als ich.


  • +0 -0

    Deshalb ist die Kommunikation sehr wichtig. Als Mitglied im KMU-Beraterverband versuchen wir die Kommunikation zwischen Unternehmen und Banken zu verbessern.

    Sie haben bereits gesagt, dass Bänker nur Zahlen kennen. Deshalb ist es wichtig, die Zahlen aufzubereiten, damit der Bänker sie versteht.


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    Jeder noch so blinde Mensch sollte z.b. erkennen:

    Hallo, da ist jemand, der aus 2 EUR 4 EUR, und aus 3 EUR 15 EUR machen kann.

    Das, was ihm fehlt, sind lediglich genug Artikel, die er für 2 oder 3 EUR einkaufen und für 4-15 EUR loswerden kann, zumal das meinerseits auch belegbar wäre.

    Das akute Problem was ich momentan habe ist, genug Artikel für 2 oder 3 EUR einzukaufen.

    Ein weiteres Problem ist, dass mittlerweile einige andere Online-Anbieter in DE, AT und CH meinen Namen bzw. Teile meiner Domain missbrauchen, da ich z.Z. nicht einmal die Möglichkeit habe, meinen Namen/Logo als Marke für 300 EUR zu registrieren da Verwechslungsgefahr besteht, geschweige denn Abmahnungen zu erteilen. D.h. ich habe momentan nur eine Zuschauerfunktion.

    Das betrifft nicht nur Teile meines "Namens/ Domain" sondern auch etwaiger Patente, die ich hätte registrieren können, die momentan z.b. bei eBay verhökert werden. Da habe ich auf Grund meiner finanziellen Situation nicht einmal die Möglichkeit gegen diese Schwarzverkäufer vorzugehen.


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    schoon-beratung


    Deshalb ist die Kommunikation sehr wichtig. Als Mitglied im KMU-Beraterverband versuchen wir die Kommunikation zwischen Unternehmen und Banken zu verbessern.

    Sie haben bereits gesagt, dass Bänker nur Zahlen kennen. Deshalb ist es wichtig, die Zahlen aufzubereiten, damit der Bänker sie versteht.


    Was die Zahlen angeht, haben Sie recht. Das ist aber wie bei einem Würfelspiel.

    Ist die 1 besser als die 6 oder die 6 besser als die 1 ??

    Das kommt ganz auf die Sichtweise und das "Spiel" an.
    Nicht jeder kennt jedes Spiel...

    Bei "Mensch ärgere Dich nicht", wäre z.b eine 3 ausreichend, eine 1 zu wenig, eine 6 zuviel...das kommt immer auf die Situation an

    Und dabei ist auch das Problem, ob das Gegenüber die Situation oder das Spiel kennt.


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    Aus Sicht der Bank würde ich z.b. denken:

    Was brauchst Du ? - 10000 EUR

    wofür ? - Waren!

    Was sind die Wert ? - (dumme Frage) - 10000 EUR

    Für wieviel könnte man die Waren verkaufen (im schlechtesten Fall/bestenfalls/) ?
    Schlechter Fall: 10000, bestenfalls 30-40000 EUR

    Ok, wenns schief läuft, hab ich nicht allzuviel Verlust.


  • +0 -0

    anders ausgedrückt:

    Thema Quelle:

    Was brauchst Du ? Ein paar Milliarden

    wofür ? - Damit wir nicht pleite gehen und 10000 Leute arbeitslos sind

    Was sind die wert ? - (dumme Frage) eigentlich nix, jeder ist ersetzbar

    Für wieviel könnte man die Waren verkaufen (im schlechtesten Fall/bestenfalls/) ?
    Die decken nicht einmal unsere Schulden, also null.

    Habt Ihr ein Konzept? - Häh? Pleite ist Pleite, solange wir nicht zahlen müssen, ist doch egal. Die überteuerten Waren kauft eh keiner.

    Ok, wenns schiefläuft, egal, zumindest haben wir es versucht, der Steuerzahler zahlt das. So oder so.

    Familie Schickedanz: Was interessieren mich Einzelschicksale von 10000 Menschen ? Ich muss auch zusehen, dass ich mit nur wenigen Milliarden meine Familie ernähren kann...


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    Hallo zusammen, Fragen geklärt?

    Hallo Herr Schoon,

    weise auf unsere Aktion hin

    Fachautoren für die Gruenderlexikon-Gründerwoche

    Haben Sie Lust daran teilzunehmen?


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