Woran Sie unseriöse Unternehmensberater oder KfW Berater erkennen
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In unzähligen Gesprächen und Beiträgen im Ratgeber des Gruenderlexikons habe ich feststellen müssen, dass viele Menschen, insbesondere Gründungswillige, zwischen guten und seriösen Beratern und den schwarzen Schafen nicht unterscheiden können. Das soll an dieser Stelle kein Vorwurf sein, denn woher soll ein unversehrter Mensch auch die Qualität eines vermeintlichen Beraters erkennen können? Daher habe ich mich dazu entschlossen, einige Kriterien aufzuzeigen, die eben die schlechten Berater von den guten Beratern trennen.
Unternehmensberater ist kein geschützter Beruf...
...etwa wie der Steuerberater oder Rechtsanwalt. Auf deutsch: Unternehmensberater kann jeder Fleischermeister werden, mit oder ohne Abitur oder betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Wer Geld braucht und das Talent hat, Leute zu verdummen oder übers Ohr zu hauen, der kann Unternehmensberater werden. Wer Menschen geschickt von unseriösen Dingen überzeugen kann, wo selbstverständlichviel Geld zu verdienen ist und wo man ohne Arbeit viel Geld verdienen kann, der kann auch Unternehmensberater werden. Klingt fast so, als sei jeder Versicherungsvertreter auch Unternehmensberater oder war es zumindest mal in seinem früheren Leben. War natürlich nur ein Scherz, ich möchte ja nicht den Berufsstand der Versicherungsbranche schlecht reden.
Dummfang ist angesagt
Ein sehr umgangssprachlicher Begriff, der das aber meines Erachtens sehr deutlich zum Ausdruck bringt, was in der Realität gängige Praxis ist.
Woran erkennt man nun unseriöse oder unqualifizierte Unternehmensberater?
Im Folgenden ein paar Punkte die einen unseriösen oder unqualifizierten Unternehmensberater erkennen lassen:
1. Der Berater hat einen branchenfremden Beruf erlernt
Wenn Ihr Unternehmensberater oder die Person, die sich dafür ausgibt, in einer früheren Karriere Versicherungsvertreter oder vielleicht Fleischer war, plötzlich und aus unerklärlichen Gründen Unternehmen berät, sann sollten Sie hellhörig werden. Fragen Sie den Berater nach seinen Referenzen, seiner früheren Tätigkeit oder seiner fundierten Ausbildung. Wenn er kein BWL Studium (oder ein vergleichbares Hochschulstudium) abgeschlossen hat, sondern gerade mal einen IHK BWL Kurs oder ähnliche Hobbyinfoveranstaltungen belegt hat und Ihnen jetzt etwas von Rentabilität, Fördermitteln und Liquidität erklären will, dann können Sie (fast) sicher sein, dass Sie es mit einem unqualifizierten Unternehmensberater zu tun haben.
2. Sie können beim Unternehmensberater neben der Beratung andere Produkte und Dienstleistungen erwerben
Wenn Sie im Rahmen der Beratung Versicherungen, Werbematerialien, Internetseiten oder ähnliches angeboten bekommen und sollen dies zusätzlich beim Berater bezahlen, dann müssen Ihre Alarmglocken angehen. Ein seriöser Berater berät in seinem Fach und verkauft nicht nebenher andere Dinge. Wohl kann er eine Empfehlung aussprechen und einen anderen Dienstleister anpreisen, aber selbst das ist das Höchste der Gefühle.
3. Sie bekommen Angebote zum Geld verdienen
Der Berater schlägt Ihnen vor, für Sie eine Förderung zu beantragen, etwa das Gründercoaching Deutschland der KfW Bank. Im selben Satz bietet er Ihnen die Hälfte der Fördersumme an, wenn er nur nicht beraten muss. So hätten sie beide was davon, schildert er die Vorteile dieser Vorgehensweise. Sie sollen also 50:50 mit dem Berater machen, keiner tut was und alle sind zufrieden. Sind dann wirklich alle zufrieden? Darüber können Sie im Knast nachdenken, wenn diese Aktion ans Tageslicht kommt, denn was der Berater da anbietet, ist schlicht Subventionsbetrug und nach § 264 Stgb strafbar.
4. Ihr Berater sieht aus wie ein Zuhälter
Dazu zählt vor allem die seriöse Kleidung (wenn eine Krawatte, dann bitte in der richtigen Länge und Farbe) und ein gepflegtes äußeres Auftreten. Aktenmäppchen, gegelte und glitschig Haare, gekrönt von unpassenden Kleidungsstücken sollten immer ein Warnsignal sein. Wenn dazu die Punkte 1 und 2 kommen => Finger weg und den Termin abbrechen.
5. Der Berater will auf Gedeih und Verderb beraten
Auch ein Zeichen für Unprofessionalität, Unqualifiziertheit und Unseriösität. Spricht Sie der Berater des öfteren an, etwas für Sie zu tun, Ihnen helfen zu wollen, zeigt Ihnen ständig Ihren Beratungsbedarf und Ihre Uneffizienz bei der Arbeit oder unterbreitet Ihnen gar die Möglichkeit des Punktes 3, dann können Sie fast sicher sein, dass Sie es hier mit einem sehr unprofessionellen Exemplar zu tun haben.
6. Die Referenzen und die Reputation des Beraters ähneln einem Schwerverbrecher
Informieren Sie sich im Vorfeld über den Berater! Befragen Sie Freunde und Bekannte, ob man jemanden mit einer guten Beratungsqualität und guten Referenzen kennt! Wird in diesem Zusammenhang von einem Unternehmensberater abgeraten, sollte man vor diesem Menschen schon gewarnt sein.
Es ist auch zu beachten, wer die Empfehlung abgibt. Vertrauen Sie dem Empfehlenden aufgrund von persönlichen oder fachlichen Dingen nicht, so ist auch seine Empfehlung eher vertrauensunwürdig. Fragen Sie also nur solche Leute, denen Sie auch aus rein menschlichen, fachlichen und persönlichen Gesichtspunkten Ihr Vertrauen schenken. Derjenige sollte auch eine Ahnung von der Materie haben, denn es kann nur jemand eine gute Empfehlung aussprechen, der sich auch in der Branche und dem Umfeld auskennt.
Haben Sie einen Berater empfohlen bekommen? Rennen Sie nicht gleich zu ihm und lassen sich beraten, sondern recherchieren Sie im Vorfeld bei seinen Kunden oder auch im Internet über ihn, die Referenzen, die Beratungserfolge, seine Schwerpunkte und andere positive und negative Dinge. Das Internet verrät in der Regel über jeden erfolgreichen und seriösen Unternehmensberater eine Menge, da ja diese Berater nichts zu verbergen haben und ihre Referenzen auch gern öffentlich im Internet zeigen, um weitere Aufträge zu bekommen.
Erfährt man über einen Menschen rein gar nichts im World Wide Web, so kann das auch eine negative Reputation zu diesem Menschen sein. Ein Berater, der nichts über sich zu berichten hat, über den auch nichts berichtet wird, noch nicht einmal etwas schlechtes, ist in meinen Augen auch kein qualitativ hochwertiger Berater.
In diesem Sinne: Geben Sie acht, wer Sie berät und wie Sie beraten werden. Hier noch mal ein Artikel zu den Beratern die bei der Existenzgründung helfen können.
Quelle:
Eigene ErfahrungenBenutzer die diesen Artikel gelesen haben, haben auch folgende Artikel gelesen:
-
Lexikon
- Gründercoaching Deutschland
- KfW Berater
- KfW Bank
-
Magazin
- Welcher Berater kann bei der Existenzgründung helfen? FAQ 27
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Über den Autor



- Torsten Montag
- Ich bin Dipl. Betriebswirt, zugelassener eCommerce-Berater der KfW-Bank und Experte im Bereich Suchmaschinenoptimierung sowie Geld verdienen im Internet.
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Ich betreibe seit kurzem unter GründerlexikonTV auf youtube einen Channel. Dort werden nicht nur fachliche Videos zu sehen sein, sondern auch unregelmäßig ein Videocast zum eCommerce und Geld verdienen im Internet von mir veröffentlicht. Sei dabei, mach mit und lerne von meinen Fehlern und Erfahrungen.
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