Wie Sie Ihre Post im Nirwana verschwinden lassen können

(1 Bewertungen) +1 -0


Sicherlich haben auch Sie schon von der Leistung der Deutschen Post gehört: dem E-Postbrief. So soll Papier gespart und der Versand beschleunigt werden. Zudem soll der Versand zuverlässiger und einfacher werden. Die Stiftung Warentest hat kürzlich einen Schnelltest durchgeführt, um herauszufinden, ob der E-Postbrief hält, was er verspricht.

Erste Mängel schon zu Beginn

Bereits zu Beginn des Tests gab es erste Probleme, denn eine der zwei Testanmeldungen dauerte über drei Wochen für die Freischaltung. Der Pressestelle der Post zufolge sollen diese Verzögerungen angeblich ab Oktober der Vergangenheit angehören, wenn die schrittweise Einführung des Systems abgeschlossen sei. Damit das Kundenkonto genutzt werden kann, muss zunächst ein Guthaben aufgeladen werden. Das ist jedoch leichter gesagt als getan, denn die Post greift auf veraltete Bankdaten zurück.

Wie funktioniert nun der Versand?

Eigentlich sollte der E-Postbrief entweder an die E-Post-Adresse des Empfängers zugestellt werden oder alternativ auch an die normale Postanschrift, wenn eine solche noch nicht vorhanden ist. Und hier sind die Tester von Stiftung Warentest auch schon beim großen Problem angelangt: Bisher haben noch nicht besonders viele Menschen eine E-Postadresse angelegt. Die vorhandenen Adressen können nur schwer konkreten Personen zugeordnet werden, weshalb unbedingt die E-Postadresse des Empfängers bekannt sein muss. Ist dies nicht der Fall, kann der E-Postbrief von der Post ausgedruckt und in Papierform zugestellt werden.

Leider weiß das System nicht zu überzeugen, denn zahlreiche Fehler treten auf:

  • Das System begeistert mit viel zu langen Ladezeiten und stürzt gerne zwischendurch ab.
  • Die eingegebenen Adressen werden nicht überprüft, Zahlendreher bei den Postleitzahlen lassen Ihre Post im Nirwana verschwinden.
  • Die versprochene Zustellung bereits am nächsten Tag hat leider nicht immer so funktioniert.
  • Anhänge werden nicht oder nur unzureichend zugestellt, beispielsweise weil PDF-Dokumente ohne Seitenrand nicht gedruckt werden können. Vor allem Grafiken verursachen Probleme, sie werden teilweise gar nicht oder nur unvollständig gedruckt. Für Anlagen werden dazu auch noch 10 Cent pro farbig gedruckter Seite verlangt.
  • Die Druckvorschau, die angezeigt wird, ist eher so eine Art Vorschlag – der tatsächliche Ausdruck sieht nämlich leider in der Praxis oft ganz anders aus.

Insgesamt kann man also festhalten, dass Sie im Vorfeld nie wissen können, was, wie viel, wann, wo ankommt – und das für den stolzen Preis von 55 ct. pro Stück.

Fazit

Wir finden: Die Idee an sich ist nicht schlecht, die Umsetzung scheint aber noch eher holprig zu sein. Leider hat die Deutsche Post den E-Postbrief eindeutig zu früh auf den Markt gebracht. Sie hätte wohl besser warten sollen, bis das Produkt technisch so ausgegoren ist, dass es einfach und problemlos bedient werden kann. Momentan trägt die Deutsche Post mit dem E-Postbrief eher dazu bei, den Postversand schwieriger und unzuverlässiger zu machen – womit genau das Gegenteil der eigentlich versprochenen Vorteile erreicht wäre.

Hier geht’s zum kompletten Test der Stiftung Warentest

Quelle:
Eigene Erfahrungen

Artikel verfolgen

Wenn Sie über Änderungen an diesem Artikel benachrichtigt werden möchten, klicken Sie auf Benachrichtigen


Häufig gelesen

Vorlage Abtretungserklärung

Häufig gesucht und nachgefragt wird eine Vorlage zur Abtretungserklärung. Abtretungserklärungen si...

E-Book: Die 10 häufigsten Fragen zum Nebengewerbe und zur Nebentätigkeit

Endlich der eigene Herr sein, das eigene Wissen nutzbringend anwenden oder sein Hobby zum Beruf mache...

Wann muss ich eine Umsatzsteuererklärung abgeben? FAQ 20

Sehr häufig wir im Forum die Frage gestellt: Wann muss ich eine Steuererklärung abgeben? oder Welc...

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung FAQ 16

Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, auch ...

Anlage EÜR für 2009 online

Soeben habe ich die Nachricht erhalten, dass der Vordruck zur Einnahmenüberschussrechnung EÜR 2009...

Zuletzt geschrieben

Fachanwälte beraten Unternehmen Neu

Das Leistungsportfolio niedergelassener Fachanwälte ist sehr umfangreich. Die Rechtsgebiete, die d...

Professionelle Firmenvideos – so wird’s gemacht Neu

Imagefilme, Werbefilme, Produktvorstellungen – die Auswahl an Möglichkeiten, ein Unternehmen in Fo...

GmbH-Haftung – Geschäftsführer in der Wissensfalle Neu

Die Geschäftsführer der GmbH sind nicht annähernd so sicher vor der Haftung mit dem Privatvermögen...

Verschenken Sie zum Richtfest auch noch Gutscheine, Deko und Blumen? Neu

Wenn der Dachstuhl gesetzt ist, atmet der Bauherr erst einmal auf: das ganze Projekt ist endlich a...

Rentenversicherungspflicht: Selbstständige werden geschröpft! Neu

Es ist ja nun nicht so, als wären Selbstständige durch ihr Geschäftsrisiko und den großen Wettbewe...

Wir antworten auf jede Frage

Gratis anmelden und Fragen stellen.
>> Jetzt anmelden und mitmachen

Über den Autor Xing_icon

  • kein Profilbild vorhanden
  • Sabine Hutter
  • Mein Name ist Sabine Hutter und ich bin als selbständige Autorin und Webtexterin tätig. Als Staatlich geprüfte Betriebswirtin habe ich mich auf die Themen Existenzgründung, Unternehmen und Personalwesen spezialisiert.
  • http://www.content-texte.de
  • sabine.hutter@content-texte.de