Werbung soll die Aufmerksamkeit Konsumenten erregen
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Eine gute Werbung hat das Ziel bei den potenziellen Kunden Aufmerksamkeit zu erregen und positiv im Gedächtnis zu bleiben. Gerade Existenzgründer haben für Werbung nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung, die mit größtmöglichem Erfolg eingesetzt werden müssen.
Ein gutes Beispiel, wie Werbung nicht sein sollte haben wir für Sie analysiert.
Aufmerksamkeit um jeden Preis?
Uns erreicht eine Werbung der Münzhandelsgesellschaft mbH Deutsche Münze, kurz MDM, per Briefpost. Das Format, die Farbe und die Stärke des Briefumschlages erinnerten an die von den Städten oder Gemeinden jährlich zugesellte Post. Im Fenster des Umschlages leuchtet es orange, ohne näheres Hinsehen ist dem Empfänger klar, dass ist meine Lohnsteuerkarte für das Jahr 2008. Ist der Brief erst geöffnet, hält man ein Werbeanschreiben der Firma MDM in der Hand, das im Format und Aussehen einer Lohnsteuerkarte gleicht.
Und nun, der Vergleich
Zunächst der Briefumschlag
(links originales Adressfenster, rechts die Kopie)


Die Lohnsteuerkarte selber
(links das Original, rechts die Fälschung)
Hat MDM mit dieser Form ihre Ziele erreicht?
1. Reize setzen oder Aktivieren
Das ist ohne Zweifel gelungen. Der Mensch empfängt den Reiz visuell durch Form, Farbe und Aufmachung und schließt daraus. „Oh, schön, meine Lohnsteuerkarte ist da.“ Oder „Nein, schon wieder ein Jahr rum und wieder nix verdient.“
2. Aufmerksamkeit erregen
Das Werbeanschreiben der Firma MDM hat unsere Aufmerksamkeit in jedem Fall erregt, denn wir haben den Brief ja als wichtig eingestuft und ihn gleich aus dem Briefkasten ins Haus genommen. Also: Ziel erreicht
3. Auslösen der Kaufreaktion
Nach dem öffnen: Veralbern können wir uns selbst, ab mit dem Teil in die Altpapiertonne. Es kommt definitiv nicht zum Kauf, denn wir haben was ganz anderes erwartet und fühlen uns nun verschaukelt. Man hat uns mal wieder gezeigt, wie blöd wir sind, wie schnell wir manipuliert werden können oder wie einfach es ist, Menschen zu albern, egal aus welcher Schicht, Klasse oder Religion sie kommen. Ergo: Das Hauptziel, der Kauf wurde eindeutig verfehlt.
4. Positiv im Gedächtnis bleiben
Mit Sicherheit nicht, niemand lässt sich gern verspotten, also auch hier: Ziel verfehlt.
Fazit
Der Anfang war richtig gut, man hätte bei MDM nur etwas weiter denken müssen. Aus unserer Sicht, hat diese Aktion zwar unheimlich Mundzumundpropaganda hervorgerufen, aber eher mit negativen Inhalten, so dass insgesamt dem Image der Münzfirma MDM eher noch geschadet wurde.
Übrigens, die Lohnsteuerkarte in der Form, wird schon seit einiger Zeit immer seltener von den Firmen und Arbeitgebern genutzt. Im Herbst 2009 wird sie dann das letzte mal von den Gemeinden und Städten versendet und zwar für das Einkommensteuerjahr 2010. Ab 2011 kann dann nur noch die elektrionische Lohnsteuerkarte genutzt werden, kein Papier mehr. Dann muss sich MDM spätestens was einfallen lassen.
Quelle:
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- Torsten Montag
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kommentiert von Gast am 20. März 2009
[...] wie im Artikel Werbung soll die Aufmerksamkeit Konsumenten erregen darf selbstverständlich auch keine Kundenakquise betrieben werden. Niemand lässt sich gern [...]
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