Wer Arbeitsplätze schaffen will, muss auch was dafür tun

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Noch vor wenigen Jahren war die so genannte Ich-AG in aller Munde. Damit wurde seitens der Politik eine Möglichkeit geschaffen, auch unerfahrene Personen in die Selbstständigkeit zu bringen. Diesen Menschen wurde der Zugang zur eigenen Existenz erleichtert, so dass sich mehr Menschen trauten, den Weg anzutreten. Doch die erst 2003 eingeführten Regelungen wurden bereits 2006 von der Regierung wieder abgeschafft. Der Grund laut CDU war vor allen Dingen die lange Förderungsdauer von 36 Monaten. Dadurch entstünden zu hohe Kosten, ein tatsächlicher Erfolg sei nicht zu sehen gewesen.

Die Zahlen halten dagegen

Doch die Zahlen, die in Statistiken bekannt gegeben wurden, sprechen eine andere Sprache. In den Jahren von 2003 bis 2006 wurde die Ich- AG von insgesamt 400.000 Personen gegründet. Damit wuchs die Zahl der Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus um das Doppelte. Nach der Abschaffung der Ich- AG wurde lediglich derGründungszuschuss gewährt. Statt 36 Monaten Förderung erhielten Gründungswillige nur noch 15 Monate. Die Folge war ein Rückgang der Gründungen auf das vorhergehende Niveau.

Gründe für die Abschaffung der Ich-AG

Die Politik begründete die Streichung der Förderung für die Ich-AG damit, dass viele Existenzgründungen nur entstanden, weil die Förderung mitgenommen werden sollte. Mit Schaffung des Gründungszuschusses hingegen wurden die Zugangsvoraussetzungen deutlich verschärft. Damit sollen nur die Personen eine Förderung erhalten, die sich wirklich mit der Gründung als solches auseinander gesetzt haben.

Der neue Gründungszuschuss jedoch spricht genau die Zielgruppen weniger an, die zuvor in die Selbstständigkeit gebracht werden konnten. Denn Frauen, junge Menschen mit weniger Erfahrungen, sie alle konnten sich auf eine lange Förderungsdauer verlassen. Mit den Jahren nahm die Förderung zwar ab, jedoch wuchsen die Gründer auch in ihre Unternehmen hinein.

Statistische Werte zeigen positive Entwicklung

Aus den aktuellen Statistiken geht hervor, dass mehr als 60 Prozent der Gründer einer Ich-AG auch nach mittlerweile fünf Jahren noch selbstständig sind. Zusätzlich haben 20 Prozent der Gründer eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen. Die Kontakte, um an diesen neuen Job heran zu kommen, wurden in den meisten Fällen einzig und allein durch die Gründung eines Unternehmens hergestellt.

Die Zahl der heute wieder arbeitslosen Gründer der Ich-AG ist um 20 Prozent niedriger, als die Zahl derer, die die staatliche Förderung nicht in Anspruch genommen haben. Auch verdienen die einstigen Existenzgründer im Durchschnitt 20 Prozent mehr Geld, als diejenigen, die das Wagnis Selbstständigkeit nicht eingegangen sind.

Zukunftsprognosen

Würden auch heute noch solche Fördermittel gewährt, so Experten, könnten jährlich 80.000 Menschen eine Existenz gründen. Nicht zu vergessen ist dabei die Dynamik der Gründer, die auch weitere Arbeitsplätze schaffen. In der aktuellen Krise wären diese Zahlen eine deutliche Erleichterung.

Dennoch sträubt sich die Politik, die derzeit jedoch vermutlich mehr für die Arbeitslosen zahlen muss, als die Kosten für die Ich-AG betragen würden. Zu groß sei die Gefahr, dass wieder unzählige Gründungen stattfänden, die nur die staatlichen Fördermittel in Anspruch nehmen wollten.

Dabei zeigen Aussagen der einstigen Gründer, dass gerade die, wenn auch kurzfristige, Selbstständigkeit, bessere Kenntnisse vermittelt hätte, als dies bei zahlreichen theoretischen Schulungen der Fall gewesen sei.
 

Quelle:
Das Erste

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Über den Autor Xing_icon

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