Was braucht ein Existenzgründer an Versicherungen?

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Diese Frage wird selbstverständlich von den einzelnen Interessengruppen sehr unterschiedlich beantwortet. Bei den Versicherungen sollten diejenigen Vorrang haben, welche existenzbedrohende Risiken abdecken. So muss jeder Selbstständige eine Krankenversicherung haben. Hier ist darauf zu achten, dass sowohl eine gesetzliche als auch eine private Krankenversicherung gewählt werden kann. Vorteil der privaten Krankenversicherung sind die relativ günstigen Beiträge für junge Versicherungsnehmer. Allerdings sollte auch die persönliche und familiäre Situation berücksichtigt werden, denn Kinder sollten immer bei dem gesetzlich Versicherten unentgeltlich mitversichert werden können. Diese Möglichkeit entfällt erst dann, wenn der monatliche Gewinn des Selbstständigen über der Beitragsbemessungsgrenze von 3.525 € liegt. Ab diesem Zeitpunkt müssen Kinder in der privaten Krankenversicherung extra versichert werden. Im Falle des Scheiterns der Selbstständigkeit kann der Privatversicherte durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Anstellung wieder in die gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen werden. Dies ist jedoch nur möglich, sofern er das 55 Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Zu beachten ist auch das so genannte Krankenhaustagegeld und für vorübergehende Erkrankungen das Krankentagegeld, welche die Existenz des Selbstständigen während einer Erkrankung sichern.

Neben der Krankenversicherung ist eine Haftpflichtversicherung unentbehrlich. Mit dieser Versicherung werden sämtliche Schäden, welche durch den Selbstständigen bzw. sein Gewerbe verursacht werden abgedeckt. Der Existenzgründer sollte prüfen lassen, ob er eine extra Versicherung abschließen muss oder ob er seine bereits vorhandene private Haftpflichtversicherung erweitern kann.

Die Altersvorsorge für den Unternehmer muss ebenfalls privat übernommen werden, so dass eine Rentenversicherung für das sorglose Leben im Ruhestand wertvolle Dienste leisten kann. DerExistenzgründerzuschuss ( Ich-AG) zieht jedoch eine Verpflichtung zur Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung mit einer Mindestbelastung von 78 € monatlich nach sich, so dass eine weitere Rentenversicherung zunächst nicht unbedingt abgeschlossen werden braucht. Die Ansprüche aus bereits eingezahlten Beiträgen bleiben erhalten, wenn mindestens 60 Monate Beitrag nachgewiesen werden können.

Darüber hinaus ist auch eine Unfallversicherung und eineBerufsunfähigkeitsversicherung sehr sinnvoll. Neben den existenzbedrohenden Absicherungen kann ein Selbstständiger auch weitere Versicherungen abschließen.

So zum Beispiel eine Rechtsschutzversicherung. Allerdings gilt es hier zu bedenken, dass die gewöhnlichen Rechtsschutzversicherungen lediglich das Arbeitsrecht, das Verkehrsrecht und das Mietrecht absichern. Der gewerbliche oder freiberufliche Teil, d.h. die eigentliche Selbstständigkeit ist in den handelsüblichen Rechtsschutzversicherungen gar nicht enthalten.

Der Existenzgründer sollte sich selbst Schwerpunkte setzen und vor allem verschiedene Angebote einholen. Mehrere Versicherungen zusammen in so genannten Versicherungspaketen sind eher weniger empfehlenswert, da hier keine individuellen Lösungen zugeschnitten sondern vorgefertigte Versicherungspakete vermarktet werden. Der Existenzgründer sollte lange Laufzeiten bei den Versicherungen vermeiden. So kann flexibel gehandelt und im Bedarfsfall der Versicherungsanbieter gewechselt werden. Bei einem Versicherungsabschluss sollte nicht vor dem Kleingedruckten zurück geschreckt werden. Es macht durchaus Sinn sich dies alles erklären zu lassen. Häufig kommen gerade dabei noch Fragen auf oder es werden Umstände bekannt, die während des Verkaufsgesprächs nicht oder nur nebensächlich angesprochen wurden.

Empfänger von Arbeitslosengeld II sollten bei Ihrer Existenzgründung prüfen, ob Sie nicht einen Zuschuss zur Krankenversicherung bei Ihrem Grundsicherungsamt oder ARGE beantragen können.

Oft wissen Existenzgründer nicht, welche Versicherungen für Sie gut und vor allem sinnvoll sind. Die persönliche Situation bestimmt in vielen Fällen ein ganz anderes Versicherungsportfolio. Rat kann der Jungunternehmer entweder bei dem Versicherungsmakler seines Vertrauens suchen oder aber auch bei den Verbraucherzentralen. Dort erfährt der Existenzgründer auch, wie es um die Leistungen einzelner Versicherungsbausteine oder Angebote steht. Der Existenzgründer sollte bei der Wahl der vielen verschiedenen Versicherungen nicht auf eine persönliche Beratung verzichten. Sehr oft helfen auch Versicherungsvergleiche. Mit Ihnen erhält man zumindest eine preisliche Vorstellung von teuren und billigen Versicherungen.
So zum Beispiel unter www.tarifevergleichen.com



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