So werden Preise mit und ohne Mehrwertsteuer kalkuliert
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Die Preiskalkulation ist für Existenzgründer und junge Unternehmer oft eine schwer zu nehmende Hürde. Aus der täglichen Praxis heraus können wir Beispiele nennen, bei denen Unternehmer die Umsatzsteuer mit in ihre Kalkulation einbeziehen. Nach Abzug der monatlichenUmsatzsteuervoranmeldung ist das Konto dann nicht selten im Minus. Mit unserem heutigen Beispiel stellen wir Existenzgründer und junge Unternehmern ein Rechenbeispiel für diePreiskalkulation zur Verfügung.
1. Der Unternehmer ist umsatzsteuerpflichtig
Ein umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer kauft eine achteckige Badewanne beim Hersteller ein und verkauft diese dann an seine Kunden. Die Badewanne soll laut Katalog 2.000 Euro netto + 19% Umsatzsteuer = 2.380 Euro brutto kosten. Der Unternehmer ist umsatzsteuerpflichtig, die zu zahlende Umsatzsteuer in Höhe von 380 Euro kann er beimFinanzamt als Vorsteuer geltend machen. Damit fließt die Umsatzsteuer nicht mit in die Kalkulation ein.
Preiskalkulation (Unternehmer ist umsatzsteuerpflichtig) | |
|---|---|
in Euro |
|
|
Listenpreis des Herstellers (Badewanne achteckig) |
2.000,00 |
| abzgl. Rabatt des Herstellers (30%) |
600,00 |
| = Zieleinkaufspreis | 1.400,00 |
| abzgl. Skonto des Herstellers (3%) |
42,00 |
| = Einkaufspreis | 1.358,00 |
| + Bezugskosten (Porto, Fracht, Versicherung) |
50,00 |
| = Bezugspreis oder Einstandspreis | 1.408,00 |
+ Handlungskosten (dazu zählen: Kosten des Einkaufs, der Verwaltung, das Verpacken usw.) im Beipiel rechnen wir mit (40%) |
563,20 |
| = Selbstkosten | 1.971,20 |
| + Gewinnaufschlag (20%) |
394,24 |
| = Verkaufspreis netto | 2.365,44 |
| + Umsatzsteuer (19%) |
449,43 |
| = Verkaufspreis brutto | 2.814,87 |
Mit dem Verkauf der Badewanne erzielt der Händler einen Gewinn von 394,24 Euro. Die berechnete Umsatzsteuer in Höhe von 449,43 Euro muss der Unternehmer an das Finanzamt abführen.
2. Der Unternehmer ist nicht umsatzsteuerpflichtig
Auch der nicht umsatzsteuerpflichtige Unternehmer kauft beim Hersteller die Badewanne mit dem Katalogpreis von 2.000 Euro netto. Da er die Umsatzsteuer nicht geltend machen kann, fließt sie mit in die Kalkulation ein. Dadurch erhöht sich der Verkaufspreis bei den selben angenommenen prozentualen Zuschlägen für Handlungskosten und Gewinn.
Preiskalkulation (Unternehmer ist nicht umsatzsteuerpflichtig) | |
|---|---|
in Euro |
|
|
Listenpreis des Herstellers (Badewanne achteckig) |
2.000,00 |
| abzgl. Rabatt des Herstellers (30%) |
600,00 |
| = Zieleinkaufspreis | 1.400,00 |
| abzgl. Skonto des Herstellers (3%) |
42,00 |
| = Einkaufspreis | 1.358,00 |
| + Bezugskosten (Porto, Fracht, Versicherung) |
50,00 |
| = Bezugspreis | 1.408,00 |
| + Umsatzsteuer | 380,00 |
| = Einstandspreis | 1.788,00 |
+ Handlungskosten (dazu zählen: Kosten des Einkaufs, der Verwaltung, das Verpacken usw.) im Beipiel rechnen wir mit (40%) |
715,20 |
| = Selbstkosten | 2.503,20 |
| + Gewinnaufschlag (20%) |
500,64 |
| = Verkaufspreis netto | 3.003,84 |
| + Umsatzsteuer (darf als nicht umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer nicht berechnet werden) |
0 |
| = Verkaufspreis brutto | |
Der nicht umsatzsteuerpflichtige Unternehmer erzielt mit dem Verkauf der Badewanne einen Gewinn von 500,64 Euro. Will er die Badewanne zum gleichen Verkaufspreis anbieten, wie der umsatzsteuerpflichtige Unternehmer, muss er auf Gewinn verzichten. Der Gewinn des Kleinunternehmers sinkt von 500,64 Euro auf 311,67 Euro, wie aus der untenstehenden Tabelle zu ersehen ist.
Vergleich der Preiskalkulationen | |||
|---|---|---|---|
| Unternehmer umsatzsteuer- pflichtig |
Unternehmer nicht umsatzsteuer- pflichtig |
Unternehmer nicht umsatzsteuer- pflichtig (gleicher Verkaufspreis) |
|
| Einstandspreis |
1.408,00 |
1.788,00 |
|
| erstattete Vorsteuer |
380,00 |
||
| gezahlte Umsatzsteuer |
449,43 |
||
| Verkaufspreis | 2.814,87 |
3.003,84 |
2814,87 |
| Gewinn |
394,24 |
500,64 |
311,67 |
Vergleich aus Käufersicht
Welchen Preis zahlt der Käufer?
Je nach dem, ob der Käufer selber ein umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer, ein Kleinunternehmer oder eine Privatperson ist, gestaltet sich der Einkaufspreis für ihn wie folgt:
Verkäufer ist umsatzsteuer- pflichtiger |
Verkäufer ist nicht umsatzsteuer- pflichtiger Unternehmer |
Verkäufer ist nicht umsatzsteuer- pflichtiger Unternehmer (gleicher Verkaufspreis) |
|
|---|---|---|---|
|
Käufer ist umsatzsteuer-pflichtiger Unternehmer (Einkaufspreis brutto) |
2.814,87 |
3003,84 |
2814,87 |
| Umsatzsteuer wird als Vorsteuer erstattet |
449,43 |
0,00 |
0,00 |
| Einkaufspreis (netto) | 2.365,44 |
3003,84 |
2814,87 |
|
Käufer ist ein nicht umsatzsteuer-pflichtiger Unternehmer oder eine Privatperson (Einkaufspreis brutto) |
2.814,87 |
3003,84 |
2814,87 |
Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen kaufen immer günstiger von umsatzsteuerpflichtigen Anbietern, da sie die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen können. Kleinunternehmern und Privatpersonen ist dieser Aspekt einerlei. Da beide Gruppen keine Vorsteuer erstattet bekommen, bleibt für sie der Preis identisch, einerlei ob der Anbieter umsatzsteuerpflichtig oder nicht ist.
Im GründerlexikonTV
Quelle:
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Lexikon
- Preiskalkulation
- Vorsteuer
- Verkaufspreis
- Listenpreis
- Kosten
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Über den Autor

- Evelyn Brandies
- Mein Name ist Evelyn Brandies, ich schreibe als Redakteurin u.a. für das Gründerlexikon. Weiterhin unterstütze ich als gelernte Bilanzbuchhalterin Existenzgründer beim Aufbau ihrer Buchhaltung.